• Startseite
  • Gesundheit
  • Corona-Test für zuhause? US-Gesundheitsbehörde erteilt Zulassung für Schnelltest

Corona-Schnelltest für zu Hause? US-Gesundheitsbehörde erteilt erstmals Zulassung

  • In den USA können Menschen mit einem Verdacht auf eine Corona-Ansteckung einen neuen Schnelltest anwenden.
  • Ein Vorteil ist der Zeitfaktor: Innerhalb von 30 Minuten gibt es ein Ergebnis, der Abstrich muss nicht ins Labor geschickt werden.
  • Auch Virologen in Deutschland – wie Christian Drosten und Sandra Ciesek – sehen in solchen Schnelltests großes Potenzial für die Pandemiebekämpfung.
|
Anzeige
Anzeige

In Deutschland sollen Corona-Schnelltests laut der nationalen Teststrategie vor allem in Pflege- und Altenheimen sowie im medizinischen Bereich genutzt werden – und der Abstrich von geschultem Personal durchgeführt werden, um die Fehlerquote möglichst gering zu halten. Die USA gehen einen anderen Weg. Dort sollen derartige Tests nun auch in den eigenen vier Wänden Anwendung finden. Die zuständige Gesundheitsbehörde FDA hat am Dienstag erstmals einen Corona-Schnelltest zugelassen, der komplett von zu Hause aus durchgeführt werden kann.

Es handelt sich um das Testkit des kalifornischen Herstellers Lucira Health. Es sei im Eilverfahren zugelassen worden, verkündete die FDA in einer Mitteilung. Der Schnelltest soll innerhalb von „30 Minuten oder weniger“ ein Ergebnis darüber liefern, ob jemand mit Sars-CoV-2 infiziert ist. Der Abstrich mit einem Nasentupfer wird selbst entnommen, das Ergebnis erscheint kurze Zeit später auf dem Testdisplay. Die Auswertung findet also ohne Einsendung ins Labor statt.

Video
Erster Selbsttest für SARS-CoV-2 in den USA zugelassen
1:13 min
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einen Covid-19-Test für die Eigenanwendung zugelassen.  © Reuters
Anzeige
Die Pandemie und wir Der neue Alltag mit Corona: In unserem Newsletter ordnen wir die Nachrichten der Woche, erklären die Wissenschaft und geben Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Diagnostischer Fortschritt durch Corona-Schnelltests

Personen mit positiven Ergebnissen sollten sich selbst isolieren. Personen mit negativem Testergebnis, die aber Covid-19-ähnliche Symptome aufweisen, sollen sich an ihren Arzt wenden, „da negative Ergebnisse eine Sars-CoV-2-Infektion nicht ausschließen“. Für den Test braucht es ein ausgestelltes Rezept. Wie treffsicher das Produkt eine Infektion erkennt, teilt die FDA nicht mit. Der Hersteller Lucira spricht von einer bis zu hundertprozentigen Trefferquote, allerdings spiegelten Proben mit sehr geringer Viruskonzentration möglicherweise keine aktive Infektion mehr wider.

Genehmigt wurde der Schnelltest laut FDA für Menschen ab 14 Jahren, bei denen ein Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus vorliegt. In Arztpraxen, Krankenhäusern, Notfallzentren und Notaufnahmen ist er für alle Altersgruppen zugelassen. Bei unter 14-Jährigen müssten die Proben allerdings von Fachpersonal entnommen werden. „Diese neue Testoption ist ein wichtiger diagnostischer Fortschritt, um die Pandemie zu bekämpfen und die öffentliche Belastung durch die Übertragung von Krankheiten zu verringern“, wird FDA-Kommissar Stephen M. Hahn in der Mitteilung zitiert.

Antigen-Schnelltests auch für den Heimgebrauch in Deutschland?

Auch in Deutschland wird über den vermehrten Einsatz von Schnelltests diskutiert. In einer in dieser Woche veröffentlichten und noch zu begutachtenden Preprint-Studie der Berliner Charité untersuchte ein Forscherteam um den Virologen Christian Drosten sieben Schnelltests, die derzeit auf dem deutschen Markt erhältlich sind.

Die Wissenschaftler sehen im Einsatz von Schnelltests großes Potenzial. „Die unmittelbare Verfügbarkeit von Testergebnissen könnte neuartige Gesundheitskonzepte ermöglichen, bei denen die Entscheidung über eine Isolation auf dem Testen der Infektiosität und nicht der Infektion basiert“, heißt es in der Studie.

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek hat sich für mehr Corona-Tests für Jedermann ausgesprochen. „Das Testen von Privatpersonen wird zu wenig diskutiert“, sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“.

Es gebe „nicht nur Schwarz und Weiß“, sagte Ciesek – also für alle die Tests freizugeben oder nur im medizinischen Bereich. „Im Moment fehlen mir so ein bisschen die Zwischenstufen“, sagte Ciesek. „Es wäre ja auch möglich, dass man Tests unter Begleitung ermöglicht. Da ist noch viel Spielraum, wo wir uns selbst im Weg stehen im Moment.“

Mit Antigen-Schnelltests könne man Menschen, die hoch ansteckend seien, schnell und sehr sicher entdecken. Die verfügbaren Tests würden zwar nicht für alle ausreichen, sagte Ciesek. Sie glaube aber, „dass wir mehr Bereiche, die uns wichtig sind, absichern könnten mit diesen Tests“, etwa Besuche in Altenheimen oder Schulen.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen