Demenz: WHO erwartet deutlich mehr Erkrankte bis 2050

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet in den kommenden Jahren weltweit mit einer deutlichen Zunahme an Demenz-Erkrankungen.
  • Nur ein Viertel der Staaten habe Pläne und Programme zur Unterstützung Betroffener und ihrer Angehöriger.
  • Es brauche deshalb ein besseres System.
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Genf. Die Zahl der Demenzkranken wird laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den kommenden Jahrzehnten deutlich zunehmen. Derzeit lebten laut Schätzungen 55 Millionen Menschen mit der Krankheit, teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit.

Im Jahr 2030 werde die Zahl der Demenz-Erkrankten bei 78 Millionen liegen, 2050 bei 139 Millionen. Gründe für die Zunahme seien die wachsende Bevölkerung und die steigende Lebenserwartung. Vornehmlich ältere Menschen seien von Störungen und Ausfällen des Gedächtnisses betroffen.

Demenzkranken fehlt oft die Unterstützung

Eine fortschreitende Demenz schränke mehr und mehr die Fähigkeit ein, unabhängig den Alltag zu bewältigen, erklärte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Demenz raube den Menschen auch ihre Würde.

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Er kritisierte, dass viele Betroffene zu wenig oder gar keine Unterstützung erhielten. Nur ein Viertel der Staaten hätten eine nationale Politik, eine Strategie oder einen Plan, um den Demenz-Erkrankten und ihren Familien zu helfen.

Demenz: Es gibt zwei Formen

Laut dem Bundesgesundheitsministerium wird zwischen primären und sekundären Formen der Demenz unterschieden. Letztere seien Folgeerscheinungen anderer, meist außerhalb des Gehirns angesiedelter Grunderkrankungen wie etwa Stoffwechselproblemen. Diese Grunderkrankungen seien behandelbar und zum Teil sogar heilbar.

Sekundäre Demenzen machten nur etwa zehn Prozent aller Krankheitsfälle aus. Bis zu 90 Prozent entfallen den Angaben nach auf die primären und in der Regel unumkehrbar verlaufenden Demenzen. Schätzungen zufolge sei die Alzheimer-Krankheit mit einem Anteil von 60 bis 65 Prozent die häufigste irreversible Demenzform. Mit etwa 20 bis 30 Prozent folgten die gefäßbedingten Demenzen. Bei etwa 15 Prozent liege eine Kombination beider Erkrankungen vor. Andere Demenzformen finden sich den Angaben nur bei 5 bis15 Prozent der Erkrankten.

RND/epd

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