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Corona-Tests: Die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Corona-Tests sind wichtig, um die Ausbreitung von Sars-Cov-2 unter Kontrolle zu behalten.
  • Doch wer kann sich checken lassen, und was kostet ein Test überhaupt?
  • Die wichtigsten Fragen im Überblick.
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Testen ist ein wichtiger Bestandteil der Pandemie-Bekämpfung. Neben der individuellen Diagnose geht es vor allem darum, Infektionsketten zu unterbrechen und ein Bild vom Virusgeschehen in Deutschland zu bekommen.

Wann ändert sich die nationale Teststrategie?

Mit Blick auf Herbst und Winter hat die Bundesregierung angekündigt, eine neu ausgerichtete Strategie bis zum 15. Oktober umzusetzen. Tests sollen dafür stärker auf Risikogruppen und das Gesundheitswesen konzentriert werden - weniger auf Reiserückkehrer. Bestandteil sein sollen auch Antigen-Schnelltests als Ergänzung zu den PCR-Tests mit Abstrichen, die ins Labor müssen. Vorbereitet werden sollen auch Test-Möglichkeiten jenseits des normalen Praxisbetriebs, etwa in regionalen Fieberambulanzen. Was aber gilt bis dahin?

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Wer wird in Deutschland auf Sars-Cov-2 getestet?

Das RKI warnt davor, dass Testen ohne Anlass zu einem “falschen Sicherheitsgefühl” führe. Bei der Anwendung von Tests sei ein zielgerichtetes Vorgehen essenziell. Die nationale Teststrategie sieht laut Robert-Koch Institut bislang (seit 12. August) vor, dass folgende Gruppen getestet werden:

  • Menschen mit für Covid-19 typischen Symptomen. In diesem Fall sollte man sich telefonisch beim Hausarzt, unter der Nummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt melden.
  • Enge Kontaktpersonen aller bestätigten Covid-19-Fälle, auch wenn sie keine Symptome zeigen. Dazu gehören laut RKI zum Beispiel Angehörige des selben Haushalts, aber auch Menschen, die von der Corona-Warn-App über einen Kontakt informiert werden. Auch in diesem Fall soll man sich telefonisch beim Hausarzt, unter der Nummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt melden.
  • In Pflegeheimen, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen, in der ambulanten Pflege oder sonstigen Einrichtungen für vulnerable Gruppen wird mehr getestet. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei einer bestätigten Corona-Infektion alle Bewohner und Patienten - aber auch Besucher - getestet werden, erklärt das RKI. Auch Patienten die etwa in Krankenhäuser aufgenommen werden, sollen getestet werden.
  • Das Personal von Krankenhäusern und stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen wird mit Hilfe von Schnelltests vermehrt auf das Coronavirus getestet.
  • Kommt es in einer Gemeinschaftseinrichtung zu einem Sars-CoV-2-Ausbruch, werden alle Personen einem Test unterzogen. Dazu gehören zum Beispiel Arztpraxen, Schulen, Kitas, Asylbewerberheime, Notunterkünfte oder Justizvollzugsanstalten.
  • In Hotspot-Regionen, in denen es vermehrt Fälle gibt, können ebenfalls Teile oder auch die ganze Bevölkerung getestet werden.
  • Urlauber, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland einreisen. Es gilt eine Testpflicht: Sie legen nach der Einreise direkt einen nicht älter als 48 Stunden alten Nachweis über eine negative Testung vor. Oder sie testen sich nach der Einreise: Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in Quarantäne begeben und der örtlichen Gesundheitsbehörde die Aufenthaltsadresse mitteilen. Die Kosten für einen Test übernehmen die Krankenkassen, die vom Bund dabei unterstützt werden. Reiserückkehrer, egal ob aus Risikogebiet oder nicht, können bislang innerhalb von 72 Stunden kostenlos nach der Einreise einen Abstrich abgeben - in Testzentren, bei niedergelassenen Ärzten, an einigen Flughäfen und Bahnhöfen.
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Wer bezahlt die Corona-Tests?

Anfangs wurden die Kosten für Corona-Tests nur von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn ein Patient Symptome hatte, die auf eine Sars-CoV-2-Infektion hindeuteten. Mit Inkrafttreten der “Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2″ am 14. Mai ist es auch asymptomatischen Personen ermöglicht worden, sich auf das Virus testen zu lassen. Vorausgesetzt, die Tests finden im Rahmen einer Einweisung ins Krankenhaus statt oder werden vom zuständigen Gesundheitsamt veranlasst.

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Wer sich also ohne eine entsprechende Veranlassung zu haben, selbst testen lassen möchte, muss die Kosten dafür tragen. Ausnahme ist Bayern, dort sind Corona-Tests seit Juli auch für Menschen ohne Symptome kostenlos.

Wie oft wird man getestet?

Wie oft getestet wird, entscheidet der Arzt, erläuterte das Gesundheitsministerium. Unter anderem für Kontaktpersonen sieht die Verordnung einen möglichen weiteren Test vor, der nach Ende der Inkubationszeit sinnvoll sein könnte.

Wie wird auf eine Sars-CoV-2-Infektion getestet?

Der Nachweis einer akuten Sars-CoV-2-Infektion erfolgt derzeit durch PCR-Tests. Bei einem Verdacht entnehmen Ärzte beziehungsweise Klinikmitarbeiter einen Abstrich aus den oberen Atemwegen. Das Robert Koch-Institut, Deutschlands oberste Gesundheitsbehörde, empfiehlt bei einem konkreten Corona-Verdacht, möglichst Proben aus dem Rachenraum, aber auch aus den tiefen Atemwegen, etwa Schleim aus der Lunge oder Bronchialsekret, zu entnehmen. Diese werden in speziellen Laboren untersucht. Grundlage ist das genetische Material des Virus, die RNA-Moleküle werden in einem chemischen Verfahren in rund vier Stunden isoliert. Das Ergebnis liegt beim Patienten, wenn alles glatt läuft, spätestens nach 48 Stunden vor. Die eigentliche Auswertung der entnommenen Probe selbst dauert maximal fünf Stunden.

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Das Testergebnis könne laut RKI aber lediglich eine Momentaufnahme sein. Zudem schließe ein negatives PCR-Ergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit Sars-CoV-2 nicht vollständig aus.

Was testen Antikörpertests?

Mit Hilfe eines Antikörpertests kann man - im Gegensatz zu den PCR-Tests - überprüfen, ob sich jemand in der Vergangenheit mit Sars-CoV-2 infiziert und gegen das Coronavirus Antikörper gebildet hat. Antikörpertests sind Kassenleistung - aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Nur wenn der Arzt entscheidet, dass der Antikörpertest medizinisch notwendig ist, könne die Behandlung über die elektronische Gesundheitskarte abgerechnet werden, erklärt etwa die Techniker Krankenkasse (TK) auf der eigenen Homepage. Der Test müsse in direktem zeitlichen Bezug zu einer Covid-19-Symptomatik stehen. “Privatrechnungen können von der TK nicht erstattet werden.” Von Heimtests raten Virologen ab.

RND/sbu/asu/dpa

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