Coronavirus: Mehr Ärzte und Helfer infizieren sich mit Covid-19

  • Mindestens sechs Helfer sind im Kampf gegen das Coronavirus gestorben, melden chinesische Medien.
  • Immer mehr Ärzte und Mediziner stecken sich mit der Lungenkrankheit Covid-19 an.
  • Die Weltgesundheitsorganisation warnt davor, dass die Schutzausrüstung knapp wird.
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Peking. Im Kampf gegen das neuartige Coronavirus haben sich bislang mehr als 1700 medizinische Helfer wie Ärzte und Krankenhauspersonal angesteckt. Das berichtete am Freitag der chinesische Staatssender CCTV. Mehrere Personen sind bereits gestorben. Laut Medienbericht kamen mindestens sechs Helfer ums Leben.

Der überwiegende Teil der Betroffenen war demnach in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei im Einsatz, wo das Virus ursprünglich in der Stadt Wuhan ausgebrochen war. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten Infektionen in China liegt mittlerweile bei fast 64.000 (Stand 14. Februar), die der Todesfälle bei fast 1400. Allerdings gehen Experten von einer sehr hohen Dunkelziffer aus.

Masken und Anzüge: Mangel an Corona-Schutzausrüstung

Weltweite Aufmerksamkeit hatte der Tod des chinesischen Augenarztes Li Wenliang Anfang Februar. Der Mediziner war einer der ersten, der bereits im Dezember vor einem Ausbruch der gefährlichen Covid-19-Lungenkrankheit warnte. Nur wenige Monate später erlag er den Sars-CoV-2-Viren. Dr. Li Wenliang habe sich während seiner Arbeit im Kampf gegen die Epidemie leider mit Coronavirus infiziert, bestätigte das Zentrale Krankenhaus Wuhan chinesischen Medien. Der Arzt sei am 7. Februar um 2.58 Uhr nach erfolglosen Wiederbelebungsversuchen verstorben.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte bereits davor, dass der Kampf gegen das Coronavirus zu einem weltweiten Engpass an Schutzkleidung führen könne. „Wir schicken Tests, Masken, Handschuhe, Atemschutz und Kittel in alle Regionen der Welt, aber die Welt blickt einem chronischen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung entgegen, wie Sie sich vielleicht vorstellen können“, sagte der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am vergangenen Freitag.

Der Bedarf an einer Schutzausrüstung sei 100 Mal höher und die Preise teilweise 20 Mal höher als gewöhnlich. Aufgrund des Engpasses müsse nun darauf geachtet werden, dass die richtigen Menschen das Equipment erhielten. „An erster Stelle stehen dabei die Ärzte und Pfleger, danach folgen Verwandte und Freunde, die Kranken helfen“, erklärte Tedros.

RND/ sbu/ dpa