Erfolge in Deutschland, Brennpunkt Brasilien: Wie das Coronavirus die Welt trennt

  • In Deutschland ist die Sieben-Tage-Inzidenz jüngst auf den niedrigsten Wert seit knapp zehn Monaten gesunken.
  • Doch beispielsweise in Brasilien und Russland wütet das Virus weiter.
  • Indes haben Länder, die die Pandemie scheinbar im Griff hatten, nun mit der Ausbreitung der Delta-Variante zu kämpfen.
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Nach monatelangem Corona-Lockdown können sich Menschen in Deutschland wieder auf mehr Aktivitäten und mehr Miteinander freuen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bundesweit am Sonntag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 8,8 – so niedrig war der Wert zuletzt Ende August vergangenen Jahres. Wegen sinkender Corona-Zahlen lockern auch Länder wie Italien und Spanien die Beschränkungen zum Gesundheitsschutz weiter. Doch während einige Länder im Kampf gegen die Pandemie endlich Erfolge erzielen konnten, wütet das Coronavirus in anderen Teilen der Welt weiter.

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Lockerungen in vielen Ländern Europas – Einreise erleichtert

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Die Corona-Zahlen fallen, und die Impfkampagne läuft weiter auf Hochtouren: In vielen Ländern Europas hat sich die Corona-Lage entspannt. Italien registrierte am Freitag knapp 1150 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden sowie 35 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Zum Vergleich: Ende März meldete das 60-Millionen-Einwohner-Land nach Angaben der Johns Hopkins University (JHU) in Baltimore in den USA noch über 24.000 Fälle binnen eines Tages.

Auch in Spanien hat sich das Infektionsgeschehen spürbar beruhigt. Wurden im Januar noch über 90.000 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden registriert, verzeichnete der einstige Corona-Hotspot laut JHU am Freitag 4214 neue Fälle binnen eines Tages. Diese positive Entwicklung erleichtert auch die Einreise in viele Länder Europas: So haben sich die EU-Länder darauf geeinigt, Reisebedingungen koordiniert zu lockern.

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Delta-Variante breitet sich aus: Zahlen steigen in Großbritannien und Portugal

Trotz aller Freude über die Lockerungen wächst die Sorge vor der ansteckenderen Delta-Variante. Im Vereinigten Königreich hatte die ansteckende Delta-Variante innerhalb weniger Wochen trotz fortgeschrittener Impfquoten die Vorherrschaft übernommen. Die Inzidenzen stiegen wieder von 20 auf 70, und die zuerst in Indien entdeckte Variante ist bereits für 90 Prozent der Ansteckungen verantwortlich. Lockerungen wurden deshalb gestoppt.

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In Lissabon wurde wegen einer besorgniserregenden Ausbreitung der Delta-Variante sogar eine zweieinhalbtägige Corona-Abriegelung der Hauptstadt Portugals angeordnet. Dabei hatte Portugal im Winter erfolgreich gegen Corona gekämpft und im Frühjahr zeitweilig mit die niedrigsten Werte Europas aufgewiesen. Der Corona-Notstand war deshalb am 1. Mai nach fünfeinhalb Monaten zu Ende gegangen. Die 14-Tage-Inzidenz stieg zuletzt jedoch nach Angaben der EU-Behörde ECDC in wenigen Wochen von 55 auf 87.

Brasilien und Russland: Steigende Fallzahlen, schleppende Impfkampagnen

Indes haben andere Länder das Coronavirus noch längst nicht unter Kontrolle. In Brasilien kommen jeden Tag immer noch rund 80.000 neue Infektionsfälle hinzu. Als zweites Land der Welt hat Brasilien die traurige Marke von über einer halben Million Corona-Tote erreicht. Bislang gibt es nur in den Vereinigten Staaten mit knapp 602.000 Opfern mehr Corona-Todesfälle – jedoch verzeichnet die USA mit knapp über 10.000 neuen Fällen am Dienstag deutlich weniger Infektionen als das größte Land Lateinamerikas. Im Corona-Brennpunkt Brasilien sind am Samstag Tausende Menschen gegen die Corona-Politik des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro auf die Straßen gegangen: Sie reagierten unter anderem auf die schleppend laufende Impfkampagne und forderten mehr Impfungen.

Auch in Russland steigen die Corona-Neuinfektionen weiter – vor allem in Moskau. Die Hauptstadt hat mit 9120 Fällen erneut einen Rekordwert an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Die Behörden in Europas größter Metropole registrierten seit Beginn der Pandemie noch nie so viele Infektionen binnen 24 Stunden. Moskau kämpft – wie ganz Russland – weiter mit einer großen Impfskepsis in der Bevölkerung. Auch rund ein halbes Jahr nach Beginn der Massenimpfungen haben sich in der Hauptstadt jüngsten Angaben zufolge erst rund 15 Prozent der zwölf Millionen Einwohner mit einem der russischen Präparate immunisieren lassen. Laut JHU haben sich seit Beginn der Pandemie über 5,2 Millionen Menschen in Russland mit dem Coronavirus infiziert, 126.761 sind bislang an oder mit Covid-19 gestorben (Stand 20.6., 9.21 Uhr).

RND/bk mit Material von dpa

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