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  • Corona und Aerosole: 1,5 Meter Abstand reichen nicht immer aus – neue Studie veröffentlicht

Neue Aerosol-Studie: 1,5 Meter Abstand reichen nicht immer aus

  • Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden, gelten vielerorts Abstandsregeln.
  • Um den nötigen Abstand zu berechnen, haben chinesische Forscher die Verteilung von Aerosolen mit Strömungsmodellen untersucht.
  • Die 1,5 Meter reichen laut der Studie in engen Räumen nicht aus.
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Peking. Der gebotene Corona-Sicherheitsabstand könnte in bestimmten Situationen – beispielsweise beim Hintereinandergehen in Innenräumen – stark von der Umgebung abhängen. Strömungsmodelle deuten darauf hin, dass es dabei einen großen Unterschied macht, ob ein Flur oder Gang schmal oder breit ist, wie chinesische Forscher im Fachblatt „Physics of Fluids“ schreiben. Zudem seien Kinder in einer solchen Situation womöglich mehr gefährdet als Erwachsene. Die tatsächliche Ansteckungsgefahr untersuchten die Forscher dabei nicht.

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Tröpfchen verteilen sich in engen Gängen anders

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Xiaolei Yang von der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Peking (China) und sein Team wollten wissen, wie sich hinter einem hustenden Menschen die Tröpfchen verteilen, wenn er sich über einen Gang oder Flur bewegt. Dabei stellten sie fest, dass der Knackpunkt die Breite des Ganges ist. Es sei erforderlich, je nach Umgebung unterschiedliche Sicherheitsabstände zu empfehlen, schlussfolgern die Wissenschaftler.

Die Abbildung zeigt, wie die Tröpfchen sich hinter einem hustenden Menschen verteilen. Der gebotene Corona-Sicherheitsabstand könnte in bestimmten Situationen - beispielsweise beim Hintereinandergehen in Innenräumen - stark von der Umgebung abhängen. © Quelle: American Institute of Physics/dp

Die Forscher simulierten die Ausbreitung einer Wolke aus rund 1000 solcher Tröpfchen. Die hustende Person geht dabei in zügigem Tempo. Xiaolei Yang und Kollegen verglichen den Einfluss von Wänden an der Seite: In einem Fall lagen die Wände sechs Meter auseinander, im anderen Fall 1,2 Meter. In den Simulationen ging das Team davon aus, dass die hustende Person keine Maske trägt. Frühere Studien haben aber gezeigt, dass das Tragen einer Maske das Risiko durch die Verteilung von infektiösen Tröpfchen wirksam verringern kann.

Aerosole verteilen sich beim Gehen in Hüfthöhe

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Die Forscher fanden mit ihren Modellen heraus, dass sich die Tröpfchenwolke auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten ausbreiten kann. Beim breiten Gang – also bei einem Wandabstand von sechs Metern – sorgen Luft-Verwirbelungen hinter der hustenden Person dafür, dass die Tröpfchen zu einem guten Teil mitgezogen werden. Dadurch verteilen sie sich relativ gut im Raum. Das könnte die Virenbelastung für einen hinterhergehenden Menschen verringern.

Bei schmalen Gängen, also bei einem Wandabstand von lediglich 1,2 Metern, haben die Verwirbelungen hinter dem potenziell Infizierten nicht den gleichen Effekt. Der Hauptteil der Tröpfchen bleibt vereinfacht gesagt in der Luft hängen und wird weniger stark durchmischt. Dadurch entsteht in rund fünf Metern Abstand zu dem hustenden, gehenden Menschen eine Wolke mit deutlich größerer Tröpfchenkonzentration. „Dies ist eine große Herausforderung bei der Bestimmung einer sicheren sozialen Distanz an Orten wie einem sehr engen Korridor“, wird Xiaolei Yang in einer Mitteilung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zitiert.

In Deutschland wird ein Abstand zu Mitmenschen von mindesten 1,5 Metern empfohlen, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. Die Forscher stellten zudem fest, dass sich die Tröpfchen hinter einem gehenden, hustenden Menschen hauptsächlich auf Hüfthöhe verteilen – unabhängig von der Flurbreite. Dies weise darauf hin, dass Kinder, die hinter einem infektiösen Menschen gehen, einem höheren Übertragungsrisiko ausgesetzt sind.

RND/dpa

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