Covid-19: Asthmatiker sind keine Risikogruppe

  • Asthmatiker galten bisher als besonders gefährdet, wenn es um eine Corona-Infektion ging.
  • Diese Angst scheint sich einer Studie der University of California zufolge nicht zu bewahrheiten.
  • Da Asthmatiker oft weniger ACE2-Rezeptoren besitzen, kann sich das Virus eventuell sogar schwerer bei ihnen festsetzen.
Talisa Moser
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Viele Asthmatiker fürchten durch ihre Erkrankung einen schwereren Covid-19-Verlauf, sollten sie sich mit dem Coronavirus infizieren. Studien haben nun gezeigt, dass Asthma-Patienten nicht besonders gefährdet sind. Darüber hat der Tagesspiegel berichtet.

Anzahl der eingeschleusten Moleküle bestimmt den Verlauf

Bei einer Infektion mit Covid-19 gelangen die Viren in den menschlichen Kreislauf und treffen auf das Angiotensin-konvertierende Enzym 2 (ACE2). Dort docken die Coronaviren an und die Erbsubstanz des Virus gelangt in den Organismus. Die Krankheit nimmt ihren Lauf.

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Je weniger Viren den Körper befallen, desto milder verläuft die Erkrankung. Dies hängt nicht nur davon ab, wie viele Viren über die Schleimhäute aufgenommen werden, sondern auch davon, wie viele Moleküle von den Viren dann auch eingeschleust werden.

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Asthmatiker haben weniger ACE2-Rezeptoren

Dass ausgerechnet Asthmatiker weniger ACE2-Rezeptoren zu haben scheinen, bedeutet eine große Erleichterung für viele Erkrankte. Ein Forschungsteam um Michael Peters der University of California berichtet im ATS Journal von einer von ihnen durchgeführten Studie, in der eine große Gruppe von Asthmapatienten untersucht wurde, um anhand der beiden Rezeptoren Untergruppen zu finden.

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Patienten, die ihr Asthma mit Kortison-Sprays zum Einatmen behandeln, haben laut den Forschern weniger ACE2-Enzyme. Außerdem fand das Team heraus heraus, dass demographische Merkmale wie männliches Geschlecht und afrikanische Abstammung sowie Diabetes oder Bluthochdruck als Vorerkrankungen die ACE2-Werte beeinflussen. „Das könnte erklären, warum diese Merkmale mit schweren Covid-19-Erkrankungen assoziiert sind“, sagte Michael Peters gegenüber dem Tagesspiegel.

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Schwere Verläufe könnten verhindert werden

Die Erkenntnis, welche die Studie brachte, war wohl eher ein Zufallsfund. Sie bietet zwar keinen Beweis dafür, dass entzündungshemmende Kortikosteroide vor einer Corona-Infektion schützen. Es ist jedoch möglich, dass schwere Verläufe der Covid-19-Erkrankung verhindert werden.

Epidemiologische Studien aus China und Europa deuten laut Tagesspiegel ebenfalls darauf hin, dass Asthmatiker, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, relativ selten im Krankenhaus behandelt werden müssen.

Der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) empfiehlt den Patienten dringend, nicht auf inhalative Medikamente zu verzichten, sondern die Dosis nach Vorgabe des behandelnden Arztes/Pneumologen bei Verschlechterung entsprechend anzupassen.

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