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Supermarkt, Theater oder Klassenzimmer? Hier ist das Infektionsrisiko in Innenräumen am größten

  • Der Corona-Lockdown wurde in Deutschland erneut verlängert.
  • Viele können die Maßnahmen nicht nachvollziehen – besonders, wenn Friseure oder Blumenläden bevorzugt werden.
  • Doch das Infektionsrisiko hängt eben auch von den Räumlichkeiten ab, wie Forscher in einer Studie herausgefunden haben.
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Bereits seit Längerem ist bekannt, dass das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, in geschlossenen Räumen erhöht ist. Masken und Abstand gelten weiterhin als sicherster Schutz vor einer Ansteckung, ebenso wie eine kurze Dauer des Aufenthalts. Doch auch die Art der Räumlichkeit kann die Ansteckungsgefahr beeinflussen – das haben Wissenschaftler der TU Berlin nun in einer Preprint-Studie untersucht.

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Ansteckungsgefahr bei Anwesenheit einer coronapositiven Person

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Grundlage für die Berechnung haben unterschiedliche Ausbrüche geboten, die die Forscher zum Vergleich herangezogen haben. Auf dieser Basis konnten sie ableiten, wie viel Luft eine Person pro Stunde Aufenthalt benötigt.

Für die Berechnung des Infektionsrisikos wurde außerdem davon ausgegangen, dass sich jeweils eine coronainfizierte Person im Raum befindet und sich alle Anwesenden an die allgemeinen AHA-Regeln und das korrekte Tragen einer Maske halten.

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Friseurbesuch ist deutlich weniger ansteckend als Essen im Restaurant

Das Risiko einer Ansteckung war dem Vergleich zufolge besonders von dem Tragen einer Maske, der Dauer des Aufenthalts und der Aktivität im Raum abhängig. So birgt der Besuch eines Theaters bei einer Saalbelegung von 30 Prozent nur ein halb so großes Risiko wie das Einkaufen mit Maske im Supermarkt, dort liegt der situationsbedingte R-Wert der Studie zufolge bei 1,0.

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Der Besuch eines Kinos bei 30-prozentiger Belegung birgt ebenfalls ein Risiko von 1,0, wenn die Besucher keine Maske tragen. In einem Mehrpersonenbüro ist das Risiko, sich bei einer halben Belegung ohne Maske zu infizieren, achtmal so hoch, bei 8,0.

Friseursalons sollen Anfang März früher öffnen als andere Dienstleister, was in den vergangenen Tagen zu heftigen Diskussionen geführt hat. Auch dafür wurde beispielhaft das Infektionsrisiko ermittelt – es ist mit 0,6 vergleichsweise sogar sehr niedrig. Zum Vergleich: In einem Restaurant mit einer Belegung von 50 Prozent könnte eine infizierte Person 23 weitere anstecken.

Ergebnisse könnten Öffnungen von Händlern beeinflussen

Die Ergebnisse der Forscher wurden bisher noch nicht von anderen Fachkollegen überprüft. Trotzdem könnten sie wegweisend für die Entscheidungen werden, wann welche Einrichtung hierzulande wieder öffnen kann.

RND/tmo

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