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“Pandemie geht erst richtig los”: Drosten ordnet Aussage ein

  • Christian Drosten wird derzeit vielfach mit einer Aussage zur Coronavirus-Pandemie zitiert.
  • Die Einschätzung stamme allerdings noch aus dem Sommer, stellt der Charité-Virologe nun klar.
  • Trotzdem müsse sich Deutschland auf ein ähnliches Szenario wie in seinen Nachbarländern einstellen.
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Ein aus einem Interview gegriffener Satz ist seit Mittwoch mehrfach verbreitet worden: “Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns”, wird der Charité-Virologe daraus zitiert. Und weiter: “Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern.” Kurze Zeit später stellte der Wissenschaftler nun noch einmal klar, in welchem Kontext ebendieser Satz gefallen ist und wie er seine Aussage gemeint hat.

“Das kommt aus einem Interview, das ich mit einem sehr weiten Zeitrahmen gespannt vor sechs, acht Wochen geführt habe – und das heute veröffentlicht worden ist”, sagte Drosten gegenüber dem ZDF. Es sei ein sehr langes und grundsätzliches Interview gewesen, in dem er aus der Perspektive des damaligen Zeitpunkts im Sommer gesagt habe, dass das Virus durchaus wieder verstärkt aufkommen könne. Das vielfach zitierte Interview fand im Vorlauf des World Health Summits mit dessen Gründer Detlev Ganten statt.

Deutschland bei Corona-Pandemie noch in Sonderstellung

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“Hier geht es nicht darum, zu warnen vor der nächsten Woche oder so was, sondern es geht um eine weltweite Perspektive, und weltweit geht es tatsächlich jetzt richtig los”, stellt Drosten klar. Deutschland sei derzeit in einer Sonderstellung. Aus der heutigen Einschätzung gebe es für die kommende Woche keinen Grund, sich spezielle Sorgen zu machen. Aber es sei falsch, nur so kurz in die Zukunft zu schauen. “Wir müssen uns das auch für Deutschland vorstellen, dass das so kommen kann und wahrscheinlich wird wie in den Nachbarländern.”

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Deshalb müsse man jetzt überlegen, wie das in der Frühphase verhindert werden könne. Das sei in der unmittelbar nächsten Zeit die größte Herausforderung. Während Drosten die Kliniken gut vorbereitet sieht, fehlten in den Schulen noch konkrete Handlungsempfehlungen. Dort könnten Infektionen beispielsweise weiter zunehmen. Um die Bildung von Clustern und Schulschließungen zu vermeiden, sei noch viel Arbeit organisatorischer Natur zu leisten.

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RND/sbu


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