Covid-19-Studie: Neurologische Symptome klingen offenbar wieder ab

  • Kognitive Beeinträchtigungen können eine Langzeitfolge bei Covid-19 sein.
  • Die Symptome hängen mit einem veränderten Hirnstoffwechsel zusammen und sind grundsätzlich reversibel, haben Freiburger Wissenschaftler herausgefunden.
  • Die neurologischen Symptome halten demnach in einigen Fällen mehrere Monate, aber wohl nicht dauerhaft an.
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Bei vielen Covid-19-Patienten treten neben Atemwegsbeschwerden auch neurologische Symptome auf: Besonders häufig sind das Störungen des Geruchs-und Geschmackssinns, aber auch Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit und Konzentrationsstörungen kommen vor. Bei schweren Verläufen kann es sogar zu Bewusstseinsstörungen und Störungen der Hirnfunktion kommen. Die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis können in einigen Fällen auch noch nach dem Abklingen der anderen Symptome beeinträchtigt sein.

Ein Forscherteam um Jonas Hosp, Leiter der Post-Covid-Ambulanz der Universitätsklinik Freiburg, hat nun einen Zusammenhang zwischen neurologischen Symptomen bei Covid-19 und dem Hirnstoffwechsel gefunden. Die Wissenschaftler stellten auch fest: Neurologische Symptome, die im Zuge einer Covid-19-Erkrankung auftreten, bilden sich wieder zurück – nur kann das eben dauern.

Glucosestoffwechsel im Gehirn gestört

In die Studie der Forscher waren nur solche Patienten eingeschlossen, die infolge einer Coronavirus-Infektion mindestens ein neu aufgetretenes neurologisches oder neurokognitives Defizit aufwiesen: also zum Beispiel einen gestörten Geruchs- oder Geschmackssinn oder eine Gedächtnisstörung. Corona-Patienten, die schon vorher unter solchen Symptomen litten, wurden hingegen aus der Studie ausgeschlossen.

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29 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren und neurologischen Covid-19-Symptomen wurden genauer untersucht. Dabei kam auch ein spezielles Verfahren zum Einsatz, mit dem sich Veränderungen im Hirnstoffwechsel erkennen lassen. Hierbei stellten die Wissenschaftler fest, dass eine kognitive Beeinträchtigung bei den Patienten besonders oft mit einer schlechteren Verstoffwechselung von Glucose in der Großhirnrinde einherging. Dabei schienen die Nervenzellen in der Hirnrinde nicht wirklich geschädigt zu sein. Sobald sich der Hirnstoffwechsel normalisierte, gingen auch die neurologischen Beeinträchtigung wieder zurück.

Neurologische Symptome sind reversibel

„Als erfreuliches Ergebnis lässt sich festhalten: Die kognitiven Einschränkungen sind per se reversibel. Allerdings muss einschränkend gesagt werden, dass einige Betroffene auch sechs Monate nach der Akuterkrankung noch kein Normalniveau erreicht hatten, die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit also in einigen Fällen langwierig zu sein scheint“, sagte Studienautor Hosp in einer Pressemitteilung zur Studie, die von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie veröffentlicht wurde.

„Diese Befunde belegen, dass neurokognitive Probleme nach einer Covid-19-Erkrankung eine messbare Ursache haben. Um das gesamte Ausmaß besser zu verstehen und den Post-Covid-Verlauf unter Therapie beurteilen zu können, sind nun prospektive Follow-up-Studien notwendig“, sagte der Generalsekretär der DGN, Peter Berlit.

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