Britisches Expertengremium: Ist die Coronavirus-Variante B.1.1.7 doch tödlicher?

  • Die britische Coronavirus-Variante B.1.1.7 gilt als ansteckender im Vergleich zum Ursprungsvirus.
  • Das britische Beratungsgremium Nervtag weist in seinem neuesten Bericht zur Virusvariante darauf hin, dass diese auch mit einer erhöhten Krankheitsschwere verbunden sein könnte.
  • Laut Robert-Koch-Institut sei die Datenlage zu B.1.1.7 für solche Aussagen derzeit noch zu gering.
Laura Beigel
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London. Die Hinweise verdichten sich, dass die neue Coronavirus-Variante B.1.1.7 – auch VOC-202012/01 genannt – nicht nur ansteckender als der Wildtyp von Sars-CoV-2 ist, sondern auch mit einem höheren Risiko für schwere Krankheitsverläufe einhergeht. Die britische New and Emerging Respiratory Virus Threats Advisory Group (Nervtag) listet in ihrem neuesten Bericht zur Virusvariante gleich sieben Studien, von denen fünf auf eine erhöhte Krankheitsschwere hindeuten.

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Virusvariantenstudien sind noch unveröffentlicht

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Die Ergebnisse der Untersuchungen ähneln denen aus dem letzten, Ende Januar publizierten Nervtag-Bericht. Damals war die Studienlage noch etwas dünner und umfasste weniger Covid-19-Todesfälle, die im Zusammenhang mit B.1.1.7 standen.

Die im neuen Bericht zitierten Studien hatten unter anderem die London School of Hygiene & Tropical Medicine, das Imperial College London, die University of Exeter sowie die britische und schottische Gesundheitsbehörde durchgeführt. Sie wurden aber alle noch nicht veröffentlicht und von unabhängigen Experten überprüft.

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Trotzdem schreibt die Nervtag: „Basierend auf diesen Analysen ist es wahrscheinlich, dass eine Infektion mit VOC B.1.1.7 im Vergleich zu einer Infektion mit Nicht-VOC-Viren mit einem erhöhten Risiko für Krankenhausaufenthalte und Tod verbunden ist.“

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Datenlage zu B.1.1.7 ist noch begrenzt

Yvonne Doyle, medizinische Direktorin der Gesundheitsbehörde PHE, hatte dem Sender BBC Radio 4 hingegen Ende Januar gesagt, dass es „nicht vollständig klar“ sei, dass B.1.1.7 häufiger tödlich ist. Es gebe zwar erste Hinweise, aber: „Es handelt sich nur um eine kleine Zahl von Fällen, und es ist viel zu früh, um zu sagen, was tatsächlich herauskommen wird.“

Auf die begrenzte Datenlage weist auch das Robert-Koch-Institut (RKI) in seiner Übersicht zu besorgniserregenden Sars-CoV-2-Virusvarianten hin. Es gebe jedoch erste Hinweise darauf, dass B.1.1.7 „mit einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergehen könnte“.

B.1.1.7 in knapp 6 Prozent der Sars-CoV-2-Proben nachgewiesen

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Die jüngste Ad-hoc-Erhebung des RKI mit rund 34.000 Sars-CoV-2-Proben kam zu dem Ergebnis, dass die britische Coronavirus-Variante nachgewiesenermaßen knapp 6 Prozent der Fälle in Deutschland ausmacht. „Es ist mit einer weiteren Erhöhung des Anteils der Virusvariante B.1.1.7 zu rechnen“, schreibt die Behörde in ihrer Analyse.

Das RKI will die Ausbreitung der Coronavirus-Variante weiterhin beobachten. Neben B.1.1.7 kursieren auch die südafrikanische Virusvariante B.1.351 sowie die brasilianische Mutante P.1 in Deutschland. Beide sind wohl ebenfalls leichter übertragbar als der Wildtyp von Sars-CoV-2. Ob sie auch schwerere Krankheitsverläufe verursachen, ist bislang noch unklar.

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