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Laborversuche zeigen: Hohe und niedrige Temperaturen schaden Coronavirus auf Oberflächen kaum

  • Hohe und niedrige Temperaturen können dem Coronavirus nur wenig anhaben.
  • Ein deutsch-schweizerisches Forschungsteam fand heraus, dass die Temperatur nicht beeinflusst, wie lange sich das Virus auf Oberflächen hält.
  • Noch nach 180 Stunden konnten infektiöse Viruspartikel auf Metallplättchen nachgewiesen werden.
Laura Beigel
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Bochum. Schon seit längerer Zeit ist bekannt, dass das Coronavirus auch auf Oberflächen haften kann. Ob es jedoch durch Schmierinfektionen übertragbar ist, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig geklärt. Im “Journal of Infection” veröffentlichte Laborexperimente legen nun nahe, dass Sars-CoV-2 auf Oberflächen auch bei höheren Außentemperaturen für einen längeren Zeitraum infektiös sein könnte.

Raumtemperatur senkt Infektiosität am schnellsten

Seine Experimente führte das deutsch-schweizerische Forschungsteam um Stephanie Pfänder von der Abteilung für Molekulare und Medizinische Virologie der Ruhr-Universität Bochum (RUB) auf trockenen Metallplättchen durch. Es zeigte sich, dass Trockenheit die Infektiosität der Viren innerhalb der ersten Stunde um das 100-Fache reduzieren kann. In den darauffolgenden Stunden sank die Anzahl infektiöser Partikel nur minimal, sodass noch nach 180 Stunden infektiöse Viruspartikel auf den Plättchen nachweisbar waren.

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Die Forscher variierten dabei auch die Oberflächentemperatur: von normaler Raumtemperatur über vier Grad Celsius bis hin zu 30 Grad Celsius. Die Temperaturunterschiede nahmen Einfluss auf die Halbwertzeit – also die Zeit, in der die Anzahl infektiöser Partikel um 50 Prozent abnimmt:

  • bei normaler Raumtemperatur: Halbwertzeit ist mit 9,1 Stunden am schnellsten
  • bei vier Grad Celsius: Halbwertzeit liegt bei 12,9 Stunden
  • bei 30 Grad Celsius: Halbwertzeit ist mit 17,9 Stunden am längsten
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Wie lange überlebt das Coronavirus auf Oberflächen?
0:52 min
Das neuartige Coronavirus hält sich auf unterschiedlichen Oberflächen unterschiedlich lange. Eine wirkliche Gefahr einer Übertragung besteht allerdings nicht.  © RND
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Umweltfaktoren wie UV-Strahlung nicht berücksichtigt

“Bisher hatte man angenommen, dass die Temperatur dazu beiträgt, dass Sars-CoV-2 sich im Sommer weniger gut überträgt”, sagt Stephanie Pfänder. “Zumindest auf Oberflächen scheint die Stabilität der Viren durch die verschiedenen Temperaturen aber nicht beeinträchtigt zu sein.”

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Nicht berücksichtigt wurden bei den Experimenten Einflussfaktoren wie die Viruslast, Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung. “Andere menschliche und umweltbedingte Faktoren könnten zusätzlich Einfluss auf die Sars-CoV-2-Oberflächenstabilität und damit die Schwankungen der saisonalen Sars-CoV-2-Oberflächenübertragung haben”, heißt es in der Studie.

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