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Untersuchung: Die meisten Deutschen benutzen Google zur Selbstdiagnose – auch in Corona-Fragen

  • Das Internet ist voll mit Informationen – für viele Deutsche ersetzen diese sogar einen Arzt.
  • Eine neue Umfrage zeigt, dass über 80 Prozent ihre Symptome erst googeln und daraufhin entscheiden, ob sie zum Arzt gehen oder nicht.
  • Ein Drittel gab zu, nach der Recherche besorgter zu sein als vorher.
Alice Mecke
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Hannover. Hand aufs Herz: Wer benutzt Dr. Google bei Fragen zu seinem Gesundheitsstand? Laut einer neuen Studie ziemlich viele. 82 Prozent der Deutschen googeln ihre Krankheitssymptome, bevor sie einen Arzt aufsuchen, zeigt eine Umfrage vom Onlinehändler Lenstore, für die über 1000 Deutsche befragt wurden. Der häufigste Grund (49 Prozent) für die Internetrecherche ist, dass die Befragten anhand der Ergebnisse entscheiden wollen, ob sie zum Arzt gehen sollten oder nicht. Auch wollen die meisten zunächst feststellen, ob es überhaupt ein gesundheitliches Problem gibt.

29 Prozent der Befragten gaben an, generell nicht gerne zum Arzt zu gehen, wobei 19 Prozent der Deutschen nur selten oder gar keinen Arzt aufsuchen. In Bezug auf das Coronavirus ist die Suchanfrage nach “Geschmacks- und Geruchsverlust” um 733 Prozent gestiegen.

Die Autoren der Studie betonen, dass es wichtig sei, sich nicht nur auf die eigene Onlinediagnose zu verlassen – auch angesichts dieser Zahl: 11 Prozent der Befragten geben zu, dass eine tatsächliche Krankheit in der Vergangenheit, aufgrund einer Selbstdiagnose durch das Internet, undiagnostiziert geblieben ist.

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Stuttgarter und Kölner gehen vom Schlimmsten aus

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In den Fokus wurden auch die Bewohner einzelner Städte genommen: Demnach googeln die Essener am häufigsten ihre Krankheitsbeschwerden, 22 Prozent der Befragten gaben an, sich immer an Google und Co. zu wenden. Die Kölner und die Stuttgarter wiederum ziehen die schlimmsten Schlussfolgerungen, nachdem sie ihre Symptome gegoogelt haben (36 Prozent). Es folgen Dortmund und Düsseldorf (31 Prozent). Allgemein gaben 25 Prozent an, dass ihnen Symptome online zu suchen mehr Sorgen macht. Bei 21 Prozent wirkt sich die Suche sogar negativ auf die Psyche aus.

Nur 56 Prozent der Menschen, die ihre Symptome im Internet suchen, prüfen dabei die Quelle auf Vertrauenswürdigkeit – 10 Prozent klicken laut Umfrage nur auf den ersten Link, der angezeigt wird. Bei den 16- bis 24-Jährigen haben lediglich 4 Prozent noch nie ihre Krankheitssymptome gegoogelt. Die Altersklasse ist im Vergleich aber auch diejenige, die am häufigsten einen Arzttermin nach dem Googeln ausmacht (44 Prozent).

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Wie oft sorgen sich die Deutschen?

Die Umfrageergebnisse zeigen außerdem, dass sich die deutsche Bevölkerung im Durchschnitt 1,3 Mal pro Woche Sorgen um ihre Gesundheit macht. Das könne erklären, weshalb die Beschwerden eher gegoogelt werden, anstatt einen Arzt aufzusuchen.

Roshni Patel, Professional Services Manager von Lenstore, sagte zu den Ergebnissen: “Obwohl es nützlich sein kann, ein Symptom zu googeln, um die Sorgen zu beruhigen, ist es für einzelne Personen wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn man sich Sorgen um seine Gesundheit macht, die Symptome anhalten, oder wenn man sich nicht sicher ist, was einem fehlt.” Eine Diagnose sollte immer von einem Mediziner gestellt werden. “Eine Selbstdiagnose kann schnell aus dem Ruder laufen, und eine falsche Diagnose kann große Angst hervorrufen”, fügt Patel hinzu.




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