Studie: Hälfte der Deutschen fühlte sich während des Corona-Lockdowns einsam

  • Durch die coronabedingten Einschränkungen waren Millionen Menschen vor allem in der heißen Phase des Lockdowns gezwungen, soziale Kontakte zu vermeiden.
  • Laut einer Studie von Kaspersky fühlte sich dadurch rund die Hälfte der Deutschen einsam.
  • Auffällig ist, dass ältere Leute weniger große Probleme mit Social Distancing hatten.
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Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie war die deutsche Bevölkerung mit einer Situation konfrontiert, die wohl nur die kühnsten Pessimisten im Voraus erwartet hätten: Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverbote zwangen sie, ihre Zeit überwiegend in den eigenen vier Wänden zu verbringen und soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren. Dies hat sich auch auf das Einsamkeitsgefühl der Menschen ausgewirkt. Laut einer vom Cybersicherheitsunternehmen Kaspersky in Auftrag gegebenen repräsentativen Onlineumfrage fühlten sich 48 Prozent der Befragten während der heißen Phase des Lockdowns zumindest gelegentlich einsam. Dieser Wert liegt damit knapp unter dem europäischen Durchschnitt (52 Prozent).

Ältere Menschen waren im Vergleich weniger einsam

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist zudem, dass die Empfindung von Einsamkeit stark vom Alter der Befragten abhängt. Demnach verspürten Menschen, die ab 1994 geboren wurden, mit 62 Prozent am häufigsten Einsamkeitsgefühle. Bei den sogenannten Millennials (1980 bis 1993 geboren) waren es 60 Prozent. Die geringsten Probleme hatten die Personen, die vor 1946 geboren wurden. Hierbei fühlten sich nur 36 Prozent der Befragten in Deutschland während der Einschränkungen einsam. Zudem gaben 14 Prozent der befragten Deutschen an, sich vor dem Lockdown noch einsamer gefühlt zu haben. Als Grund gaben 53 Prozent die Nutzung technischer Möglichkeiten wie Videokonferenzen an.

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Sozialer Kontakt dank Videokonferenzen

Während der Hochphase der Krise erfreute sich vor allem die Kontaktaufnahme per Videochat großer Beliebtheit. Mangels realer sozialer Kontakte sahen sich viele gezwungen, auf alternativen Wegen mit ihren Freunden oder Angehörigen in Kontakt zu treten oder im Homeoffice an digitalen Meetings teilzunehmen. Der Videokonferenzdienst Zoom beispielsweise verbuchte einen steilen Anstieg der Nutzerzahlen. Ende April tauschten sich etwa 300 Millionen Nutzer täglich über die Anwendung aus.

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Trotzdem glauben nur 26 Prozent der Befragten in Deutschland, dass sie durch Corona vertrauter im Umgang mit Technologien geworden sind. Im Vergleich: Der europäische Durchschnitt liegt bei 36 Prozent. Befragt wurden insgesamt 10.000 Erwachsene in zwölf europäischen Ländern, davon 1000 in Deutschland.

RND/jj


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