1070 neue Todesfälle: Warum jetzt wieder mehr Corona-Infizierte sterben

  • Momentan scheinen wieder mehr Menschen an oder mit dem Coronavirus zu sterben.
  • Mit gleichbleibend hohen Todeszahlen ist auch weiterhin zu rechnen.
  • Der Grund sind viele Neuinfektionen in der Hauptrisikogruppe der älteren Menschen.
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1070 neue Todesfälle wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag (7. Januar) gemeldet, der bisher höchste Wert im neuen Jahr. Dass die Zahl der übermittelten Todesfälle im Verlauf einer Woche schwankt, ist allerdings normal und hat auch mit den Meldewegen zu tun. So übermitteln nicht alle Gesundheitsämter jeden Tag neue Daten. Speziell während der Feiertage und zum Jahresbeginn waren viele Behörden zudem dünner besetzt, sodass einige Todesfälle womöglich erst nachträglich an das RKI gemeldet wurden.

Ob es sich nur um die üblichen Schwankungen oder eine echte Zunahme der Todesfälle handelt, lässt sich daher noch nicht sicher sagen. Zumindest mit gleichbleibend hohen Zahlen ist aber vorerst zu rechnen. So hatten sich in den vergangenen Wochen vermehrt Menschen in der Hauptrisikogruppe der Älteren infiziert. Todesfälle treten vor allem in dieser Gruppe auf: So liegt das mittlere Alter der an oder mit Covid-19 Verstorbenen in Deutschland bei 83 Jahren.

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Viele Neuinfektionen in der Hauptrisikogruppe

Am ehesten vorhersagen lassen sich die zu erwartenden Todesfälle daher mit der Sieben-Tage-Inzidenz (Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner) in der Gruppe der über 80-Jährigen. Die Zahl wird vom RKI seit einiger Zeit ermittelt, sie hatte zuletzt nur leicht abgenommen. Derzeit liegt sie mit 275 Neuerkrankungen pro Woche mehr als doppelt so hoch wie die Sieben-Tage-Inzidenz in der Gesamtbevölkerung.

Zahl der Corona-Toten pro Tag könnte noch steigen

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Daher sind auch weiterhin entsprechende Todeszahlen zu erwarten. Das RKI weist zudem darauf hin, dass sich während der Feiertage weniger Menschen testen ließen und die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen höher als die der gemeldeten liegen könnte. Falls das auch für Infektionen in der Gruppe der älteren Menschen gilt, könnte die Zahl der Todesfälle pro Tag tatsächlich noch zunehmen.

Zu beobachten ist eine Zunahme der Todesfälle dabei stets mit zeitlicher Verzögerung. So werden ältere Menschen mit schweren Verläufen zunächst zwei bis drei Wochen im Krankenhaus behandelt, ehe sie entweder die Krankheit überstanden haben oder ihren Symptomen erliegen. Das bedeutet auch: Selbst wenn sich irgendwann wieder weniger alte Menschen infizieren, wird die Zahl der Todesfälle erst mit zeitlicher Verzögerung abnehmen.

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