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Corona-Tests: Die wichtigsten Fragen und Antworten

  • Corona-Tests sind wichtig, um die Ausbreitung von Sars-CoV-2 unter Kontrolle zu behalten.
  • Doch wer kann sich checken lassen, und was ist der Unterschied zwischen PCR und Schnelltest?
  • Die wichtigsten Fragen und Antworten zur neuen Teststrategie im Überblick.
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Testen ist ein wichtiger Bestandteil der Pandemiebekämpfung. Neben der individuellen Diagnose für Einzelpersonen geht es in der Pandemie beim Einsatz von PCR-Nachweis und Schnelltests vor allem darum, Infektionsketten möglichst zu unterbrechen, Ausbrüche und die Weiterverbreitung in der Bevölkerung zu verhindern und Menschen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf zu schützen.

Nationale Teststrategie verändert sich im Herbst

Mit Blick auf Herbst und Winter hat die Bundesregierung eine neu ausgerichtete Teststrategie verabschiedet. Tests sollen sich stärker auf Risikogruppen und das Gesundheitswesen konzentrieren – weniger beispielsweise auf Reiserückkehrer und Patienten mit nur leichter Erkältungssymptomatik (Schnupfen, Halsschmerzen). Damit soll eine Überlastung von Arztpraxen und Laboren verhindert werden.

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Bestandteil sind auch Antigen-Schnelltests als Ergänzung zu den PCR-Tests. Pflege-, Seniorenheime und Krankenhäuser können Antigenschnelltests großzügig nutzen, um Personal, Besucher sowie Patienten und Bewohner regelmäßig auf das Coronavirus zu testen. Das ist Ziel der Testverordnung, die am 15. Oktober 2020 in Kraft getreten ist. Vorbereitet werden sollen auch Testmöglichkeiten jenseits des normalen Praxisbetriebs, etwa in regionalen Fieberambulanzen.

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Wer wird in Deutschland auf Sars-Cov-2 getestet?

Das RKI warnt davor, dass Testen ohne Anlass zu einem „falschen Sicherheitsgefühl“ führe. Bei der Anwendung von Tests sei ein zielgerichtetes und effektives Vorgehen essenziell. Die nationale Teststrategie sieht laut Robert-Koch-Institut (RKI) vor, dass folgende Gruppen getestet werden:

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  • Menschen mit schweren respiratorischen Symptomen wie akute Bronchitis, Atemnot und Fieber sowie einem gestörten Geschmacks- und Geruchssinn. In diesem Fall sollte man sich telefonisch beim Hausarzt, unter der Telefonnummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt melden. Bei Personen, die nur Halsschmerzen oder Schnupfen haben, rät das RKI von einem Corona-Test ab, weil dadurch die Testkapazitäten überlastet werden könnten. Da aber auch diese Symptome auf eine Sars-CoV-2-Erkrankung hindeuten können, sollen sich die Erkrankten für mindestens fünf Tage in Quarantäne begeben und mindestens 48 Stunden symptomfrei sein.
  • Kontaktpersonen bestätigter Covid-19-Fälle, die ungeklärte Erkrankungssymptome aufweisen. Als Kontaktpersonen gelten all diejenigen, die mehr als 15 Minuten engen Kontakt zu einem Corona-Infizierten hatten oder sich über einen längeren Zeitraum in einem Raum mit schlechter Lüftung und hoher Konzentration infektiöser Aerosole aufgehalten haben. Melden können sich Kontaktpersonen ebenfalls telefonisch beim Hausarzt, unter der Telefonnummer 116 117 oder beim Gesundheitsamt.
  • Menschen mit anhaltenden respiratorischen Symptomen, deren Krankheitsbild sich mit der Zeit immer mehr verschlechtert.
  • Risikopatienten, die akute respiratorische Symptome wie Husten oder Atemnot haben. Ein erhöhtes Risiko für schwere Krankheitsverläufe haben nach Angaben des RKI ältere Personen ab 50 Jahren, Raucher sowie Menschen mit Übergewicht, Diabetes oder Vorerkrankungen wie chronische Lungen-, Nieren-, Leber- und Herzerkrankungen. Auch Krebspatienten und Personen mit einem geschwächten Immunsystem zählen zur Covid-19-Risikogruppe.
  • Personal von Krankenhäusern, Arztpraxen und stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen, die akute respiratorische Symptome wie Husten oder Atemnot haben.
  • Menschen, die an Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen teilgenommen haben, wo die AHA+L-Regeln nicht eingehalten wurden, und akute respiratorische Symptome wie Husten oder Atemnot zeigen. Das gilt auch für Personen, die bei einem Corona-Ausbruch – wie im Fall des Fleischverarbeiters Tönnies – involviert waren.
  • Kontaktpersonen von akut respiratorisch Erkrankten, die ebenfalls Symptome wie Husten oder Atemnot haben. Dabei ist es egal, ob die Erkrankung auf einen Kontakt im eigenen Haushalt oder ein Cluster von mehreren Personen zurückzuführen ist. Außerdem muss eine erhöhte 7-Tage-Inzidenz (> 35 pro 100.000 Einwohner) im jeweiligen Landkreis vorliegen.
  • Menschen, die trotz Symptomen Kontakt zu vielen anderen Personen hatten und akute respiratorische Symptome wie Husten oder Atemnot aufweisen.
  • Menschen, die engen Kontakt zu anderen Menschen und Risikopatienten und akute respiratorische Symptome wie Husten oder Atemnot haben. Gemeint sind unter anderem Lehrer, Chorleiter, Trainer, Prostituierte oder andere Berufsgruppen.
  • Schulen: Zu der Frage, welche Schüler und Lehrkräfte bei aufgetretenen Fällen auf Corona getestet werden sollen, hat das RKI ein Dokument erstellt: „Sars-CoV-2-Testkriterien für Schulen während der Covid-19-Pandemie“. Für Schüler oder Lehrkräfte mit schweren Symptomen wie Atemnot sowie hohem Fieber oder einem gestörtem Geruchs- und Geschmackssinn empfiehlt die Behörde für Infektionsschutz in jedem Fall einen Test. „Testkapazitäten sollen effizient eingesetzt werden“, schreibt die Behörde. Weitere Kriterien für einen optionalen Test kann enger Kontakt zu jemandem aus der Risikogruppe sein.
Video
R-Biopharm präsentiert Antigen-Schnelltest
1:03 min
Er ist mit wenig Geld und in kurzer Zeit durchführbar und soll langfristig ein gängiger Alltagstest werden.  © Reuters

Wer bezahlt die Corona-Tests?

Anfangs wurden die Kosten für Corona-Tests nur von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn ein Patient Symptome hatte, die auf eine Sars-CoV-2-Infektion hindeuteten. Mit Inkrafttreten der „Verordnung zum Anspruch auf bestimmte Testungen für den Nachweis des Vorliegens einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2“ am 14. Mai ist es auch asymptomatischen Personen ermöglicht worden, sich auf das Virus testen zu lassen.

Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass der PCR-Test im Rahmen einer Einweisung ins Krankenhaus stattfindet, vom zuständigen Gesundheitsamt oder vom Haus- beziehungsweise Facharzt veranlasst wird. „Die Entscheidung, ob der Test durchgeführt wird, trifft allein der behandelnde Arzt - unter Berücksichtigung der Empfehlungen des RKI“, betont etwa die Techniker Krankenkasse (TK). Führt der Arzt einen Test durch, übernehme die Krankenversicherung neben den Behandlungskosten auch die Laborkosten pro Analyse. Für Versicherte entstehen dann keine zusätzlichen Kosten, der Test wird über die Versichertenkarte abgerechnet.

Will sich eine Person freiwillig mittels PCR auf das Virus testen lassen, müssen die Kosten selbst übernommen werden. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit gilt: Ärzte erhalten für einen Abstrich pauschal 15 Euro. Labordiagnostiker erhalten für den Nachweis einschließlich der allgemeinen ärztlichen Laborleistungen, Versandmaterial und Transportkosten 50,50 Euro. Abgerechnet wird über die Kassenärztliche Vereinigung.

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Der Verband deutscher Laborärzte weist in einer Pressemitteilung darauf hin, dass weiterhin ärztliche Expertise darüber entscheiden sollte, wer getestet wird und wer nicht. „Die Kräfte der Mitarbeiter in Praxen, Kliniken und öffentlichem Gesundheitsdienst müssten geschont werden, statt sie mit Massentests zu erschöpfen“, heißt es.

Wie oft wird getestet?

Wie oft getestet wird, entscheidet der Arzt, erläutert das Gesundheitsministerium. Unter anderem für Kontaktpersonen sieht die Verordnung einen möglichen weiteren Test vor, der nach Ende der Inkubationszeit sinnvoll sein könnte.

Wie wird auf eine Sars-CoV-2-Infektion getestet?

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Der Nachweis einer akuten Sars-CoV-2-Infektion erfolgt derzeit durch PCR-Tests. Bei einem Verdacht entnehmen Ärzte beziehungsweise Klinikmitarbeiter einen Abstrich aus den oberen Atemwegen. Das Robert-Koch-Institut, Deutschlands oberste Gesundheitsbehörde, empfiehlt bei einem konkreten Corona-Verdacht, möglichst Proben aus dem Rachenraum, aber auch aus den tiefen Atemwegen, etwa Schleim aus der Lunge oder Bronchialsekret, zu entnehmen. Diese werden in speziellen Laboren untersucht.

Grundlage ist das genetische Material des Virus, die RNA-Moleküle werden in einem chemischen Verfahren in rund vier Stunden isoliert. Das Ergebnis liegt beim Patienten, wenn alles glatt läuft, spätestens nach 48 Stunden vor. Die eigentliche Auswertung der entnommenen Probe selbst dauert maximal fünf Stunden.

Das Testergebnis könne laut RKI aber lediglich eine Momentaufnahme sein. Zudem schließe ein negatives PCR-Ergebnis die Möglichkeit einer Infektion mit Sars-CoV-2 nicht vollständig aus.

Was ist der Unterschied zwischen Antigenschnelltest und PCR?

Anders als die üblicherweise durchgeführten PCR-Tests suchen Antigentests in Abstrichproben nicht nach dem Erbgut des Virus, sondern nach Molekülen, die charakteristisch für die Viren sind. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest wird auf einem Teststreifen angezeigt, ob das gesuchte Molekül gefunden wurde und die Person positiv ist oder nicht.

Der große Vorteil: Das Ergebnis liegt wenige Minuten später vor. Der PCR-Test ist weitaus aufwendiger im Verfahren, teurer – und das Ergebnis meistens frühestens nach einem Tag verfügbar. Der große Nachteil: Die PCR gilt weiterhin als Goldstandard, weil das Verfahren um einiges genauer ist und zuverlässigere Ergebnisse liefert. Zudem muss medizinisches Personal ausgebildet werden, um den Abstrich durchführen zu können.

Was prüfen Antikörpertests?

Mithilfe eines Antikörpertests kann man – im Gegensatz zu den PCR-Tests – überprüfen, ob sich jemand in der Vergangenheit mit Sars-CoV-2 infiziert und gegen das Coronavirus Antikörper gebildet hat. Antikörpertests sind Kassenleistung – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen: Nur wenn der Arzt entscheidet, dass der Antikörpertest medizinisch notwendig ist, könne die Behandlung über die elektronische Gesundheitskarte abgerechnet werden, erklärt etwa die Techniker Krankenkasse (TK) auf der eigenen Homepage. Der Test müsse in direktem zeitlichen Bezug zu einer Covid-19-Symptomatik stehen. „Privatrechnungen können von der TK nicht erstattet werden.“ Von Heimtests raten Virologen ab.

Wir haben diesen Artikel am 4. November umfassend aktualisiert.

RND/sbu/asu/lb/dpa

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