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Curevac-Impfstoff: Zulassung in der EU trotz schlechter Studiendaten noch möglich?

  • In einer Zwischenanalyse war der Impfstoffkandidat von Curevac nur zu 47 Prozent wirksam.
  • Für eine Zulassung in der EU würde das nicht reichen.
  • Doch bis zum Abschluss der Studien könnte sich noch eine höhere Wirksamkeit ergeben.
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Der mRNA-Impfstoff des Tübinger Pharmaunternehmens Curevac scheint weniger effektiv zu sein als erhofft. In einer Zwischenanalyse der zulassungsrelevanten klinischen Studien ergab sich nur eine Wirksamkeit von 47 Prozent. Eine Zulassung in der EU wird dadurch infrage gestellt – ist aber noch nicht ausgeschlossen. Curevac hatte zur Begründung auf die besondere Situation verwiesen, dass inzwischen sehr viele Varianten des Coronavirus zirkulieren, mindestens 13 verschiedene seien bei den Studienteilnehmenden vorgekommen.

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Die Zwischenergebnisse waren an die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) übermittelt worden, die für die Zulassung von Impfstoffen in der EU zuständig ist. Curevac will die Studie nun aber wie geplant fortführen und geht davon aus, dass sich bei der finalen Auswertung aller Ergebnisse doch noch eine bessere Wirksamkeit zeigen könnte. Der Verband forschender Arzneimittelhersteller (VFA) geht zwar nicht davon aus, dass sich die Studienergebnisse noch dramatisch verändern könnten, eine Änderung um einige Prozentpunkte sei jedoch möglich. Für eine Zulassung seitens der EMA müsste mindestens eine Wirksamkeit von 50 Prozent erreicht werden.

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Curevac-Impfstoff: Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen möglich

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Sollte Curevac diesen Wert nach Abschluss der Analysen doch noch überschreiten, könnte sein Impfstoff in Europa noch auf den Markt kommen. Das Vakzin hätte dann zwar ein deutlich schlechteres Wirksamkeitsprofil als die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, die zu über 90 Prozent schützen sollen. Astrazeneca konnte für seine Impfung in den Zulassungsstudien hingegen auch nur eine Wirksamkeit von 60 Prozent belegen. Auch wenn Infektionen nur zu 60 Prozent verhindert wurden, soll Astrazeneca aber gut vor schweren Verläufen schützen – erfüllt also durchaus den Zweck einer Impfung.

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Ob das beim Hersteller Curevac ähnlich sein könnte, bleibt abzuwarten. Die Wirksamkeit von 47 Prozent bezog sich ebenfalls nur auf Infektionen, nach schweren oder milden Verläufen wurde dabei noch nicht unterschieden. Eine solche Analyse soll jetzt zeitnah vorgenommen werden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit.

Möglich wäre auch, dass sich ein Nutzen nach bestimmten Altersgruppen ergibt. So hat sich laut Curevac gezeigt, dass die Wirksamkeit bei unter 60-Jährigen vermutlich besser sei. Auch war der Schutz vor verschiedenen Varianten des Erregers unterschiedlich groß. Möglich wäre, dass der Impfstoff bei guter Wirksamkeit gegen zumindest einige Varianten dann dort eingesetzt wird, wo diese vorherrschend sind.

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