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Corona in den USA: 40 Prozent der Infizierten haben womöglich keine Symptome

  • Das Centers for Disease Control and Prevention hat seinen Leitfaden für die Covid-19-Pandemie in den USA aktualisiert.
  • Daraus geht jetzt hervor, dass rund 40 Prozent der Infizierten keine Symptome haben könnten – das Virus aber durchaus verbreiten.
  • Diese neuen Schätzungen beeinflussen auch die geplanten Schulöffnungen nach den Sommerferien.
Laura Beigel
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Atlanta. Das US-amerikanische Centers for Disease Control and Prevention (CDC) schätzt, dass 40 Prozent der Corona-Infizierten in den Vereinigten Staaten keine Symptome aufweisen. Die Wahrscheinlichkeit, dass asymptomatische Infizierte den Erreger übertragen, gibt die Behörde mit 75 Prozent an. Das geht aus den aktualisierten fünf Covid-19-Pandemie-Planungsszenarien hervor, die das CDC zusammen mit dem U.S. Department of Health & Human Services erstellt.

Neuer Leitfaden enthält Infektionssterblichkeitsrate

Diese Szenarien sollen Beamten des öffentlichen Gesundheitswesens bei Entscheidungen im weiteren Verlauf der Pandemie helfen. Jedes der fünf Szenarien “basiert auf einer Reihe von Zahlenwerten für die biologischen und epidemiologischen Eigenschaften von Covid-19″, heißt es vom CDC.

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Die neuen Erkenntnisse beruhen auf dem fünften Szenario, der sogenannten “aktuell besten Schätzung” der Virusübertragung und der Schwere der Erkrankung. Dafür wurden Daten von Ende Juni herangezogen. Der aktualisierte Leitfaden der CDC enthält auch eine Infektionssterblichkeitsrate: Demnach rechnet die Behörde derzeit damit, dass 0,65 Prozent der Sars-CoV-2-Infizierten an den Folgen der Infektion sterben werden.

Ausbreitung des Coronavirus in den USA schreitet voran

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland sind bisher rund 135.000 Menschen an einer Corona-Infektion gestorben. Mehr als 3,3 Millionen Menschen in den USA haben sich bislang mit dem Sars-CoV-2-Erreger infiziert.

Beinahe täglich melden die Vereinigten Staaten neue Tageshöchstwerte bezüglich der Neuinfektionen. Alleine am Freitag verzeichneten die Behörden mehr als 66.000 neue Fälle. Besonders betroffen sind nach wie vor US-Bundesstaaten wie Florida, Kalifornien und Texas. “Es wird kritisch und ich glaube, wir befinden uns auf dem Weg zur Hölle”, sagte Dr. Joseph Varon vom Krankenhaus “United Memorial Medical Center” in Houston gegenüber “Sky News” mit Blick auf die kommenden zwei Wochen.

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Auch Kinder können asymptomatische Virusüberträger sein

Die neuen Schätzungen des CDC zur Zahl der asymptomatischen Corona-Infizierten dürften auch eine Rolle für die von US-Präsident Donald Trump favorisierte Wiedereröffnung der Schulen nach den Sommerferien spielen. Bisher gehen Mediziner zwar davon aus, dass Kinder ein genauso großes Risiko haben, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, wie Erwachsene, allerdings können sie auch asymptomatische Virusüberträger sein.

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Unterdessen verzeichnen die Vereinigten Staaten den größten Anstieg an Coronavirus-Fällen, der jemals innerhalb eines Tages von einem Land verzeichnet wurde.  © Reuters

Das CDC verweist beispielsweise auf eine Studie des Shanghai Children’s Medical Centers mit 2143 Kindern, die sich mit dem Sars-CoV-2-Erreger angesteckt hatten. In 13 Prozent der Fälle lag eine asymptomatische Infektion vor.

CDC überarbeitet Leitfaden für Schulöffnungen

Trump hatte die CDC jüngst für ihre “sehr strengen und teuren Richtlinien” für die Schulöffnungen kritisiert. “In Deutschland, Dänemark, Norwegen, Schweden und vielen anderen Ländern haben die Schulen ohne Probleme geöffnet”, twitterte er am vergangenen Mittwoch.

Nach dieser Kritik will das CDC jetzt ihren Leitfaden noch einmal überarbeiten. “Der Präsident hat heute gesagt, dass wir einfach nicht wollen, dass die Leitlinien zu streng sind. Deshalb wird CDC nächste Woche einen neuen Satz an Maßnahmen herausgeben”, hatte Vizepräsident Mike Pence bei einer Pressekonferenz der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses mitgeteilt.



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