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Coronavirus-Mutationen: Labore sollen Proben häufiger einer Genomanalyse unterziehen

  • Das Bundesgesundheitsministerium will die Genomsequenzierung ausweiten, um Virusmutationen schneller aufzuspüren.
  • 5 Prozent aller positiven Corona-Tests sollen in den Laboren zukünftig sequenziert werden.
  • Die Kapazitäten dafür seien vorhanden, die Auslastung der Forschungsanstalten noch „im grünen Bereich“, heißt es vom Berufsverband Akkreditierte Labore in der Medizin.
Laura Beigel
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Die Labore in Deutschland sollen zukünftig mehr Genomsequenzierungen bei Corona-Tests durchführen. Ein am Montag bekannt gewordener Entwurf für die Verordnung des Gesundheitsministeriums zur Gensequenzierung sieht vor, fünf Prozent aller positiven Sars-CoV-2-Tests zu sequenzieren. So könnten die in Großbritannien oder Südafrika entdeckten Virusmutationen schneller identifiziert werden. Pro sequenzierte Probe erhalten die Labore eine Vergütung von 200 Euro. Die Daten sollen schließlich dem Robert-Koch-Institut übermittelt werden, berichtet das Deutsche Ärzteblatt.

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Die Kapazitäten für die Genomsequenzierungen seien in Deutschland durchaus gegeben, sagte Evangelos Kotsopoulos, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), bei einer Pressekonferenz am Dienstag. „Aus unserer Sicht ist das ein vernünftiger Schritt und dann muss man jetzt mal in der Praxis schauen, wie das läuft.“

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Schon jetzt werden Sars-CoV-2-Proben in Deutschland sequenziert, aber noch nicht so häufig wie in anderen Ländern. Zum Vergleich: Während in Deutschland etwa jeder 900. positive Corona-Test einer Genomanalyse unterzogen wird, ist es in Großbritannien jeder 20. Test.

Positivenquote zum Jahresbeginn leicht gesunken

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Mit der Genomsequenzierung ist ein hoher Analyseaufwand verbunden. Ein ganzes Genom zu sequenzieren, produziere ein paar Gigabyte an Daten, sagt Kotsopoulos. Die Dauer einer Genomanalyse schätzte er deshalb auf mindestens ein bis zwei Tage. „Mehrere unserer Labore sind darauf vorbereitet, diese wichtige Arbeit zu leisten und die Daten aus ihrer Sequenzierung beizusteuern“, sagte das ALM-Vorstandsmitglied.

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In den Laboren waren zum Jahresbeginn wieder mehr Corona-Tests eingegangen. Wie aus Daten des ALM hervorgeht, sind die Testzahlen um knapp 50 Prozent gestiegen und haben wieder das Niveau von Ende Oktober 2020 erreicht. So sind in der ersten Kalenderwoche (4. bis 10. Januar 2021) mehr als 1,06 Millionen Tests in den 169 teilnehmenden Laboren eingegangen. In der Vorwoche waren es 721.463 Proben. Leicht gesunken ist hingegen die Positivenrate – von 16,4 Prozent auf 13,7 Prozent.

Die erhöhten Testzahlen haben gleichzeitig für eine größere Auslastung der Labore gesorgt, die aber noch „im grünen, in einem vernünftigen Bereich“ liege, sagte Michael Müller, Vorsitzender des ALM, bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Der Verband bezifferte die Auslastung in der ersten Kalenderwoche mit 60 Prozent, in der Vorwoche waren es 45 Prozent gewesen. „Entsprechend unseren Erwartungen werden die fachärztlichen Labore nach dem Jahreswechsel wieder deutlich stärker mit PCR-Testungen in Anspruch genommen und so sehen wir auch wieder mehr Neuinfektionen.“

RND

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