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Coronavirus: In Berlin dürfen Fahrgäste nicht mehr vorn beim Busfahrer einsteigen

  • Die Bundeshauptstadt ergreift zur Eindämmung des Coronavirus drastischere Maßnahmen
  • Neben der Kultur sind nun alle größeren Veranstaltungen befristet verboten - und die Gastronomie macht sich sorgen.
  • Neu ist in Berlin auch eine spezielle Maßnahme: In Bussen dürfen Fahrgäste nicht mehr vorne beim Busfahrer einsteigen.
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Berlin. Das Coronavirus verändert zunehmend den Alltag in Deutschland. Um eine Ausbreitung weiter einzudämmen, wurden deutschlandweit größere Veranstaltungen und Versammlungen bis zum Ende der Osterferien verboten. Auch der Start ins Sommersemester wurde an einigen Universitäten, unter anderem Berlin, zunächst um eine Woche auf den 20. April verschoben. Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 für Senioren zu verringern, hat Frankreich Besuche in staatlichen Altersheimen und Pflegeeinrichtungen verboten. Auch Berlin hat eine spezielle Maßnahme angeordnet.

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Busfahren: Nicht mehr beim Fahrer einsteigen

Und dann gibt es Maßnahmen, die auf den ersten Blick absurd erscheinen. Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus dürfen Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ab Donnerstag in Bussen nur noch hinten einsteigen. Die BVG sperren die vordere Tür in den Bussen und möchten damit die Fahrer und auch Gäste vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen.

Wer ein Ticket braucht, soll dies ab dann nicht mehr beim Fahrer, sondern am Automaten oder elektronisch kaufen. Zwischen den ersten Sitzen und der Fahrerkabine werde in den Bussen zudem ein Flatterband als Absperrung gespannt, sagte ein BVG-Sprecher. Die Viren müssen vorerst hinten sitzen.

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RKI: “Wir müssen Abstand zwischen die Menschen bringen”

Berlins Amtsärzten geht das alles noch nicht weit genug. In einem Schreiben an die Gesundheitssenatorin fordern sie, sämtliche Sport- und Kulturveranstaltungen ab sofort nicht mehr stattfinden zu lassen, bestätigte Reinickendorfs Amtsarzt Patrick Larscheid einen Bericht des rbb. Das gelte auch für Veranstaltungen in Clubs.

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Das Robert Koch-Institut appellierte am Mittwoch an die Eigenverantwortung. Der Verzicht auf Großveranstaltungen reiche nicht aus. Die Menschen müssten sich auch überlegen, ob sie kleinere Veranstaltungen, etwa in Gaststätten oder im privaten Bereich, noch besuchen wollten – insbesondere wenn es dort noch enger oder schlechter belüftet sei. “Wir müssen Abstand zwischen die Menschen bringen, damit es nicht zu Übertragungen kommt”, sagte Vizepräsident Lars Schaade.

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Coronavirus: Diese Maßnahmen schützen mich
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Um eine zweite Ansteckungswelle in Deutschland zu vermeiden, sind einige Verhaltens- und Hygieneregeln zu beachten.  © RND

Berlin: Menschen zwischen 20 und 49 Jahren am häufigsten infiziert

Die Zahl der nachgewiesenen Coronavirus-Fälle in Berlin hat im Vergleich zum Vortag einen Sprung gemacht. Bis Mittwochnachmittag zählte die Gesundheitsverwaltung 81 Infektionen. Am Dienstag waren 58 Menschen in der Hauptstadt mit Sars-CoV-2 infiziert. Die meisten Betroffenen kommen aus Charlottenburg-Wilmersdorf (15) und Friedrichshain-Kreuzberg (12).

Angesteckt haben sich bislang besonders Menschen zwischen 20 und 49 Jahren. Die meisten sind in häuslicher Quarantäne, da sie wenige oder gar keine Symptome haben. Nur fünf Patienten sind bisher nach der Infektion in Kliniken gekommen. Als besondere Risikogruppe gelten weltweit ältere Menschen. In Berlin sind bisher lediglich vier Fälle bei Menschen über 60 Jahren erfasst. Im Vergleich zu Nordrhein-Westfalen mit mehr als 480 Betroffenen liegen die Fallzahlen in der Hauptstadt insgesamt noch eher niedrig.

Wichtige Schwerpunkte, die nun wegfallen

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Berlins Gastgewerbe sieht die neuen Verbote jetzt schon als harte Nuss. "Das ist ein weiterer Schritt, der Hotels und Gastronomen extrem weh tun wird", sagte der Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststätten-Landesverbands Dehoga Berlin, am Mittwoch auf Anfrage. Er könne die Politik verstehen, "die natürlich den Schutz der Bevölkerung im Auge haben muss". Allerdings seien Sport und Kultur für den Tourismus zwei wichtige Schwerpunkte. Immer mehr Betriebe meldeten große Liquiditätsprobleme an den Verband.

Der Senat prüfe mögliche Hilfen für Betroffene, sagte Müller. Es müsse dabei aber nicht nur um die Kultur-, Kreativ- oder Clubszene, sondern um die gesamte Wirtschaft in der Stadt gehen. "Wir werden uns dieser Verpflichtung stellen und die Berliner Wirtschaft auch unterstützen. Aber das sind endliche Möglichkeiten, die wir haben." Auch der Bund müsse hier unterstützen, damit vor allem kleinere und mittlere Unternehmen über diese schwierigen Wochen und Monate kämen.

Berliner Tourismusverband bleibt gelassen

Die Berliner Tourismus- und Kongressgesellschaft sieht die Lage nicht ganz so schwarz. “Das wird den Tourismus dämpfen, aber Berlin ist weiter gut gebucht, auch über Osten”, sagte Geschäftsführer Burkhard Kieker auf Anfrage. Als multizentrische Stadt mit viel Wasser und Grün habe Berlin weiter viel zu bieten – vor allem Platz. Selbst wenn Kongresse abgesagt würden, Privatreisende kämen bisher weiterhin. Auch im Sommer werde der Deutschland-Tourismus profitieren, da weniger Buchungen ins Ausland gingen, sagte Kieker. “Viele Menschen möchten eher in Deutschland bleiben und auch ein deutsches Krankenhaus in der Nähe haben.”

RND/dpa/ame

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