Höchstwert weltweit: USA melden mehr als fünf Millionen Corona-Infektionen

  • Die Corona-Pandemie hat die USA weiter fest im Griff.
  • Als erstes Land weltweit überschreiten die Vereinigten Staaten die Schwelle von fünf Millionen Infizierten.
  • Besonders Sorge bereiten jedoch auch die enorm hohen Arbeitslosenzahlen.
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Mehr als fünf Millionen Amerikaner haben sich inzwischen nachweislich mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert. Allein innerhalb der vergangenen sieben Tage kamen rund 375.000 Infizierte hinzu, in den letzten 24 Stunden waren es 61.021 nach Daten der WHO. Seit Juli gab es nur zwei Tage, an denen weniger als 50.000 neue Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet wurden. Zuletzt gab es sogar Berichte, ein US-Krankenhaus in Texas müsse Corona-Patienten wegen Überfüllung zum Sterben nach Hause schicken.

Die USA bekommen die Krise nicht in den Griff – gesundheitlich, wirtschaftlich und politisch. Seit einer Woche ist das milliardenschwere Hilfspaket der USA ausgelaufen, das Arbeitslose in der Krise unterstützen sollte. Demokraten und Republikaner sind jedoch noch weit von einer Einigung entfernt. Die Demokraten im Repräsentantenhaus hatten bereits im Mai ein weiteres billionenschweres Konjunkturpaket beschlossen, die Republikaner im Senat fingen aber erst vor wenigen Wochen an, sich mit dem Thema zu befassen. 50 Millionen Amerikaner haben durch Corona ihren Job verloren. Ihnen droht im schlimmsten Fall ein Leben auf der Straße.

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Trump ordnet neue Corona-Hilfen per Erlass an
1:19 min
US-Präsident Trump hat Corona-Hilfen für Arbeitnehmer, Arbeitslose, Mieter und Studenten angeordnet.  © Reuters

Rund 70.000 Neuinfektionen melden die US-Behörden inzwischen täglich, vor allem aus dem Süden und Westen des Landes, wo es im Frühjahr größtenteils nur sehr kurze und nicht sehr strenge Einschränkungen gegeben hatte. Nach Ansicht vieler Experten ist die Pandemie in einigen Bundesstaaten – wie beispielsweise Florida oder Texas – weitgehend außer Kontrolle. Vielerorts wurde daher die phasenweise Wiedereröffnung der Wirtschaft gebremst, pausiert oder Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen zurückgenommen.

Donald Trump verblüfft immer wieder mit Corona-Äußerungen

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Während der Corona-Pandemie hatte Donald Trump eine regelrechte Kehrtwende vollzogen. Weigerte er sich anfangs noch, eine Maske zu tragen, bezeichnete er das Maskentragen später jedoch als patriotisch. Zuletzt verblüffte er Reporter, als er erklärte, dass die USA im Kampf gegen Corona Weltspitze seien.

Ebenfalls für Irritationen sorgte Trump mit seiner Äußerung, das Spritzen oder Schlucken von Desinfektionsmitteln könne gegen Corona helfen. Bis heute warnt die WHO noch vor den gefährlichen Selbstversuchen. Und vor rund zwei Wochen nannte er vor allem die Anti-Rassismus-Demonstrationen und Mexiko als Schuldige am Anstieg der Infektionszahlen.

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Mehr als 160.000 Todesopfer in den USA

Auch wenn die USA in absoluten Zahlen die meisten Corona-Toten vermelden, ist es im Verhältnis zu den Infektionen ein deutlich geringerer Anteil. Bei rund fünf Millionen infizierten starben gut 162.000 Menschen in den USA. In Brasilien, dem am zweit schwersten betroffenen Staat, gibt es mehr als 100.000 Todesfälle bei gut drei Millionen Infizierten.

Während die täglichen Neuinfektionszahlen teils dramatisch zunahmen, war die Zahl der Toten pro Tag zunächst wochenlang gesunken. Experten führen das auf zahlreiche mögliche Gründe zurück: Die Menschen, die sich neu ansteckten, waren zu einem großen Teil jung und hatten damit größere Chancen auf einen leichteren Verlauf der Krankheit. Die Krankenhäuser des Landes haben nun schon einige Monate Erfahrung mit dem Virus und haben ihre Behandlungsmethoden verbessern können. Die Testkapazitäten in den USA sind im Vergleich zum März deutlich ausgebaut worden, weswegen Infektionen möglicherweise früher entdeckt werden können. Das Tragen von Masken ist weiter verbreitet, wenn auch vielerorts umstritten.

Die hohe Zahl der Infektionen ist für Trump ein Ausdruck der ausgeweiteten Corona-Tests. Die Ausbrüche bezeichnet er als “Flammen” oder “Glutherde”, die rasch gelöscht würden, wie zuletzt in einem Interview mit dem TV-Sender Fox News.

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Kein Ende der Pandemie in Sicht

Die USA sind mit Abstand das Land mit den meisten Corona-Infizierten. Mitunter liegt das natürlich an der Größe der Vereinigten Staaten, aber auch auf eine Million Einwohner gerechnet sind die USA unter den am schwersten betroffenen Staaten. Auf eine Million Einwohner kommen rund 14.800 Infizierte. Vor den USA befinden sich aktuell Oman (15.900), Kuwait (16.700), Panama (16.800), Chile (19.400), San Marino (21.100), Bahrain (25.600), Französisch Guinea (27.700) und Qatar (39.100).

Mit Ausnahme von Panama und Kuwait gehen die Zahlen hier jedoch zurück, was in den USA aktuell nicht abzusehen ist.

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