Expertin: noch kein direkter Einfluss der Notbremse auf Corona-Lage

  • In einer Reihe von Städten und Kreisen greift seit dem 24. April die Corona-Notbremse mit verschärften Auflagen wie einer Ausgangssperre.
  • Untersuchungen zufolge sind die Menschen vorsichtiger und haben Respekt vor dem Geschehen.
  • Macht sich das schon bei den Infektionszahlen bemerkbar?
Anzeige
Anzeige

Die verlangsamte Entwicklung der dritten Corona-Welle in Deutschland ist aus Sicht einer Expertin nicht unmittelbar mit der Corona-Notbremse zu erklären. „Die Notbremse kann diese Zahlen noch nicht direkt beeinflusst haben, dafür ist sie noch nicht lang genug in Kraft“, erklärte die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie, Eva Grill, auf dpa-Anfrage. Untersuchungen wiesen aber darauf hin, dass die Menschen vorsichtig sind und Respekt vor dem Geschehen haben. „Es ist möglich, dass schon die Diskussion über die Notbremse und die Situation in den Krankenhäusern dazu beigetragen hat.“

Trotz positiver Aussichten ist Vorsicht geboten

Gleichzeitig hätten die Impfungen jetzt stark Fahrt aufgenommen, „vielleicht sehen wir hier schon Effekte“, sagt Grill. Ob auch Schnelltests beigetragen haben, sei völlig unklar. „Nach wie vor ist Vorsicht angebracht, aber ich bin optimistisch“, erklärte Grill mit Blick auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens. Auf Intensivstationen liegen laut dem Tagesreport des Robert Koch-Instituts (RKI) mit Daten des Divi-Intensivregisters 5011 an Covid-19 erkrankte Patienten, 18 weniger als am Vortag.

Anzeige

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI binnen eines Tages 9160 Corona-Neuinfektionen und 84 neue Todesfälle gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Montagmorgen hervor (Stand: 5.05 Uhr. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich). Montags sind die gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11.907 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 60 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Notbremse greift seit dem 24. April automatisch in Kreisen und Städten, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von 100 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschreiten. Dann dürfen Menschen ab 22 Uhr die eigene Wohnung in der Regel nicht mehr verlassen. Alleine spazieren gehen und joggen sind bis Mitternacht erlaubt und es darf sich höchstens noch ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen, wobei Kinder bis 14 Jahre ausgenommen sind.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen