Drosten: “Wir befinden uns wieder in einem Infektionsanstieg”

  • Mit Blick auf die aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts befindet sich Deutschland laut Christian Drosten wieder in einem Infektionsanstieg.
  • Eine beliebige Schwankung schließt der Virologe aus.
  • Gegebenenfalls, so Drosten, müssten die Zahlen bei einer Inzidenzzunahme wieder stärker kontrolliert werden.
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Berlin. Bei der Entwicklung der Zahl der Neuinfektionen in Deutschland sieht der Virologe Christian Drosten Unterschiede im Vergleich zum August. Der am Donnerstag vom Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Wert von rund 2200 Neuinfektionen sei “schon nicht so eine beliebige Schwankung. Sondern wir sind jetzt wieder im Anstieg”, sagte der Charité-Wissenschaftler in Berlin beim Kommunikationskongress des Bundesverbands der Kommunikatoren, wo er für seine Aufklärungsarbeit in der Pandemie mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde.

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Höchster Stand seit Mai: 1445 Neuinfektionen in Deutschland
1:06 min
Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen.  © dpa

Im August sei das kurze An- und Abschwellen der Zahl der Neuinfektionen mit großer Sicherheit auf aus dem Ausland importierte Fälle zurückzuführen gewesen, “die in Deutschland nicht weitergegangen sind”, so Drosten. Die jetzt neu diagnostizierten Fälle seien aber in Deutschland aufgetretene Infektionen und in erster Linie Hinweise auf unerkannte Cluster im Hintergrund - die dann in Deutschland liegen. Ein Cluster kann beispielsweise eine Gruppe von Menschen bei einer Familienfeier sein. “Das heißt wir müssen uns eigentlich jetzt so darauf einstellen, dass das, was wir sehen, der Beginn einer Inzidenzzunahme ist, die man irgendwann dann auch wieder kontrollieren muss”, sagte Drosten.

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Beim Coronavirus sorgen die meisten Infizierten laut früheren Ausführungen von Drosten für relativ wenige Ansteckungen, während einzelne Infizierte - die sogenannten Superspreader - unter bestimmten Umständen sehr viele Folgefälle auslösten, beispielsweise in einem Cluster.

RND/dpa

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