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Omikron: Forschende weisen Virusvariante in Münchner Abwasser nach

Corona lässt sich auch im Stuhl von Menschen nachweisen. Daher untersuchen Münchner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler regelmäßig das Abwasser der Stadt.

München. Im Münchner Abwasser wurden Spuren der Coronavirus-Variante Omikron entdeckt. In fünf von sechs Proben, die Anfang Dezember an unterschiedlichen Standorten entnommen wurden, fanden Forscherinnen und Forscher Nachweise der neuen Virusvariante, wie das Tropeninstitut des Münchner LMU Klinikum am Dienstag mitteilte. „In den Proben konnten wir geringe Mengen an Sequenzen nachweisen, die für die Omikron-Variante als spezifisch gelten. Dies weist darauf hin, dass die Verbreitung dieser Virusvariante in München schon in der Kalenderwoche 49 größer war als bislang angenommen“, wird Forschungsleiter Andreas Wieser vom Tropeninstituts der LMU Klinik in der Pressemitteilung zitiert.

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Mittels RT-PCR (reverse transcription polymerase chain reaction) und Genomsequenzierung wurden Abwasserproben vom 7. bis zum 10. Dezember analysiert. Die Ergebnisse zeigen daher „das Auftreten von Omikron in der Münchner Bevölkerung“ innerhalb der 49. Kalenderwoche, heißt es. „Dies unterstreicht den wichtigen Beitrag des Abwassermonitorings auf die Beschreibung des Infektionsgeschehens“, sagte Wieser. Folgeuntersuchungen seien nun notwendig. Dominierend sei aber weiterhin die Delta-Variante im Abwasser festgestellt worden.

Viruserkennung über das Abwasser sei „schneller und effektiver“

Corona-Infizierte sondern durch ihre Ausscheidungen Teile des Virus ab. Durch moderne molekulare Analysen des Abwassers könne das Genmaterial von besorgniserregenden Virusvarianten nachgewiesen werden. Während zwischen dem Anstieg von Corona-Neuinfektionen und den offiziellen Meldezahlen – die auf der Analyse von Atemwegsabstrichen basieren – oft einige Tage vergingen, sei die Viruserkennung über das Abwasser „schneller und effektiver“, heißt es. Das belegte bereits eine Studie der LMU Klinik im Sommer dieses Jahres: Das Abwassermonitoring zeigte die Corona-Entwicklungen drei Wochen vor den Meldezahlen der Behörden.

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Das Münchner Forscherteam analysiert bereits seit Anfang der Pandemie wöchentlich die Abwasser der Stadt. In Deutschland werde diese Methode zur Früherkennung jedoch noch nicht flächendeckend genutzt, wie auch der „Spiegel“ berichtet. Die EU habe die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die Abwasserüberwachung in die eigene Infrastruktur aufzunehmen. Solche Systeme gebe es zum Beispiel bereits in den Niederlanden oder Dänemark.

RND/mr

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