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Inzidenzen zwischen 1300 und 47: Die Corona-Extreme in Deutschland

  • Bei den Corona-Zahlen gibt es in Deutschland teils gewaltige regionale Unterschiede.
  • Besonders hohe Inzidenzen verzeichnen etwa Bayern und Sachsen – vor allem bei Ungeimpften.
  • Thüringen liegt bei der Hospitalisierungsrate gut 3,5-mal über den Bundesdurchschnitt.
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Das Coronavirus hat Deutschland fest im Griff, doch das Infektions­geschehen ist nicht überall gleich. Im Laufe der Pandemie hat das Robert Koch-Institut (RKI) immer wieder teils starke regionale Unterschiede hinsichtlich der Infektions- und Todes­zahlen sowie der Inzidenzen verzeichnet. Aktuell liegt die bundes­weite Sieben-Tage-Inzidenz bei einem Wert von über 300. Einige Landkreise und kreisfreie Städte liegen dabei unter dieser Zahl, andere dagegen deutlich darüber.

Die höchsten Sieben-Tage-Inzidenzen in Deutschland

Acht Landkreise registrieren derzeit nach Angaben des Covid-19-Dashboards des RKIs eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 1000, weitere stehen kurz vor der Überschreitung des Werts. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen hat aktuell mit einem Wert von 1362,4 die bundesweit höchste Inzidenz vor dem ebenfalls sächsischen Landkreis Meißen (1298,0) und dem bayrischen Landkreis Rottal-Inn (1280,8).

Unter anderem in Pirna in der Sächsischen Schweiz-Osterzgebirge musste die Bundeswehr wegen des starken Infektions­geschehens bei der Kontakt­verfolgung helfen. In Sachsen gilt zudem eine 2G-Regelung, wonach nur Geimpfte und Genesene Zugang zu Innen­gastronomie, Veranstaltungen, in Freizeit- und Kultur­einrichtungen, Clubs und Bars haben.

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Die Inzidenz unter Ungeimpften ist in Deutschland deutlich höher als die Inzidenz unter Geimpften. Das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel­sicherheit veröffentlicht jeden Donnerstag die Sieben-Tage-Inzidenz bei Ungeimpften und bei Geimpften in Bayern. Dabei ist der Unterschied zwischen den beiden Gruppen enorm: Die Sieben-Tage-Inzidenz unter Ungeimpften lag zuletzt bei 953,2 und war damit fast zehnmal so hoch wie der Wert bei Geimpften (97,6).

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Vor gut zwei Wochen (3. November) lag die Inzidenz bei den nicht geimpften Zwölf- bis 17-Jährigen bei 424 in Sachsen, bei den Geimpften lag der Wert bei 20 und war somit zwanzigmal niedriger, wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) unter Berufung auf unveröffentlichte Daten des Sozial­ministeriums berichtet.

Besonders hoch sind die Inzidenzen deutschlandweit zurzeit bei Kindern und Jugendlichen. In der Altersgruppe der Fünf- bis 14-Jährigen liegt laut RKI die Sieben-Tage-Inzidenz bei 633 – der höchste Wert im Alters­vergleich. Mancherorts ist es dabei zuletzt zu besonders großen Ausbrüchen unter den Jüngeren gekommen. Erst am Mittwoch (10. November) verzeichnete der Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg eine Inzidenz bei Kindern bis 14 Jahren von 2534 und damit einen der höchsten Werte in Deutschland, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtete.

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Die niedrigsten Sieben-Tage-Inzidenzen in Deutschland

Die niedrigsten Inzidenzwerte sind derzeit in Niedersachsen zu finden: Der Landkreis Wittmund verzeichnet laut RKI einen Tiefstwert von 47,1, der Landkreis Heidekreis (47,6) liegt nur knapp darüber und unter dem im Landkreis Aurich registrierten Wert von 58,4.

Wer in das Dashboard blickt, darf sich nicht von dem Landkreis Ludwigslust-Parchim irritieren lassen: Die Inzidenz wird zwar mit 0,0 angegeben, die tatsächliche Inzidenz liegt aber höher. Hintergrund ist, dass das elektronische Melde­system des Landkreises ausgefallen ist und Corona-Infektionen daher derzeit nicht auf dem üblichen Weg übermittelt werden können. Die Inzidenz lag zuletzt bei einem Wert von 160,0 am Mittwoch, 10. November.

Die höchsten und niedrigsten Hospitalisierungs­inzidenzen in Deutschland

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Die bundesweite Hospitalisierungs­rate, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner innerhalb von sieben Tagen, gab das RKI zuletzt am Montag mit 4,65 an. Deutlich über diesen Durchschnitts­wert liegt Thüringen mit einer Hospitalisierungs­inzidenz von 16,22. Das Bundesland hat damit die höchste Hospitalisierungs­inzidenz vor Sachsen-Anhalt (7,66) und Bayern (7,35).

Die niedrigste Hospitalisierungs­rate verzeichnet aktuell Hamburg mit einem Wert von 2. Niedersachsen (2,21) und das Saarland (2,44) liegen ebenfalls deutlich unter dem bundesweiten Wert.

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Die meisten und wenigsten Corona-Infektions­fälle in Deutschland

Mit fast 5000 Neuinfektionen binnen sieben Tage verzeichnet München (4981) laut RKI aktuell die meisten Corona-Fälle in Deutschland. Aufgrund der hohen Zahl an Einwohnerinnen und Einwohnern liegt die Inzidenz aber bei einem Wert von 334,7 und somit nur knapp über dem bundesweiten Durchschnitt. Mit einer Sieben-Tage-Fallzahl von 3568 registriert der Landkreis Bautzen die zweitmeisten Fälle. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge verzeichnet nicht nur die höchste Inzidenz, sondern liegt auch mit 3189 Neuinfektionen innerhalb einer Woche weit oben in der Liste der Landkreise mit den meisten Corona-Fällen.

Das Infektions­geschehen im Landkreis Wittmund ist auch hinsichtlich der Sieben-Tage-Fallzahl nicht mit dem Bundesschnitt vergleichbar. 27 Menschen haben sich hier nachweislich innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infiziert. Knapp über diesem Wert liegt Zweibrücken in Rheinland-Pfalz mit 31 Infizierten binnen sieben Tagen. Jedoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz des Stadtkreises mit 91,2 fast doppelt so hoch wie in Wittmund.

Die meisten und wenigsten Corona-Todesfälle in Deutschland

Thüringen verzeichnet derzeit in jeder Hinsicht hohe Corona-Zahlen. Mit einem Wert von 4,58 ist dabei auch die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern binnen sieben Tage extrem hoch. Das heißt, dass im Schnitt mehr als vier Menschen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern innerhalb einer Woche an oder mit Covid-19 gestorben sind. Das Bundesland weist somit laut RKI zusammen mit Sachsen (3,13) und Bayern (2,33) einen Wert auf, der über zwei liegt. Zum Vergleich: In Bremen (0,29) und Schleswig-Holstein (0,45) liegt die Zahl unter 0,5.

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