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  • Coronavirus in Taiwan: Ausbreitung frühzeitig gestoppt - mit welchen Maßnahmen?

Mit diesen Kniffen hat Taiwan das Coronavirus in den Griff bekommen

  • Durch seine Nähe zu China gilt Taiwan eigentlich als Hochrisikogebiet für das neuartige Coronavirus.
  • Mit umfangreichen staatlichen Maßnahmen konnte die Ausbreitung allerdings frühzeitig gestoppt werden.
  • Dennoch finden taiwanesische Gesundheitsexperten weltweit kaum Gehör – und das liegt vor allem an China.
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Taiwan gilt nach China als das Land, das eigentlich hätte am stärksten vom neuartigen Coronavirus betroffen sein müssen. Einmal durch die relative Nähe zu China, das chinesische Festland befindet sich gerade einmal 160 Kilometer von Taiwan entfernt. Vor allem aber durch die zahlreichen Flugverbindungen zwischen China und dem kleinen Inselstaat. Von den etwa 23 Millionen Bewohnern der Insel arbeiten immerhin über 400.000 Menschen auf dem Festland nebenan.

Entgegen aller Befürchtungen aber hat Taiwan mit knapp über 40 Infizierten (Stand Anfang März) extrem niedrige Fallzahlen des neuartigen Coronavirus – und diese positive Entwicklung seinem ausgeklügelten Krisenmanagement zu verdanken, das aus der Sars-Pandemie im Jahr 2003 resultierte. Damals hatte ein Geschäftsmann das Virus aus der chinesischen Metropole Hongkong nach Taiwan eingeschleppt.

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Weltweit verbreitete sich die Krankheit seinerzeit zudem rasant durch Interkontinentalflüge. Auf einer Pressekonferenz im April 2004 in China hatte ein Gesundheitsspezialist schließlich medienwirksam bemängelt, dass die Bevölkerung viel zu spät über die Krankheitsfälle und den Ernst der Lage informiert worden sei.

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Um eine zweite Ansteckungswelle in Deutschland zu vermeiden, sind einige Verhaltens- und Hygieneregeln zu beachten.  © RND
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Lückenlose Kontrollen bei der Einreise

Das sollte sich zumindest in Taiwan nicht wiederholen. Seit der Sars-Pandemie vor 17 Jahren befindet sich das kleine Land in ständiger Alarmbereitschaft, sobald im benachbarten China rätselhafte Erkrankungen auftauchen. Seit 2004 gibt es das “National Health Command Center” (NHCC), das in derartigen Situationen zusammen mit dem “Central Epidemic Command Center” (CECC) das Katastrophenmanagement quasi präventiv übernimmt.

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So war es auch beim Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China: Ein Team aus vier Wissenschaftlern, drei US-Amerikanern und einem Taiwanesen hat die Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie in Taiwan jetzt im “Journal of the American Medical Association” (JAMA) vorgestellt. Bereits zum Jahreswechsel, unmittelbar nachdem die WHO auf das heute unter dem Namen SARS-CoV-2 grassierende Virus aufmerksam wurde, mussten sich demnach in Taiwan sämtliche Passagiere, die aus Wuhan kamen, noch am Flughafen auf Fieber und Lungenerkrankungen untersuchen lassen.

Darüber hinaus wurden kurz darauf auch bei sämtlichen Reisenden, die in den vergangenen zwei Wochen aus der Krisenregion eingereist waren, Tests auf 26 Viren veranlasst, darunter auch auf das Coronavirus. Passagiere mit Fieber und Husten mussten zudem in häusliche Quarantäne, medizinisches Fachpersonal entschied vor Ort, ob eine weitere Behandlung in einer Klinik vonnöten ist. Obendrein wurden die Neujahrsferien spontan um zwei Wochen verlängert, um eine weitere und schnelle Ausbreitung etwa an den Schulen des Landes zu verhindern.

Einreisesperre für ausländische Reisende

Um Risikopersonen schnellstmöglich ausfindig zu machen, entschieden die Behörden darüber hinaus, Daten der Nationalen Krankenversicherung mit denen der Einreisebehörde abzugleichen.

Für ausländische Reisende ohne taiwanesische Daueraufenthaltsgenehmigung, die sich in den 14 Tagen vor der Einreise in China, Hongkong oder Macau aufgehalten haben, wurde zudem eine Einreisesperre verhängt ebenso wie für chinesische Staatsbürger, die nicht mit einem Taiwanesen verheiratet sind. Ausgenommen von dieser Regelung sind laut Auswärtigem Amt Transitreisende.

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Smartphone-Tracking zur Quarantäne-Überwachung

Die medizinischen Behörden bekamen außerdem Zugang zur Reisehistorie aller Verdachtsfälle. Personen mit hohem Risiko aufgrund ihres Reiseverhaltens wurden unter häusliche Quarantäne gestellt und mittels Mobiltelefon überwacht – bei Nichtbeachtung der Quarantäne drohen empfindliche Geldstrafen.

Die Regierung hatte früh umfangreiche Maßnahmen angekündigt. © Quelle: imago images/ZUMA Press
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Auch hierzulande hat das Robert-Koch-Institut bereits laut über das sogenannte Smartphone-Tracking von Infizierten nachgedacht – allerdings um mögliche Kontaktpersonen zu identifizieren. Voraussetzung dafür wäre allerdings, dass die Betroffenen ihre Daten freiwillig zur Verfügung stellen. Datenschützer hierzulande, wie der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Ulrich Kelber, sehen diese Form von Eingriff in die Privatsphäre allerdings äußerst kritisch: “Ein staatlich erzwungener Zugriff auf die Handydaten von Infizierten – wie er scheinbar aktuell in China praktiziert wird – wäre hier rechtlich gesehen mehr als problematisch”, sagte Kelber etwa dem “Tagesspiegel”.

Staatliche Maßnahmen finden breite Zustimmung

In Taiwan hingegen stoßen die staatlichen Maßnahmen und die damit einhergehende umfangreiche Aufklärung der Gesellschaft durch Gesundheitsbehörden Umfragen zufolge auf eine recht breite Zustimmung innerhalb der Gesellschaft, berichtet der “Tagesspiegel” weiter. Wohl auch deshalb ist eine Panik, wie sie sich hierzulande durch Hamsterkäufe und übertriebene Hygienemaßnahmen abzeichnet, in Taiwan bislang ausgeblieben.

Atemschutzmasken frühzeitig rationiert

Dort wurde der Verkauf von Atemschutzmasken etwa bereits frühzeitig rationiert. Eine Ausgabe fand nur über die Apotheken statt, zeitgleich sei die Produktion eben jener Masken und von Desinfektionsmitteln frühzeitig hochgefahren worden. Auch größere Auswirkungen auf die Wirtschaft sind bislang nicht verzeichnet.

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Trotz der erfolgreichen Eindämmung des Virus finden die taiwanesischen Maßnahmen im Rest der Welt – etwa bei der WHO oder im benachbarten China – kaum Anklang. So durften laut “Tagesspiegel” taiwanesische Fachleute, trotz der rasanten Ausbreitung des Virus, bislang nur einmal an einem Fachforum zum Thema teilnehmen. Als möglicher Grund dafür wird die “Ein-China-Politik” genannt, wonach das demokratische Taiwan auf Betreiben Chinas nicht als eigener Staat, sondern als Provinz Chinas gesehen wird.

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