Medikamente gegen Covid-19: Drei Wirkstoffe machen Hoffnung

  • Pharmaunternehmen und Wissenschaftler forschen auf Hochtouren an Medikamenten zur Behandlung von Covid-19-Patienten.
  • Neben Remdesivir gibt es zum Beispiel bei drei weiteren Medikamenten Fortschritte.
  • Während Dexamethason und Actemra die Beschwerden von Schwerkranken lindern könnten, setzt ein Antikörperwirkstoff auf die präventive Behandlung von Erkrankten.
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Ein schnelles Allheilmittel zum Aufhalten der Pandemie gibt es bislang nicht gegen Covid-19. Die Liste der Forschungsprojekte ist lang. Schrittweise kommt die Forschung an Medikamenten zur Behandlung aber voran. Die Hoffnung: den Krankheitsverlauf abmildern, verkürzen, die Sterblichkeit senken, vielleicht sogar eine Infektion präventiv verhindern.

Neben dem bereits in den USA, Japan und Europa zugelassenen Medikament Remdesivir machen diese Woche drei weitere Wirkstoffe mit neuen Studienergebnissen Hoffnung auf neue Behandlungsmöglichkeiten von Corona-Patienten.

Zum einen ist da Dexamethason. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat am Freitag den Einsatz des Wirkstoffs zur Behandlung schwer kranker Patienten befürwortet. Die bisherigen Studienergebnisse der groß und international angelegten Recovery-Studie der Universität Oxford deuten darauf hin, dass im Vergleich zur üblichen Behandlung Dexamethason die Sterblichkeit bei Patienten mit künstlicher Beatmung um etwa 35 Prozent sowie bei Patienten, die eine Sauerstofftherapie erhielten, um etwa 20 Prozent reduziert. Die Sterblichkeit bei Patienten, die keine Sauerstofftherapie benötigen, sei hingegen nicht verringert worden.

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Antikörpermedikament für Patienten mit milden Symptomen?

Actemra, ein Medikament des Pharmakonzerns Roche, senkt nach Angaben des Unternehmens die Gefahr eines besonders schweren Verlaufs einer coronabedingten Lungenentzündung. Eine Phase-drei-Studie hat laut Unternehmen gezeigt, dass Patienten, die das Mittel Actemra/RoActemra (Tocilizumab) bekommen, eine um 44 Prozent niedrigere Wahrscheinlichkeit hatten, an die Beatmungsmaschine angeschlossen werden zu müssen, als eine mit Placebos behandelte Vergleichsgruppe. Das teilte Roche am Freitag mit. Es liefen aktuell noch weitere Studien zur Wirksamkeit des Medikaments. Actemra/RoActemra sei bisher nicht zur Behandlung von coronabedingter Lungenentzündung zugelassen.

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Bei LY-CoV555 handelt es sich um eine auf Antikörpern aufbauende Arznei, die das US-Pharmaunternehmen Eli Lilly entwickelt. Es ist das erste Projekt weltweit, das auf neutralisierende Antikörper zur Behandlung von Patienten setzt. Ebendiese könnten durch die Einnahme die körpereigenen Antikörper im Kampf gegen Sars-CoV-2 unterstützen. Am Mittwoch verkündete das Unternehmen in einer Pressemitteilung erste Ergebnisse einer placebokontrollierten Studie mit 450 Patienten. Außergewöhnlich dabei ist, dass die Infizierten nicht schwer krank im Krankenhaus behandelt wurden, sondern nur leichte Symptome verspürten. Mit dem Antikörpermedikament habe sich das Risiko einer Krankenhauseinlieferung um 72 Prozent reduziert, verkündet das Unternehmen. Genauere Ergebnisse müssten aber noch begutachtet werden.

mit dpa





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