Coronavirus in Hamburger Klinik: Sind Kinder besonders gefährdet?

  • Ein Kinder- und Jugendarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat sich mit Covid-19 infiziert.
  • Unter den isolierten Kontaktpersonen befinden sich auch Kinder und Säuglinge.
  • Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zur Ansteckung mit dem Coronavirus.
Michèle Förster
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Die Zahl der in Deutschland am Coronavirus erkrankten Personen ist mittlerweile auf über 50 gestiegen (Stand: 28. Februar 2020). In Hamburg hat sich ein Mitarbeiter des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) infiziert – die erste nachgewiesene Infektion mit Covid-19 in Hamburg. Bei dem Erkrankten handelt es sich um einen Arzt der Kindermedizin am UKE. Er und etwa 50 seiner engen Kontaktpersonen befinden sich in häuslicher Quarantäne, darunter Säuglinge und Kleinkinder.

Bei vielen Eltern löst die Infektion Unsicherheit aus. Sie fragen sich, ob die Gesundheit ihrer Kinder durch das sich ausbreitende Virus in Gefahr ist. Zählen Kinder zur Risikogruppe? Und wie können besorgte Eltern sich und ihre Familie schützen? Welche Gefahren vom neuartigen Coronavirus ausgehen, weiß die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Zählen Kinder zur Risikogruppe?

Nach aktuellen Stand können sich zwar auch Kinder mit dem Virus infizieren, sind aber kaum von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen. Anhand der Infektionszahlen gehen Experten derzeit sogar davon aus, dass Kinder weniger gefährdet sind als Erwachsene. “Die besondere Risikogruppe sind ältere Menschen – und es gibt eine Betonung auf das männliche Geschlecht”, erklärt Virologe Christian Drosten gegenüber dem Bayrischen Rundfunk.

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Sind Kinder und Schwangere besonders gefährdet?

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Die chinesischen Behörden haben in der Altersgruppe von null bis neun Jahren derzeit etwa 400 Fälle des Coronavirus gemeldet. Gemessen an der Gesamtzahl der an Covid-19 erkrankten Personen in China, derzeit sind es knapp 79.000, ist der Anteil der infizierten Kinder verschwindend gering. Ein Todesfall wurde in der Altersgruppe bislang nicht bestätigt. Bei den chinesischen Jugendlichen bis 19 Jahre wurden knapp 550 Infizierungsfälle sowie ein Todesfall gemeldet.

“Derzeit sieht es so aus, als wäre eine Covid-19-Erkrankung für Kinder nicht schlimmer und vielleicht sogar weniger schlimm als eine Influenza”, erklärte deshalb der Infektologe Johannes Hübner gegenüber dem “Tagesspiegel”.

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Anfang Februar wurde bekannt, dass Schwangere, die am Coronavirus erkrankt sind, den Erreger auch an ihr Baby weitergeben können. Auf der Säuglingsstation des Kinderkrankenhauses Wuhan wurde einige Stunden nach der Geburt bei einem Säugling eine solche Infektion festgestellt. Schwangere Frauen zählen, obwohl sich ihr Immunsystem in einem Ausnahmezustand befindet, laut WHO nicht zur Risikogruppe.

Wie schützen Sie sich und Ihre Familie vor einer Ansteckung?

Das Coronavirus wird in den meisten Fällen durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Da 80 Prozent aller Infektionskrankheiten über die Hände verbreitet werden, sollten Sie derzeit auf eine umfassende Handhygiene achten, raten die Behörden. Waschen Sie Ihre Hände gründlich – und mindestens 20 Sekunden lang – mit Seife. Wer sich die Hände zusätzlich desinfizieren möchte, sollte darauf achten, dass es als “viruzid” gekennzeichnet ist und sich zur Abtötung von Viren eignet.

Bei einigen Patienten wurden die neuartigen Coronaviren auch im Stuhl nachgewiesen. Ob sich das Virus jedoch auch durch eine Schmierinfektion übertragen kann, ist laut Robert-Koch-Institut bislang nicht geklärt.

Meiden Sie nach Möglichkeit den Kontakt zu erkrankten Personen und große Menschenansammlungen. Halten Sie einen Abstand von einem Meter zu niesenden oder hustenden Personen. Husten und niesen Sie nur in die Armbeuge, nicht in die Hände und vermeiden Sie es, das Gesicht zu berühren. Ein Mundschutz zum Schutz vor einer Infektion wird von den Experten als nicht sinnvoll erachtet. Stattdessen dient der Mundschutz eigentlich Erkrankten dazu, andere Menschen nicht anzustecken.


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