Lungenkrankheit: 473 neue Coronavirus-Fälle – jetzt 17 Tote

  • Die Lungenkrankheit aus China greift weiter um sich: Das Coronavirus wurde erstmals auf einem anderen Kontinent, in den USA, nachgewiesen.
  • Nach Angaben der nationalen Gesundheitskommission haben sich bislang 440 Menschen angesteckt.
  • Neun Menschen haben die Viren bereits das Leben gekostet (Stand: 22.01.2020).
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Peking. Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist sprunghaft auf 17 gestiegen. Mit gut 150 Nachweisen binnen eines Tages nahm auch die Zahl erfasster Virus-Infektionen stark zu. Bis zum Abend (Ortszeit) waren 473 nachweislich mit dem Coronavirus Erkrankte erfasst. Allein am Mittwoch stieg die Zahl der Toten von bisher 6 auf 17, wie die Regierung der Provinz Hubei in der schwer betroffenen Metropole Wuhan berichtete. Auch außerhalb Chinas wurden weitere Infektionen bekannt. Erstmals wurde ein Fall in den USA gemeldet (Stand: 22.01.2020).

Demnach entsprechen die Zahlen dem Stand von Dienstagmitternacht (Ortszeit). Sämtliche Todesfälle traten in Wuhan in der Provinz Hubei auf. Aus der Stadt waren im Dezember die ersten Erkrankungen gemeldet worden. Das Virus hat inzwischen das Ausland erreicht. In Japan und Südkorea gebe es jeweils einen bestätigten Fall, in Thailand drei, sagte Li. Am Dienstag wurde jeweils eine Infektion in Taiwan und in den USA dokumentiert.

Nach Thailand, China, Japan, Südkorea und Taiwan: Das Coronavirus in den USA

Wie die amerikanischen Gesundheitsbehörden bestätigten, wurde das Virus bei einem US-Bürger diagnostiziert, der von einer Reise nach Zentralchina zurückgekehrt war. Der Mann in den 30er Jahren sei vergangene Woche aus der Stadt Wuhan in der Nähe von Seattle im Staat Washington eingetroffen. Bei der Ankunft auf dem Flughafen Seattle-Tacoma habe er noch keine Symptome gehabt. Am Sonntag habe er sich dann aber krank gefühlt und sei zum Arzt gegangen.

Der Patient sei nun in einem Krankenhaus in Everett bei Seattle und werde nicht als Gefahr für Krankenhausmitarbeiter und Öffentlichkeit betrachtet, sagten Behördensprecher. „Der Herr ist derzeit sehr gesund“, sagte Ärztin Nancy Messonier. Der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, warnte vor Panikmache.

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Neues Coronavirus: Eine Gefahr für Europa?
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Die Zahl der Erkrankungen und Todesfälle durch das neuartige Coronavirus nimmt zu – nicht nur in China: Doch wie gefährlich ist es wirklich?  © AFP

US-Gesundheitsbeamte begannen bereits ab Ende vergangener Woche, anreisende Passagiere aus Wuhan an drei Flughäfen in New York City, San Francisco und Los Angeles auf Symptome zu überprüfen. Für Chicagos O'Hare Airport und Atlanta sind ebenfalls Checks geplant. Außerdem sollen Passagiere aus Wuhan nun bald nur noch über einen der genannten US-Flughäfen einreisen können.

Coronavirus könnte von Mensch zu Mensch übertragen werden

Das Virus kann Husten, Fieber, Atembeschwerden und Lungenentzündung auslösen. Es wurde Gesundheitsexperten zufolge von Tieren auf Menschen übertragen; diese Woche teilten chinesische Gesundheitsbeamte mit, es könne auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

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Schnell erklärt: Das Coronavirus
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In China breitet sich die von einem bislang unbekannten Virus verursachte Lungenkrankheit weiter aus, und die Suche nach einem Heilmittel läuft.  © AFP

Die chinesische Regierung will ein ähnliches Szenario wie bei der Sars-Pandemie von 2002 und 2003 verhindern. Damals hatte sich die ebenfalls durch ein Coronavirus verursachte Atemwegserkrankung von Südchina aus auf mehr als zwei Dutzend Länder ausgebreitet. Mehr als 800 Menschen starben.

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Coronavirus erreicht USA: Wie geht es weiter?

Sorgen vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus befeuert nun die aktuelle Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest. Millionen Chinesen sind in diesen Tage quer durch das Land unterwegs oder reisen zu Angehörigen im Ausland, um gemeinsam den Start des neuen Jahres nach dem Mondkalender zu feiern.

Gleichwohl weisen Behördenvertreter darauf hin, dass es noch zu früh sei, das neue Virus im Hinblick auf dessen Gefährlichkeit mit Sars oder Mers zu vergleichen. Den Anstieg der Fälle führen sie in erster Linie auf Verbesserungen bei Früherkennung und Kontrollmechanismen zurück.

In Nordkorea wurde aus Sorge vor dem Ausbruch in China vorübergehend die Grenze für ausländische Touristen geschlossen, wie der örtliche Reiseanbieter Young Pioneer Tours mitteilte. Das Ministerium für Wiedervereinigung in Seoul konnte dies zunächst nicht bestätigen.

Hinweis: Die Zahl der Todesopfer wurde am Nachmittag aktualisiert.

RND/AP