Rückgang der Corona-Infektionszahlen: Forscher zweifeln Effizienz von Lockdowns und „Bundesnotbremse“ an

  • Wissenschaftler der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität sehen keinen „unmittelbaren Zusammenhang“ zwischen den Corona-Maßnahmen in Deutschland und einem Rückgang der Infektionszahlen.
  • In ihrem Bericht stellen die Forscher fest, dass weder Lockdowns noch die „Bundesnotbremse“ für sinkende Zahlen gesorgt hätten.
  • Allenfalls hätten sie diese Entwicklung positiv mit beeinflusst.
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Statistiker der Ludwig-Maximilians-Universität München zweifeln an der Effizienz der aktuellen und vergangenen Lockdownmaßnahmen in Deutschland. Das ist das Ergebnis ihres 16. Codag-Berichts zur epidemischen Lage. Darin zeigt das Forscherteam um die beiden Professoren Göran Kauermann und Helmut Küchenhoff auf, dass es zwischen den Einschränkungen der vergangenen sieben Monate und dem abflachenden Infektionsgeschehen keinen „unmittelbaren Zusammenhang“ gebe.

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So kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass „die ergriffenen Maßnahmen den Verlauf des Infektionsgeschehens durchaus positiv beeinflusst haben könnten, jedoch nicht allein ursächlich für den Rückgang verantwortlich sind“. Dafür hatten Kauermann und Küchenhoff über die gesamte Pandemie hinweg den jeweiligen Stand des R-Werts untersucht. Ergebnis: Ein unmittelbarer Nutzen der Maßnahmen wie Ausgangssperren, Schließungen von Schulen, Läden und Gastronomie ließe sich nicht erkennen.

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Weiter heißt es in dem Papier der Forscher, über das als erster der „Tagesspiegel“ berichtet hatte: „Bei den R-Werten, wie sie vom Robert Koch-Institut täglich bestimmt werden, ergibt sich seit September kein unmittelbarer Zusammenhang mit den getroffenen Maßnahmen (…) Von Anfang November 2020 bis Mitte April 2021 ist ein leichter Anstieg des R-Werts erkennbar, wobei dieser konstant im Mittel um den Wert 1 schwankt. Man erkennt dabei, dass der R-Wert bereits vor dem ‚Lockdown light‘ am 2. November 2020 sowie der Verschärfung am 16. Dezember 2020 sank, was somit auf eine Abschwächung des Infektionsgeschehens bereits vor den ergriffenen Maßnahmen hindeutet.“

RND/dk

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