Darum sollten Sie Tabletten nie mit dem Küchenmesser teilen

  • Viele Menschen zerteilen Tabletten mit dem Messer.
  • Doch die Landesapothekerkammer Hessen rät davon ab.
  • Denn besonders das Küchenmesser ist oft mit Keimen belastet und nicht jedes Medikament eignet sich zum Teilen.
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Frankfurt/Main. Einigen ist die Tablette einfach zu groß, andere brauchen eine kleinere Dosis: Es gibt verschiedene Gründe, warum Patienten ihre Tabletten teilen. In solchen Fällen greifen viele einfach zu einem Küchenmesser. Davon rät die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) aber ab. Denn ebenso wie andere Küchenutensilien kann ein Messer mit Keimen belastet sein.

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Tablettenteiler benutzen

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Wer die Arznei halbieren oder vierteln möchte, sollte lieber auf einen Tablettenteiler zurückgreifen. Denn so gelingt es auch, die Tabletten gleichmäßig zu zerteilen und Bruchstücke oder Staub zu vermeiden. Denn werden die Medikamente ungleich zerteilt kann es sein, das die Patienten zu viel oder zu wenig Wirkstoff einnehmen, informiert die LAK.

Auch von einer Kerbe in der Tablette sollte man sich nicht täuschen lassen, denn nicht alle sind zum Durchbrechen gedacht. Laut LAK gibt es auch durchaus Tabletten, die nur eine "Schmuck-Kerbe" besitzen.

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Schutzhüllen der Medikamente nicht zerstören

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Zudem gilt: Nicht alle Tabletten dürfen oder sollten geteilt werden, denn so können die Wirkstoffe verloren gehen. Sogenannte Retardtabletten etwa, bei denen der Wirkstoff verlangsamt freigesetzt wird, haben oft einen speziellen Überzug und sollten meist nicht zerstückelt werden. Denn diese Schicht soll verhindern, dass säureempfindliche Bestandteile der Arznei im Magen zerstört werden.

Einige Medikamenten reagieren empfindlich auf Licht oder Feuchtigkeit, daher besitzen sie einen dünnen Überzug, der sie schützt. Wird diese Schutzhülle nun durch das Durchbrechen der Tablette zerstört, kann es sein, dass der Wirkstoff verloren geht.

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Ein Überzug ist ebenfalls bei magensaftresistenten Filmtabletten zu finden. Hier verhindert die Hülle, dass Wirkstoffe bereits im Magen freigesetzt werden, sondern erst im Darm freigegeben werden. Das funktioniert nur, wenn diese Tabletten im Ganzen eingenommen werden.

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Auf das richtige Wasser kommt es an

Beim Schlucken der Medikamente kommt es zudem auf das richtige Wasser an. Am besten geeignet ist demnach Leitungswasser, denn Mineralwasser kann die Wirkung schwächen. Wenn Mineralwasser mit Mineralstoffen wie Kalzium oder Eisen angereichert ist, könne es die Wirkung bestimmter Arzneimittel einschränken.

Generell rät die Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen Ursula Funke dazu, nicht leichtsinnig mit Tabletten umzugehen und "bei Unklarheiten lieber einmal mehr in der Apotheke vor Ort nachfragen." Die Packungsbeilage, der Arzt oder Apotheker geben zudem Aufschluss darüber, ob man die Tablette überhaupt teilen darf.

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RND/ame/dpa