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  • Corona trotz Impfung: FAQ - Wieso kann ich an Corona erkranken, obwohl ich geimpft bin?

Geimpft und trotzdem an Corona erkrankt: Wie verhalte ich mich richtig?

  • Es kann vorkommen, dass man vollständig geimpft ist – und sich trotzdem mit dem Coronavirus ansteckt und Symptome entwickelt.
  • Wann braucht es den PCR-Test? Folgt auf den Impfdurchbruch die Quarantäne? Und wie ansteckend ist man für andere?
  • Sieben Fragen und Antworten im Überblick.
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Wer vollständig geimpft ist, braucht in der Regel keinen negativen Test mehr vorzulegen, um ins Restaurant, Kino oder Fitnessstudio zu gehen. Trotzdem kann es aber vorkommen, dass man sich noch mit dem Coronavirus ansteckt und grippeähnliche Symptome verspürt. Wie kann das sein? Ab wann muss man in Quarantäne? Können Geimpfte andere noch in Gefahr bringen – und wie lässt sich das Risiko verringern? Sieben Fragen und Antworten im Überblick:

1) Was ist ein Impfdurchbruch – und wie oft kommt das vor?

Wird eine vollständig gegen Covid-19 geimpfte Person trotzdem mit einer PCR positiv auf das Coronavirus getestet und entwickelt auch Symptome, spricht das Robert Koch-Institut (RKI) von einem Impfdurchbruch. Man könnte also vor einigen Monaten die zweite Dosis erhalten haben, sich nun in der vierten Welle trotzdem mit Sars-CoV-2 anstecken, Halsschmerzen und Fieber bekommen. Wer einen positiven PCR-Test hat, aber keine Symptome zeigt, zählt nicht als Impfdurchbruch – zumindest nach der Definition des RKI.

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Impfdurchbrüche kommen bislang nur selten vor. Seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 wurden 24.098 solcher Fälle an die Behörde gemeldet – von 51,2 Millionen vollständig Geimpften in Deutschland (Stand: 8. September). Dass es im Laufe der Impfkampagne zu mehr Impfdurchbrüchen kommt, war zu erwarten. Es sei aber kein Hinweis darauf, dass die Impfstoffe nicht wirksam sind, betont das RKI.

2) Wieso kann man an Covid-19 erkranken, obwohl die Impfung wirksam ist?

In der Regel schützt eine vollständige Impfung vor einer Covid-19-Erkrankung. Vor allem vor einer Behandlung im Krankenhaus, Intensivstation und Tod bleibt der Schutz sehr hoch. Die Impfeffektivität gegen sehr schwere Covid-19-Verläufe wird trotz Delta-Variante auf mehr als 90 Prozent geschätzt, wie aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht hervorgeht.

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Geimpfte können sich aber mit Sars-CoV-2 infizieren und Symptome wie Fieber, Husten und Schnupfen entwickeln – die dann aber nicht mehr lebensbedrohlich sind. Das hat mehrere Gründe:

  • Alle zugelassenen Impfstoffe wirken sehr gut, bieten aber keinen 100-prozentigen Schutz. Sie sorgen aber dafür, dass Infektionen deutlich seltener und Krankheitsverläufe sehr selten vorkommen. Das war bereits bei der Zulassung der mRNA- und Vektorimpfstoffe klar.
  • Die Delta-Variante mindert die Wirksamkeit der Impfstoffe in geringem Maße.
  • Erste Studien haben gezeigt, dass der Impfschutz bei bestimmten Gruppen nachlassen kann. Dazu zählen beispielsweise immungeschwächte Menschen, Hochbetagte und Pflegebedürftige.
  • In der vierten Welle zirkuliert das Virus vermehrt in der Bevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit, sich zu infizieren, steigt – und damit auch das Risiko, sich als geimpfte Person anzustecken.
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3) Sollten sich Geimpfte vorbeugend testen lassen?

In Deutschland sind Geimpfte laut geltenden 3-G- beziehungsweise 2-G-Regeln von einer Testpflicht ausgenommen – etwa wenn man ins Restaurant, ins Hotel oder auf ein Konzert will. Es gibt allerdings eine Ausnahme, bei der die nationale Teststrategie Geimpften das Durchführen eines PCR-Tests empfiehlt. Und zwar, wenn jemand für Covid-19 typische Symptome zeigt, „unabhängig von vorausgegangener Impfung oder Infektion“. Insbesondere auch, wenn man zeitgleich Kontakt zu jemandem hatte, der oder die bereits positiv auf Sars-CoV-2 getestet wurde.

Ein PCR-Test wird in so einem Fall vor allem denjenigen empfohlen, die zu einer Risikogruppe zählen, in Krankenhäusern oder Arztpraxen arbeiten, Kontakt zu vielen Menschen in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen haben. Ob ein Test bei Geimpften mit Symptomen durchgeführt wird, entscheidet im jeweiligen Fall der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin. Bei einem Ausbruch in größerem Setting, etwa in einer Schule, im Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung, wird das Gesundheitsamt zurate gezogen, um umfangreicher zu testen.

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4) Wie können Geimpfte das Ansteckungsrisiko für andere minimieren?

Aktuelle Studien belegen, dass die Impfung auch bei der in Deutschland dominanten Delta-Variante einen Schutz gegen symptomatische und asymptomatische Infektionen bietet. Das Risiko, andere mit dem Coronavirus anzustecken, ist durch die Impfung also stark vermindert, geht aber nicht gegen null. Wer sich trotz Impfung infiziert und PCR-positiv wird, kann noch infektiöse Viren ausscheiden – und andere anstecken. Deshalb empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) auch vollständig Geimpften, präventiv die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen einzuhalten: Alltagsmasken tragen, Hygieneregeln beachten, Abstand halten und lüften.

5) Muss man bei einem Impfdurchbruch in Quarantäne?

„Jeder, der sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hat, sollte sich in Quarantäne begeben – das gilt unabhängig vom Impfstatus“, heißt es auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums. Damit soll sichergestellt werden, dass infizierte Personen möglichst niemanden anstecken. Wer nur Kontakt zu einem Infizierten hatte, selbst aber vollständig geimpft ist, muss nach den Empfehlungen des RKI nicht in Quarantäne. Der Nachweis erfolgt über einen PCR-Test. Im konkreten Fall entscheidet das Gesundheitsamt vor Ort, ob man als geimpfte Person nach einer bestätigten Infektion in Quarantäne muss.

6) An wen können sich Geimpfte bei Symptomen wenden?

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Fieber, Husten, Schnupfen, Geschmacksverlust: Wer Symptome einer Atemwegserkrankung jeglicher Art verspürt, sollte den RKI-Empfehlungen zufolge zu Hause bleiben. Man sollte bei Arzt oder Ärztin nach einem PCR-Test fragen und den Anweisungen folgen. Man kann sich dafür telefonisch an die eigene Hausarztpraxis wenden, aber auch an Fieberambulanzen. Auch unter der 116 117 gibt es Hilfe. Das ist die bundesweite Rufnummer des Kassenärztlichen Notdienstes.

Bei einem milden Verlauf kann man die Infektion zu Hause auskurieren, sollte sich aber von anderen Haushaltsmitgliedern isolieren. Verbessert sich der gesundheitliche Zustand während der ersten Woche der Covid-19-Erkrankung nicht oder verschlechtert sich sogar, sollte man sich unbedingt an Hausärztin oder Hausarzt wenden. Und im Notfall, beispielsweise bei akuter Atemnot? Sofort die 112 wählen oder eine Rettungsstelle kontaktieren.

7) Ab wann sind milde Erkrankungen unter Geimpften kein Problem mehr?

Wenn der überwiegende Teil der Menschen geimpft oder genesen und damit solide immun ist gegen das Coronavirus, ist die Pandemie wahrscheinlich vorbei. Forschende gehen davon aus, dass Sars-CoV-2 dann zwar noch weiter zirkulieren wird, sich aber nur noch wie eine Erkältungssaison bemerkbar macht. Geimpfte stecken sich dann weiterhin in seltenen Fällen an, stellen aber kein großes Risiko mehr dar, weil so gut wie alle einen Schutz vor einem sehr schweren Covid-19-Verlauf haben.

Aktuell sind in Deutschland aber nur 61,7 Prozent der Menschen vollständig geimpft. 40,8 Prozent der Weltbevölkerung haben laut einer „Our World in Data“-Statistik der University of Oxford eine erste Impfdosis erhalten. Bis zur Bevölkerungsimmunität ist es also noch ein weiter Weg, weshalb auch Geimpfte bis dahin durch präventives Verhalten das Ansteckungsrisiko für die Nichtgeimpften verringern sollten.

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