Welcher Corona-Impfstoff schützt wie gut vor der Delta-Variante?

  • Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich in Europa aus und ist in Großbritannien schon die vorherrschende Variante.
  • Weil der mutierte Erreger Veränderungen am Spike-Protein aufweist, wirken Impfungen wohl etwas weniger gut.
  • Wie hoch fällt der Schutz bei welcher Vakzine aus? Ein Überblick.
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Die zuerst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus (B.1.617.2) weist Mutationen auf, die die Wirkung von Impfstoffen abschwächen können. Zahlen der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England (PHE) deuten nun darauf hin, dass der Impfschutz nur leicht herabgesetzt wird, sich aber je nach Präparat unterscheidet.

Laut PHE können symptomatische Erkrankungen durch eine Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer zu etwa 88 Prozent verhindert werden und Krankenhausaufenthalte zu 96 Prozent. Zum Vergleich: Symptomatische Erkrankungen durch die zuletzt in Großbritannien vorherrschende Alpha-Variante (B.1.1.7) waren zu etwa 93 Prozent verhindert worden.

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Eine vollständige Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca soll zu etwa 60 Prozent vor symptomatischen Erkrankungen schützen. Der Schutz hatte bei der Alpha-Variante bei etwa 66 Prozent gelegen. Krankenhausaufenthalte infolge einer Infektion mit der Delta-Variante soll auch Astrazeneca zu rund 92 Prozent verhindern können.

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Mit der zweiten Dosis nicht zu lange warten

Allerdings scheint der Impfschutz gegen die Delta-Variante erst später einzutreten: So war laut PHE bei beiden Impfstoffen nach der ersten Impfdosis nur ein etwa 33-prozentiger Schutz erreicht worden. Der Schutz vor der Alpha-Variante hatte der Behörde zufolge nach nur einer Impfdosis 50 Prozent betragen. Die PHE forderte Geimpfte daher auf, nicht zu lange mit der zweiten Impfung zu warten, wenn sie zu dieser eingeladen werden.

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Zweite Impfung verhindert laut Studie Klinikaufenthalt bei Delta-Variante
1:14 min
Zwei Impfungen von Biontech/Pfizer oder Astrazeneca verhindern einer britischen Studie nach schwere Krankheitsverläufe bei der Delta-Variante des Coronavirus.  © dpa

Unklar ist, wie lange der Impfschutz gegen die Delta-Variante anhält. Da sich in Laborversuchen gezeigt hatte, dass Geimpfte weniger Antikörper gegen diese Virusvariante bilden, lässt die Schutzwirkung womöglich schneller wieder nach.

Die Wirkung der Impfstoffe von Moderna und Johnson & Johnson hatte die PHE nicht ausgewertet. Eine amerikanische Studie deutet aber darauf hin, dass auch bei Moderna eine Schutzwirkung gegen die Delta-Variante zu erwarten ist. In einer eigenen Untersuchung des Impfstoffherstellers zeigte sich eine geringfügige Reduktion der neutralisierenden Titer (2,1-fach) gegen die Delta-Variante. Der Impfstoff bilde aber weiterhin ausreichend neutralisierende Antikörper gegen die Mutante, teilte Moderna mit.

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Johnson & Johnson lieferte vor wenigen Tagen ebenfalls zuversichtlich stimmende Ergebnisse zur Wirksamkeit seines Impfstoffes gegen Delta. Demnach schützt das Vektorvakzin nach einer einzigen Dosis zu 85 Prozent vor einem schweren Covid-19-Verlauf. Die Studie des Impfstoffherstellers, die auf dem Preprint-Server bioRxiv veröffentlicht wurde, muss noch von unabhängigen Expertinnen und Experten überprüft werden.

Dieser Artikel ist zuletzt am 06. Juli aktualisiert worden.

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