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Coronavirus-Fall in Bayern: Mann steckte sich bei Kollegin aus China an

  • In Bayern hat sich ein Mann mit dem Coronavirus infiziert.
  • Offenbar steckte er sich bei einem Gast aus China an.
  • Der Patient ist isoliert und steht unter Beobachtung.
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Der Coronavirus-Fall sei den Behörden seit 20.30 Uhr am Montag bekannt, bestätigten Vertreter des bayrischen Gesundheitsministeriums bei einer Pressekonferenz am Dienstagvormittag. Es handele sich um einen 33-jährigen Mann aus Landsberg am Lech, der bei der Firma Webasto im Landkreis Starnberg arbeitet. Am vergangenen Dienstag habe er an einem Meeting in Starnberg teilgenommen. Die Schulungsleiterin war eine mit dem Coronavirus infizierte Chinesin, die sich seit dem 19. Januar in Deutschland aufhielt.

Die Firma unterhalte Zweigwerke in China. Die Mitarbeiterin stamme zwar aus Shanghai, habe aber einige Tage zuvor, am 16. Januar, Besuch von Eltern aus der Region Wuhan bekommen. Die Chinesin sei am 23. Januar wieder zurückgeflogen nach China. Schon auf dem Heimflug habe sie sich "grippig" gefühlt. In China dann habe sie sich in ärztliche Behandlung begeben. Ein Test auf das Coronavirus sei positiv ausgefallen. Die Firma wurde am 27. Januar in Deutschland informiert, auch das zuständige Gesundheitsamt und die Mitarbeiter, die mit der Chinesin Kontakt hatten.

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Coronavirus erreicht Deutschland: Erster Fall in Bayern bestätigt
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Der erste Coronavirus-Patient in Deutschland wurde bestätigt: Er hatte sich bei einem chinesischen Gast seiner Firma angesteckt.  © dpa
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Coronavirus-Fall in Bayern: Dem Patienten geht es gut

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Schnell erklärt: Das Coronavirus
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In China breitet sich die von einem bislang unbekannten Virus verursachte Lungenkrankheit weiter aus, und die Suche nach einem Heilmittel läuft.  © AFP

Ein Mitarbeiter der Schulung erklärte daraufhin, er habe sich am Wochenende, 25. und 26. Januar, ebenfalls bereits "grippig" gefühlt mit Symptomen einer Bronchitis. Am Montag ging es ihm wohl besser, weswegen er wieder zur Arbeit ging. Allerdings habe sich ein Test auf das Coronavirus empfohlen, weil er sowohl klinische Symptome der neuartigen Lungenkrankheit hatte und zudem Kontakt mit einer Infizierten. Eine Diagnostik wurde am Montagnachmittag vorgenommen. Abends lag dann ein positives Ergebnis vor.

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Behandelnder Arzt: "Dem Patienten geht es sehr gut"

„Dem Patienten geht es sehr gut, er ist fieberfrei und hat keine Atemwegssymptomatik mehr", sagte Prof. Clemens Wendtner, Chefarzt der Münchner Klinik, während der Pressekonferenz am Dienstagvormittag. Er sei wach, ansprechbar und außer Lebensgefahr. Der Mann werde nicht auf einer Sonderisolierstation des Krankenhauses behandelt, sondern auf der normalen Isolierstation in einem Zimmer mit Schleuse.

Das medizinische Personal sei verkittelt, trage Mundschutz und eine Atemschutzmaske. Es bestehe keinerlei Gefahr für Mitpatienten, sagte Wendtner. Der Patient sei isoliert in einem Schleusenzimmer untergebracht. „Wir sehen auch alle anderen Kliniken in der Pflicht, potenzielle Patienten in einem Schleusenzimmer zu isolieren.“

Coronavirus-Fall in Bayern: Bisher keine Hinweise auf weitere Infizierte

Von zentraler Bedeutung sei laut den Behörden jetzt die Kontaktpersonen-Ermittlung. Das müsse jetzt rasch im Laufe des Tages passieren. Die bayerischen Behörden überprüfen auch einen Kindergarten. Der 33 Jahre alte Patient stamme aus dem Landkreis Landsberg am Lech und habe Kinder in dem Kindergarten. „Natürlich denken wir an Kinder und auch an die Kindergärten“, sagte Andreas Zapf, Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

Rund 40 engere Kontaktpersonen würden beobachtet, aber erst getestet, wenn sie Symptome zeigen. Engen Kontakt mit dem Infizierten und auch der chinesischen Schulungsleiterin könnten Mitarbeiter in der Firma, aber auch die Familie gehabt haben. Nach dem jetzigen Kenntnisstand seien keine weiteren Infizierten ermittelt worden. Es sei aber nicht auszuschließen, dass weitere Kontaktpersonen infiziert sind.

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Neue Erkenntnisse über Ansteckungswege durch Coronavirus?

Der erste bestätigte Coronavirus-Fall in Deutschland liefert nach Ansicht der bayerischen Gesundheitsbehörden neue Erkenntnisse über die Ansteckungswege der Lungenkrankheit. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) habe sich der 33 Jahre alte Mann bei der Chinesin angesteckt, obwohl diese zu dem Zeitpunkt noch keine Symptome der Krankheit zeigte. „Das ist neu, dass wir das so wissen“, sagte der Leiter der Taskforce Infektiologie, Martin Hoch. Die Behörden müssten aber noch mit der Chinesin sprechen, um das zu bestätigen.

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RND/sbu/ dpa

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