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Omikron verbreiteter als bekannt? Virologin Ciesek hält das für „wahrscheinlich“

  • In Deutschland und Europa gibt es immer mehr bestätigte Omikron-Infektionen.
  • Die Frankfurter Virologin hält es für „nicht unwahrscheinlich“, dass die Corona-Variante in Europa schon weiter verbreitet ist.
  • Ciesek stellte auch klar: „Im Moment ist Delta unser großes Problem.“
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Die Virologin Sandra Ciesek hält es für möglich, dass die Corona-Variante Omikron in Europa schon weiter verbreitet ist, als das bisher erkennbar ist. So gebe es etwa in Leipzig einen Fall bei einer Person, die nicht gereist sei, sagte Ciesek am Dienstag im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“. Wie eine Sprecherin der Uniklinik Leipzig am Dienstagnachmittag klarstellte, handelt es sich dabei um einen „dringenden Verdacht“, der noch durch eine Gesamtgenomsequenzierung bestätigt werden muss. Betroffen ist demnach ein 39 Jahre alter Mann, der weder im Ausland war noch Kontakt zu einem Menschen hatte, der sich im Ausland befand.

Hier müsse man sich nun ganz genau das Umfeld anschauen und fragen: „Wo kann dieses Virus herkommen und wie hat sich das schon in Leipzig verteilt – vielleicht unbemerkt?“, sagte Ciesek. Außerdem sei es wichtig zu prüfen, ob es wirklich keine Verbindung zu Reisenden gebe. Es sei jedoch „nicht unwahrscheinlich“, dass die Variante „in Einzelfällen schon verbreiteter ist“.

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Omikron könnte nach Südafrika eingetragen worden sein

Ciesek geht zudem davon aus, dass die Variante in Afrika deutlich weiter verbreitet ist. Das falle nicht auf, weil dort – mit Ausnahme von Südafrika – weniger getestet werde und auch Sequenzierungen seltener durchgeführt würden. Deshalb sei es gut möglich, dass die Variante nach Südafrika eingetragen wurde.

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Die Forschung rund um die im südlichen Afrika entdeckte Coronavirus-Variante Omikron läuft auf Hochtouren. Bislang gibt es wenig gesicherte Erkenntnisse.  © Reuters

„Im Moment ist Delta unser großes Problem“

Die Omikron-Variante bereitet derzeit vielen Experten und Expertinnen aufgrund ihrer zahlreichen Mutationen Sorgen. Darunter seien, so Ciesek, „übliche Verdächtige“, die man schon kenne, aber auch viele Mutationen, von denen man gar nicht wisse, was sie bewirkten.

Am besten zu fassen, so die Frankfurter Virologin, sei derzeit der „immune escape“, also die Möglichkeit des Virus, die Immunantwort des Körpers zu umgehen, weil man hier schon Erfahrungen habe. „Omikron hat schon die Tendenz, einen starken „immune escape“ zu machen“, sagte Ciesek. Es könne sein, dass eine Booster-Impfung dagegen keinen hundertprozentigen Schutz biete.

Es werde noch Wochen bis Monate dauern, bis es erste Antworten auf alle Fragen rund um die neue Variante gebe, erklärte Ciesek. Jetzt auf eine Impfung zu verzichten und auf ein mögliches Update des Impfstoffs zu warten, sei aber keine gute Idee. „Im Moment ist Delta unser großes Problem.“

RND/asu

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