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Nach Coronakrise: Psychotherapeuten befürchten Welle von psychischen Erkrankungen

  • Depressionen, Einsamkeit, Ängste: Durch die Corona-Maßnahmen können viele psychisch Kranke aktuell nicht ausreichend versorgt werden.
  • Probleme gibt es obendrein in der videobasierten Therapie. Das muss sich ändern, fordert das Deutsche Psychotherapeuten-Netzwerk.
  • Sonst gebe es nach der Krise zwar körperlich gesunde, dafür aber deutlich mehr gemütskranke Menschen.
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Bonn. Psychotherapeuten befürchten durch Versorgungsengpässe in der Corona-Krise eine Welle psychischer Erkrankungen. Psychisch Kranke, Einsame, alte Menschen, Familien und Kinder - viele seien durch die Belastungen der Corona-Maßnahmen am Ende ihrer Kräfte, teilte das Deutsche Psychotherapeuten-Netzwerk (DPNW) am Montag mit. Während ein größeres Behandlungsangebot notwendig sei, falle etwa die Hälfte aller Therapien bei den niedergelassenen Psychotherapeuten aus: Gruppentherapien und Einzelsitzungen seien nicht mehr möglich, und viele Patienten und Therapeuten gehörten der Risikogruppe an.

Die psychischen Folgen durch das Virus müssten genauso ernst genommen werden wie die medizinischen Herausforderungen, appellierte der Vorsitzende des Berufsverbands Dieter Adler an die Politik: “Machen sie jetzt den Weg frei für die maximale Versorgung mit psychischen Hilfsangeboten, damit wir nach der Krise nicht körperlich gesunde, aber gemütskranke Menschen in Deutschland haben.”

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Problem: Videobasierte Behandlung wird nicht immer bezahlt

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Helfen würde eine fernmündliche oder videobasierte Beratung. Diese werde aber nur in geringem Maße von den Krankenkassen bezahlt. Das müsse sofort geändert werden. Problematisch sei auch, dass Therapien in vielen Kliniken nicht beginnen könnten, weil Betten für Viruserkrankte frei gehalten würden.

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Psychotherapeuten gehen davon aus, dass einige Folgen auch erst nach der Krise sichtbar werden. Adler sagte: "Wenn die Normalität wieder Einzug hält, werden viele erst realisieren, was sie durch die Krise verloren haben. Darauf können wir die Menschen jetzt schon mit guter psychotherapeutischer Hilfe einstellen."

RND/dpa

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