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Schicksale aus Wuhan: Leben in der Coronavirus-Metropole

Alltag in einer abgesperrten Stadt: eine Frau und ein Mann in Schutzkleidung auf einer Straße in Wuhan.

Alltag in einer abgesperrten Stadt: eine Frau und ein Mann in Schutzkleidung auf einer Straße in Wuhan.

Wuhan. Wie sieht das Leben in der vollkommen abgeriegelten Millionenstadt Wuhan aus? Diese Frage stellen sich aktuell sehr viele Menschen. Echte Einblicke gibt es nur wenige. Während die Staatsmedien zuversichtliche Menschen mit Mundschutz zeigen, die sich die Zeit mit Kartenspielen oder Mahjong vertreiben, kursieren im Internet besorgniserregende Fotos und Videos, die überfüllte Krankenhäuser zeigen, Leichensäcke, die sich in Transportern türmen und Menschen, die von Behörden mit roher Gewalt aus ihren Häusern gezerrt werden.

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Aber wie ist es um das Schicksal der Menschen bestellt? Allein in Wuhan leben mehr als elf Millionen Menschen. Wir haben einige Geschichten aus dieser Millionen-Metropole zusammengetragen.

Mama ist eine Heldin

Der kleine Youyou ist fünf Jahre alt und vergöttert seine Mutter. Für ihn ist sie eine Superheldin, die jeden Tag gegen das Böse kämpft. Und das tut sie auch. Lu Jingjing ist eigentlich Ärztin im Kinderkrankenhaus von Wuhan. Jetzt arbeitet sie in einem mobilen Hospital, das sich um Patienten kümmert, die sich mit dem Coronavirus Sars-2-CoV infiziert haben.

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Am 4. Februar hat sie ihr Zuhause verlassen. Ihren fünfjährigen Sohn und ihre einjährige Tochter hat sie seitdem nicht mehr umarmen können. Aber wenigstens können sich Youyou und seine Mutter Lu täglich im Videochat sehen. Jeden Tag stellt der Fünfjährige die gleiche Frage: „Mama, wie viele Viren hast du heute besiegt?"

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Wuhan - Babysitter im Schutzanzug

Das Bild ist befremdlich. Aber was diese beiden Mediziner tun, ist großartig. In voller Schutzausrüstung – Atemmaske, Schutzanzug und Handschuhe – kümmern sie sich aufopfernd um zwei Kinder. Die Eltern der beiden sind in Quarantäne, sie haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Die Ärzte füttern die Kinder, bringen sie zu Bett und beruhigen die beiden, wenn sie weinen. Im Netz verbreitete sich das Video rasant und löste eine Welle an Dankbarkeit für alle Ärzte, Schwestern oder Pfleger aus, die in Zeiten des Coronavirus am Limit arbeiten.

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Endlich in Freiheit!

Zehntausende Menschen befinden sich zur Zeit in Quarantäne wegen des Coronavirus. Die ersten sieben von ihnen durften jetzt das Huoshenshan Krankenhaus in Wuhan, das innerhalb von nur zehn Tagen aus dem Boden gestampft wurde, verlassen. Denn sie sind gesund. Vollkommen gesund, nachdem sie sich mit Sars-2-CoV angesteckt hatten.

Vom Krankenhaus waren sie behandelt worden. Mit einer Ernährungstherapie, psychologische Betreuung und Rehamaßnahmen, wie „China Daily" berichtete. Diese sieben dürfen jetzt nach Hause zu ihren Familien. Zahlreiche weitere warten noch in den 1000 Betten des Huoshenshan-Hospitals.

Innerhalb von zehn Tagen wurde der riesige Krankenhauskomplex erbaut.

Innerhalb von zehn Tagen wurde der riesige Krankenhauskomplex erbaut.

Tränen in der Mittagspause

Nicht nur die Infizierten haben mit dem neuen Coronavirus zu kämpfen. Vor allem das Leben von medizinischem Personal und Ordnungskräften wird durch die Lungenkrankheit Covid-19 beeinflusst. Dieses Video eines jungen Hilfspolizisten verbreitete sich in China wie ein Lauffeuer. Er ist gerade Mal 21 Jahre alt und steht ganz am Anfang seiner beruflichen Laufbahn. Wei Jia, so der Name des jungen Mannes, war zum Chinesischen Neujahr im Einsatz.

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Seitdem kann er nicht mehr nach Hause zurückkehren. Auch er ist von der Quarantäne betroffen. Das Video zeigt ihn bei seiner Mittagspause, wie er sich Tränen aus dem Gesicht wischt. Ob die nun aus Heimweh, Angst vor dem Virus oder zu viel Belastung fließen, ist nicht klar. Aber das Video zeigt die menschliche Seite der chinesischen Behörden.

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Von Zimbabwe nach Wuhan

Munyaradzi Gurure ist 21 Jahre alt. Eigentlich studiert er an der Universität für Finanzen und Wirtschaft in Guangxi. Seit drei Jahren ist er jetzt in China und fühlt sich schon fast heimisch. Statt um Finanzen und Wirtschaft geht es für Munyaradzi jetzt um Desinfektionsmittel und Fiebermessen. Er meldete sich freiwillig, um im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu helfen. An einem Bahnhof geht er seiner wenig glamourösen Arbeit nach, versprüht Desinfektionsmittel, passt auf, dass Passagiere Atemmasken tragen und misst Fieber. Seine Eltern machen sich im fernen Zimbabwe Sorgen. Als die Zahl der Infektionen zunahm, wollten sie, dass ihr 21-jähriger Sohn nach Hause kommt. Doch er wollte nicht: „Das Land hat in den letzten drei Jahren gut auf mich aufgepasst. Jetzt bin ich an der Reihe", sagte der Afrikaner.

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„Ich liebe dich – für immer“

Liebe kennt keine Grenzen. Dieses Ehepaar kann auch die Lungenkrankheit Covid-19 nicht voneinander trennen. Beide haben sich mit dem Coronavirus Sars-2-CoV infiziert. Trennen kann sie das aber nicht. Auch wenn der 87-jährige Mann auf einer anderen Station liegt, nimmt er seinen Infusionsbeutel in die Hand und besucht seine Frau. Seine geschwächte Liebste füttert er rührend und versorgt sie mit Wasser. Das Coronavirus ist besonders für schwache und ältere Menschen gefährlich. Wer weiß, wie lange die beiden also noch zusammen haben.

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Infiziert. Und Mutter eines gesunden Kindes.

Die Lungenkrankheit Covid-19 wird primär durch Tröpfcheninfektionen über engen Kontakt zu hustenden und niesenden Infizierten übertragen. Aber auch Mütter können das Virus auf ihre ungeborenen Kinder übertragen. So brachte eine Frau Anfang Februar 2020 ein Baby zur Welt, das 30 Stunden nach der Geburt positiv auf Coronaviren getestet wurde. Der Zustand des Kleinen war nicht lebensbedrohlich, es litt aber unter einer Entzündung der Lungen und einer leicht abnormalen Leberfunktion. Für jede Schwangere, die mit dem Coronavirus Sars-2-CoV infiziert ist, ist der Gedanke, das Virus auf ihr Kind zu übertragen, bedrückend. Für eine 33-Jährige aus der Shaanxi Provinz gab es ein Happy End. Sie konnte nach langem Bangen ihr gesundes Baby im Arm halten.

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„Ich bin immer für dich da“

Eine Mutter würde alles tun, um ihre Familie zu beschätzen. So auch diese junge Frau. Xianoting Wang arbeitet im Krankenhaus in Wuchang, einem Stadtbezirk von Wuhan. Aus Angst, sich dort mit dem Coronavirus Sars-2-CoV anzustecken, hat sie sich selbst von ihrer Familie isoliert. Sie wohnt in einem Hotel und spricht mit ihrer Familie nur über Videochat. Jede Nacht um 3 Uhr macht sie sich auf den Weg zur Nachtschicht. Ihr Mann Yinghe hat ihr angeboten, sie wenigstens mit dem Auto zur Arbeit zu bringen. Aber auch das wollte sie nicht, wie shanghai.ist berichtet. Die Gefahr, sich anzustecken wäre zu groß. Aus diesem Grund hat Yinghe beschlossen, langsam mit dem Auto hinter ihr herzufahren und ihr mit den Autoscheinwerfern den Weg zu leuchten. So kann er wenigstens ein bisschen bei ihr sein.

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Senioren spenden alles, was sie haben

Es scheint eine große Heldenstory zu sein. Senioren spenden ihre gesamten Ersparnisse an Wohltätigkeitsorganisationen, um im Kampf gegen die Lungenkrankheit Covid-19 zu unterstützen. Allerdings ist eine eine tragische Heldenstory. Die 87-Jährige Ni Suying spendete 200.000 Yen an ein Gemeindezentrum im südwestchinesischen Chongqing, umgerechnet knapp 27.000 Euro. 30 Jahre lang hat sie dafür gespart. Sie lebt allein. In einem gemieteten Ein-Zimmer-Appartement. Dafür reiche ihre kleine Rente. Letztendlich habe sie die Chance, mit ihrem Ersparten Menschen in Not zu helfen. In den sozialen Medien löste dieser Großmut Diskussionen aus. Sollten gemeinnützige Organisationen das Geld ablehnen? Wohltätigkeit solle den Menschen in Not helfen – und nicht Menschen in Not bringen.

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Ein Virus unterscheidet nicht

Das Coronavirus Sars-2-CoV kann jeden treffen. Ob arm oder reich, Mann oder Frau, alt oder jung. Auch Kinder sind betroffen. Sie verstehen nicht, was los ist, warum sie isoliert werden und nicht mehr an die frische Luft dürfen. So war es auch bei einem 14 Monate altem Jungen aus der Hubei Provinz.

Nachdem er sechs Tage lang mit Durchfall zu kämpfen hatte und sich ständig übergeben musste, kam er ins Krankenhaus. Die Diagnose: Er litt unter der Lungenkrankheit Covid-19. Der Junge war der erste Patient, der wegen des Coronavirus in einem lebensbedrohlichen Zustand war. Knapp drei Wochen später darf er die Isolation und die Klinik verlassen. Gesund.

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Was geht wirklich in Wuhan vor sich?

Es gibt zahlreiche Berichte, wie es in China, insbesondere in Wuhan, aussehen soll. Die einen sprechen von Vertuschungsaktionen der Regierung, die anderen von Fake News und Verschwörungstheorien. Die Menschenrechtsaktivistin Jennifer Zeng zeichnet auf ihrem Twitter-Kanal ein recht erschreckendes Bild. Die oberste Priorität der chinesischen Regierung sei nicht die Gesundheit der Menschen, sondern die Propaganda.

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