Studie: Aspirin könnte Sterblichkeitsrisiko bei schweren Covid-19-Fällen verringern

  • Die Suche nach einem wirksamen Medikament gegen Covid-19 ist ein Wettrennen unterschiedlicher pharmakologischer Innovationen.
  • Eine Studie gibt Hinweise darauf, dass Aspirin bei schweren Covid-19-Verläufen hilfreich sein könnten.
  • Weitere Studien müssen das nun überprüfen.
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Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure, unter dem Markennamen Aspirin ein weltbekanntes Allheilmittel, soll für einen signifikant milderen Verlauf bei schweren Covid-19-Fällen sorgen. Die Studie, die auf der Fachseite Anesthesia & Analgesia erschien, zeigt, dass Patienten, die zum Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen täglich niedrig dosiertes Aspirin einnahmen, ein geringeres Risiko für Komplikationen und Todesfälle hatten.

Dazu hatte das Team um Jonathan Chow von der University of Maryland School of Medicine in Baltimore 412 Probanden mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren untersucht. 314 von ihnen (76,3%) erhielten kein Aspirin, während 98 Patienten (23,7%) Aspirin innerhalb von 24 Stunden nach ihrer Einlieferung, beziehungsweise sieben Tage vor ihrer Einlieferung erhalten hatten.

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Die Gabe von Aspirin reduzierte das Risiko, mechanisch beatmet zu werden um 44 Prozent. Das Risiko, auf der Intensivstation betreut werden zu müssen, verringerte sich bei geringer Aspirin-Gabe (ca. 81 Milligramm) um 43 Prozent. Die Wahrscheinlichkeit, im Krankenhaus zu sterben, nahm um 47 Prozent ab im Vergleich zu Patienten, die kein Aspirin einnahmen. Auch ein Anstieg sogenannt nachteiliger Ereignisse wie etwa starker Blutungen während des Krankenhausaufenthaltes wurde nicht beobachtet. Bei der Ermittlung des Risikos bezogen die Wissenschaftler verschiedene Faktoren wie etwa das Alter, Gewicht, Geschlecht, aber auch Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck ein.

Weitere Studien sind notwendig

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Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass die Gabe von Aspirin mit besseren Verläufen bei hospitalisierten Covid-19-Patienten in Verbindung gebracht werden kann. „Dennoch muss eine umfangreiche Randomisierte kontrollierte Studie (RCT, höchster Standard einer Studie, die in eine zufällige Experimental- und Kontrollgruppe aufgeteilt ist, Red.) folgen, um beurteilen zu können, ob es eine kausale Verbindung zwischen der Einnahme von Aspirin und geringeren Lungenschädigungen sowie niedrigerer Sterblichkeit bei Covid-19 Patienten gibt.“

Anästhesiologe und Studienleiter Jonathan Chow ist verhalten optimistisch, wie er in einer Mitteilung der University of Maryland sagt: „Sollten unsere Ergebnisse bestätigt werden, wäre Aspirin das erste massenhaft zugängliche rezeptfreie Medikament, dass die Covid-19-Sterblichkeit verringert."

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