• Startseite
  • Gesundheit
  • Corona: Wann kam das Virus in die USA? Neue Studie deutet auf Zeitpunkt vor 2020

Wann kam das Coronavirus in die USA?

  • Der erste offizielle Sars-Cov-2-Fall in den USA wurde am 21. Januar bestätigt.
  • Doch schon länger gibt es Hinweise, dass das Coronavirus schon früher in das Land gelangt sein könnte.
  • Eine neue Studie konnte in Blutproben, die Anfang Januar genommen wurden, Antikörper nachweisen.
Anzeige
Anzeige

Die bekannte Corona-Timeline geht so: Am 31. Dezember 2019 informiert China die Weltgesundheitsorganisation über eine mysteriöse Lungenkrankheit, die im zentralchinesischen Wuhan ausgebrochen ist. In Deutschland wird der erste Sars-CoV-2-Fall am 27. Januar nachgewiesen.

Nur wenige Tage zuvor, am 21. Januar, hatten die Gesundheitsbehörden in den USA den ersten Fall gemeldet. Es handelte sich um eine Person aus dem US-Bundesstaat Washington, die zuvor in China gewesen war. Inzwischen mehren sich jedoch die Anhaltspunkte, dass das Coronavirus bereits im Dezember 2019 in den USA gewesen sein könnte.

Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise ‒ jeden Donnerstag.
Anzeige

Bisher geht man davon aus, dass die Hotspots Seattle und New York die entscheidenden Eintrittspforten für das Coronavirus in die USA waren. Doch Forschende um die Epidemiologin Keri Althoff von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health haben nun in einer Analyse, veröffentlicht im „Clinical Infectious Diseases“, gezeigt, dass das Virus schon Anfang des Jahres in verschiedenen Bundesstaaten aufgetaucht sein könnte. So konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen bei sieben Menschen Antikörper gegen Sars-CoV-2 nachweisen, noch bevor es die ersten offiziellen Fälle in Illinois, Massachusetts, Wisconsin, Pennsylvania und Mississippi gegeben hatte.

Anzeige

Getestet werden am Anfang Menschen mit Symptomen

Dabei machen die Experten und Expertinnen auf ein Problem aufmerksam, das es erschweren kann, die Entwicklung einer Epidemie zu verfolgen: Während die Testkapazitäten gering waren, konzentrierte sich die Nachverfolgung auf Menschen, die Symptome entwickelt hatten und gereist waren. Damit „verschleiere“ man das Bild, so die Forschenden.

Anzeige

Sie untersuchten deshalb 24.000 Blutproben, die im Rahmen eines anderen Projektes in 50 Bundesstaaten zwischen Anfang Januar und Mitte März gesammelt wurden. Das Ergebnis: Bei neun Menschen konnten sie Antikörper gegen Sars-CoV-2 feststellen. Da zwischen der Infektion und dem Auftreten der betreffenden Antikörper im Mittel 14 Tagen vergehen, könnte es sein, dass das Virus in Illinois bereits schon ab dem 24. Dezember 2019 auftrat, schreiben die Forschenden. Auch in Massachusetts könnte das Virus demnach zu dieser Zeit schon gewesen sein.

Keine Informationen zum Ansteckungsort

Die Forschenden machen selbst darauf aufmerksam, dass die Antikörpertests nicht komplett fehlerfrei sind. Um falsch Positive zu vermeiden, nutzen sie daher zwei Tests. Damit eine Probe als positiv galt, mussten beide Tests Antikörper entdecken. Ein weiterer Schwachpunkt der Studie: Aus den Daten zu den Blutproben geht nicht hervor, ob die Betroffenen zuvor gereist waren. Es ist also unklar, wo der Ort der Ansteckung war.

Anzeige

Bereits im November war eine andere Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass das Coronavirus schon vor dem 19. Januar in den USA gelangt sein könnte. Der genaue Monat, in dem das Virus in die USA kam, sei noch unbekannt, sagte Studienleiterin Althoff, der „New York Times“.

RND/asu

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen