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Covid-19-Tote: Animation zeigt Anstieg in Deutschland im internationalen Vergleich

  • Heute wurden erstmals mehr als 1000 Covid-19-Tote an einem Tag gemeldet.
  • Nur in wenigen Ländern sterben derzeit mehr Menschen je Million Einwohner als hierzulande.
  • Eine interaktive Grafik zeigt die Position Deutschlands in der internationalen Rangfolge.
Johannes Christ
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1:00 min
Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat zum ersten Mal die Marke von 1000 überschritten und damit einen Höchststand erreicht.  © dpa
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Während der Feiertage haben viele Gesundheitsämter ihre Zahlen nicht an das Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt. Auch die Zahl der Todesfälle fiel deshalb an Weihnachten niedriger aus als zuletzt. Nun erreichen viele Meldungen nachträglich das RKI, und die Zahl der Verstorbenen stieg auf den bisherigen Höchststand von 1129. Doch der Rekordwert ist nicht allein dem statistischen Effekt geschuldet. Seit vielen Wochen erhöht sich kontinuierlich die Zahl der Todesfälle in Deutschland. Im internationalen Vergleich und im Verhältnis zur Bevölkerung ist Deutschland in der Rangfolge der großen Länder mittlerweile unter den ersten zehn, wie folgende interaktive Grafik zeigt.

Zu Beginn der Zeitreihe hatten die Länder in Süd- und Mittelamerika die höchsten Todeszahlen zu beklagen. Noch im Oktober lagen Argentinien, Mexiko und Ecuador an der Spitze der internationalen Rangfolge. Dann kehrte auf der Südhalbkugel der Frühling ein und die Länder konnten durchatmen. Stattdessen rückten mit dem Einzug des Herbstes auf der Nordhalbkugel die Länder Europas nach vorne. Ende Oktober lag Tschechien an der Spitze und hatte bis zu 20 Tote je Million Einwohner zu verzeichnen. Mitte November lagen die zehn am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder allesamt in Europa. In Deutschland war zu dieser Zeit noch die Überzeugung verbreitet, im Vergleich mit den Nachbarländern noch relativ glimpflich durch die Krise zu kommen.

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Doch im Dezember tauchte auch Deutschland erstmals in der Rangliste auf und hat sich seitdem langsam nach oben geschoben. Einige Nachbarländer wie Frankreich, Belgien und Polen verhängten harte Lockdowns und konnten das Infektionsgeschehen mildern. Der Teil-Lockdown in Deutschland stoppte den Anstieg der Fallzahlen lediglich eine Zeit lang. Der erneute Anstieg im Dezember führte mit etwas Verzögerung auch zu einem Anstieg der Todeszahlen auf mittlerweile insgesamt mehr als 32.000 Menschen. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl sterben in Deutschland zum Jahreswechsel erstmals mehr Menschen pro Tag als in den USA, wo allerdings über das gesamte Jahr hinweg mehr als doppelt so viele Tote pro Million Einwohner zu verkraften waren als hierzulande.

Medianalter der Verstorbenen beträgt 84 Jahre

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Noch zu Beginn der zweiten Welle blieb die Zahl der Toten in Deutschland deutlich hinter der Zahl der Neuinfektionen zurück. Damals steckten sich überwiegend Jüngere an, die nur selten einen schweren Verlauf erleiden. Mittlerweile ist der Anteil der entdeckten Corona-Fälle in den höheren Altersgruppen stark gestiegen. Vor allem in Altenpflegeheimen stecken sich viele Bewohner an und erliegen den Folgen der Infektion. Das mittlere Alter der Verstorbenen beträgt in Deutschland 84 Jahre. Meist hatten die Betroffenen mehrere Vorerkrankungen, sodass nicht immer klar ist, welche Ursache letztlich zum Tod geführt hat. Im Einzelfall lässt sich also nicht immer genau bestimmen, ob die Hochbetagten an dem Virus oder mit dem Virus verstorben sind.

Fest steht, dass etwa 15 Prozent der Neuinfizierten über 70 Jahre alt sind, aber mehr als 90 Prozent der Toten aus dieser Altersgruppe stammen. Bislang sind dem Robert-Koch-Institut (RKI) nur 13 Covid-19-Tote unter 20 Jahren übermittelt worden. Umso beunruhigender, dass aktuell insbesondere in den höheren Altersgruppen steigende Fallzahlen zu beobachten sind. Wenn ein Patient schwer erkrankt, verstreichen laut RKI im Durchschnitt vier Tage, bis er ins Krankenhaus eingeliefert wird. Weitere zwölf Tage vergehen, bis ein Patient mit einem tödlichem Verlauf seinen Symptomen erliegt. Zwischen Symptombeginn und dem Tod können also mehr als 16 Tage vergehen. Wenn die Fallzahlen derzeit wie erhofft sinken, spiegelt sich der Rückgang also erst in zwei bis drei Wochen in einem Rückgang der Sterbezahlen wider.

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