Studie: Vollständige Impfung gegen Covid-19 reduziert Mutationsrate

  • Das Coronavirus mutiert in Indien und Japan deutlich häufiger als in Israel und dem Vereinigten Königreich.
  • Das ist kein Zufall, wie Forschende nun in einer Studie herausgefunden haben: Demnach sinkt die Mutationshäufigkeit mit einer steigenden Impfrate.
  • Dass in Australien die Mutationsrate trotz vergleichsweise weniger Impfungen gering ist, führen die Forschenden auf die strengen Lockdownregeln im Land zurück.
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Eine vollständige Impfung gegen Covid-19 ist zwingend erforderlich, um die Häufigkeit von zukünftigen Mutationen des Coronavirus zu reduzieren. Das zumindest schlussfolgern Forschende in einer Anfang August auf dem Preprint-Server „Medrxiv“ erschienenen und noch von unabhängigen Fachleuten zu begutachtenden Studie.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Institute of Marine and Environmental Technology in Baltimore in den USA haben untersucht, wie Eindämmungsmaßnahmen wie etwa Impfungen und Lockdowns virale Mutationen beeinflussen. Dazu haben sie eine Korrelation zwischen dem Anteil an vollständig geimpften Menschen in der Bevölkerung eines Landes mit der Mutationshäufigkeit der Delta-Variante des Coronavirus untersucht.

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„Beleg dafür, dass Impfungen virale Mutationen erfolgreich unterdrücken“

Das Ergebnis: In Ländern mit einer hohen Impfquote wie Israel und dem Vereinigten Königreich ist die Mutationsrate deutlich geringer als in Ländern wie Japan und Indien, die einen niedrigen Anteil an vollständig geimpften Menschen in der Bevölkerung aufweisen. Die Forschenden konnten in 16 der 20 untersuchten Länder feststellen, dass sich die Mutationshäufigkeit im Zuge der gestiegenen Rate an vollständigen Impfungen logarithmisch reduzierte. „Nach unserem Wissensstand ist das der erste Beleg dafür, dass Impfungen virale Mutationen erfolgreich unterdrücken“, schreiben die Studienautorinnen und -autoren.

In Australien haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine verhältnismäßig geringe Häufigkeit von Mutationen festgestellt, obwohl die Impfquote im Land gering ist. Das führen die Forschenden auf die nationalen Lockdownregeln zurück. Denn bisher war das Land wegen seiner extrem strikten Regeln vergleichsweise erfolgreich im Kampf gegen die Pandemie. Nun leidet das Land aber am schleppenden Impftempo.

Die USA wiesen dagegen die fünfthöchste Mutationshäufigkeit auf – trotz vergleichsweise hoher Impfquote. Das suggeriere nach Ansicht der Forschenden, dass die Eindämmungsmaßnahmen im Land im Vergleich weniger erfolgreich waren.

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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach betonte, wie wichtig die Studie sei. „Die Wahrscheinlichkeit von zukünftigen Mutationen hängt sehr stark von der Impfquote in Ländern ab. Somit werden wir erst dann frei von neuen Varianten sein, wenn weltweit eine hohe Impfquote erreicht wurde“, schrieb der Epidemiologe auf Twitter.

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