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Newsletter „Die Pandemie und wir“

Von wegen Sommerpause: BA.5 verändert die Spielregeln

Am Strand von Cuxhaven werden auch in diesem Sommer viele Besucherinnen und Besucher erwartet.

Sommerfeeling am Nordseestrand von Cuxhaven. Wie stark wird Corona noch Thema sein?

Liebe Leserinnen und Leser,

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wer hätte gedacht, dass sich Corona schon so früh und so deutlich zurückmeldet? Es ist Mitte Juni. Eigentlich die Zeit, in der es ruhiger werden sollte um das Virus. Stattdessen ruft Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Sommerwelle aus. Eine neue Omikron-Linie macht sich breit. Das Risiko nimmt wieder zu, sich im Alltag anzustecken. BA.5 ist bekannt dafür, noch übertragbarer zu sein und den Immunschutz stärker zu überwinden, als es BA.1 und BA.2 konnten.

Erst in den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob in der Folge auch mehr Menschen schwer erkranken. Hoffentlich nicht. Aber das Beispiel Portugal zeigt dieser Tage, dass es auch anders laufen könnte. Was also tun? Statt eines sommerlichen Endes von Maßnahmen raten Experten und Expertinnen dazu, wieder die Maske zu tragen. Denn nicht jeder und jede ist bei BA.5 gleichermaßen gut geschützt. Omikron-Genesene ohne Impfschutz, über 70‑Jährige und Menschen mit Immunschwäche sind gefährdeter als Geboosterte. Von ihnen gibt es viele in Deutschland.

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Deshalb ist es auch ratsam, den Immunschutz per Impfung zu verbessern. Wer es noch nicht getan hat, sollte sich lieber jetzt noch die dritte Dosis abholen, Ältere am besten auch den vierten Booster mit bereits zugelassenen Impfstoffen. Wie gut man speziell bei BA.5 noch geschützt ist, können Sie in unserer Rubrik „Alltagswissen“ lesen.

Bleiben Sie stark!

Saskia Heinze

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Was wichtig war

Derzeit ist dem Corona-Expertenrat zufolge nicht verlässlich vorhersagbar, wie sich Sars-CoV‑2 entwickeln wird. Klar sei nur: Die Pandemie ist definitiv nicht vorbei. Das Gremium umreißt daher drei mögliche Szenarien für die kommenden Monate:

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  • Im günstigsten Fall könnte sich demnach eine Virusvariante mit einer noch geringe­ren Krankheitsschwere als bei den Omikron-Stämmen durchsetzen. In diesem Fall würden keine erneuten Infektionsschutzmaßnahmen notwendig.
  • Die Krankheitslast könnte aber auch ähnlich wie bei den aktuellen Omikron-Varianten ausfallen. Dann sei eine Winterwelle zu erwarten, die sich über mehrere Monate streckt. Das könne zu vermehrten Arbeitsausfällen führen, die erneut flächen­deckende Maßnahmen wie Abstandsregeln und Maskenpflicht in Innenräumen nötig machen könnten. Auch lokale Kontaktbeschränkungen seien denkbar. Die Intensivstationen würden in diesem Szenario aber nur moderat belastet.
  • In einem ungünstigeren Fall könnte eine neue Virusvariante mit höherer Übertrag­barkeit und schwererer Krankheitslast entstehen. Auch vollständig geimpfte Menschen mit Risikofaktoren könnten dann schwer an Corona erkranken, so der Expertenrat. Das Gesundheitssystem würde erneut stark belastet. Dies könne Kontakt­beschränkungen und weitere Impfungen nötig machen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen.
 

Pandemie in Zahlen

 

Alltagswissen

Nicht jeder und jede ist gleichermaßen gut gegen die Omikron-Linie BA.5 geschützt. Als Faustregel gilt: Wer immungesund und dreifach geimpft ist, bleibt in der Regel gut vor schwerem Covid‑19 geschützt. Vor einer Infektion und einem milden bis moderaten Verlauf schützt die Impfung hingegen nicht mehr so gut wie noch zu Beginn der Impfkampagne.

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Ein erhöhtes Risiko für Covid‑19 haben bei dieser Subvariante trotzdem eine Reihe von Menschen: Zum einen, wer sich in den vergangenen Monaten zwar mit der früheren Omikron-Variante angesteckt hat, aber keinen Impfschutz durch Grundimmunisierung und Booster-Dosis aufgebaut hat. Zum anderen Ältere und Menschen mit Immunschwäche, selbst nach der Dreifachimpfung. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt ihnen deshalb, sich spätestens drei Monate nach der letzten Dosis ein zweites Mal mit den zugelassenen Vakzinen von Biontech und Moderna boostern zu lassen.

 

Treffend gesagt

Natürlich ist das Virus mal wieder schneller als die Impfstoffentwicklung.

Carsten Watzl

Immunologe

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Forschungsfortschritt

Sich bei der Arbeit nicht mehr konzentrieren können, ständig erschöpft sein, gerade noch so den Haushalt stemmen. Beim Laufen versagende Beine, ein plötzlich rasendes Herz, unkontrolliert zuckende Muskeln. Typische Symptome von Long Covid sind inzwischen vielen ein Begriff und in Studien vielfach beschrieben. All das können Spätfolgen nach einer Corona-Infektion sein.

Nun mehren sich Berichte von Menschen mit für Long Covid typischen Symptomen, die nachgewiesenermaßen gar kein Corona hatten. Die Betroffenen führen ihre Leiden stattdessen auf eine Impfung gegen Covid‑19 zurück. Unter Fachleuten spricht man dabei vom Post-Vac-Syndrom. Noch seien zum Krankheitsbild aber viele Fragen offen, ein ursächlicher Zusammenhang zwischen den berichteten Symptomen und der Corona-Impfung zudem nur sehr schwer zu beweisen, erklärt Bernhard Schieffer, von Haus aus Kardiologe und Chefarzt der Intensivstation am Universitätsklinikum Marburg.

Im Vergleich zu den mehr als 180 Millionen verabreichten Corona-Impfungen in ganz Deutschland kommt das Phänomen nach bisherigen Erkenntnissen sehr selten vor. Erste Studien zum Post-Vac-Syndrom schätzen, dass rund 0,02 Prozent der Geimpften betroffen sein könnten. Wieso, ist noch unklar. Fehlgeleitete Immunreaktionen – das sei die für Schieffer bislang plausibelste Theorie, wieso es zu den seltenen Fällen von Post-Vac kommt.

 

Gesundes Zusatzwissen

In jedem von uns leben Billionen von Bakterien. Viele von ihnen sind für uns Menschen überlebenswichtig. Allein die Mikroorganismen des Darms bringen zusammen bis zu zwei Kilogramm auf die Waage. Damit es ihnen gut geht, kommt es auch auf die richtige Ernährung an. Wie meine Kollegin Anja Gribhofer recherchiert hat, sind Ballaststoffe dabei das wichtigste „Futter“.

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Besonders viele Ballaststoffe sind in Vollkornprodukten zu finden – beispielsweise ungeschältem Reis, aber auch Vollkornbrot oder -nudeln. Weitere sehr gute Lieferanten sind Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Bohnen oder Sojabohnen. Gemüse wie Sellerie, Schwarz­wurzeln, Brokkoli oder auch Pilze können ebenfalls eine Vielzahl unterschiedlicher Ballast­stoffe liefern – ebenso wie Obst (Birnen, Äpfel, Beeren und vieles mehr). Nüsse können zur Aufnahme der unverdaulichen Pflanzenbestandteile beitragen. Weitgehend meiden sollte man hingegen stark verarbeitete Lebensmittel wie Süßigkeiten, Chips und Tiefkühlpizza, aber auch Zucker und Fett sowie zu viel Fleisch.

 

Pandemie im Ausland

Seit die Corona-Pandemie losgegangen ist, haben die Behörden in China unter dem Vorwand des Corona-Schutzes einen Überwachungsstaat aufgebaut, der noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien, berichtet mein Kollege Fabian Kretschmer. Das zeigt sich auch in Peking: Dort lässt sich kein Supermarkt mehr betreten, ohne dass sich Besucherinnen und Besucher mit ihrem Smartphone digital registrieren. Spätestens alle drei Tage müssen sich die Menschen in der Hauptstadt zudem vor den Testzentren anstellen, um einen verpflichtenden PCR-Test zu machen.

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Selbst vor den Wohnanlagen wachen Nachbarschaftskomitees mit roten Armbinden, um die Bewegungsflüsse zu kontrollieren: Meist werden sie von Kameraanlagen unterstützt, die vor der Haustür die Körpertemperatur und Identität eines jeden Besuchers und jeder Besucherin erfassen. Überall muss man den eigenen Gesundheitscode vorzeigen. Er ist wie ein digitaler Corona-Ausweis, ohne den niemand die U-Bahn, geschweige denn einen Hochgeschwindig­keitszug betreten darf.

 

Was kommt

Es war das große Versprechen der neuen mRNA-Technologie: Innerhalb von wenigen Wochen sei eine Anpassung der Corona-Impfstoffe an neue Varianten möglich. Nun rechnet die Europäische Arzneimittelbehörde EMA aber erst für September mit einer Entscheidung, ob die auf Omikron ausgerichteten Mittel von Biontech und Moderna genehmigt werden. Dass das alles länger dauert, hat damit zu tun, dass momentan noch klinische Studien laufen. Die Vakzine müssen nicht nur im Labor zeigen, dass sie besser als die bisherigen Stoffe schützen, sondern auch an Menschen getestet werden.

Erst dann prüft die EMA die Daten. Immerhin: Bei mRNA-Vakzinen ist zumindest die Umstellung in den Fabriken nicht ganz so aufwendig. In einer Biontech-Stellungnahme heißt es, die Produktionsanlagen könnten so umgestellt werden, dass erste Impfstoffe binnen drei Monaten verfügbar wären.

 

Was das Leben leichter macht

Wer keinen Sonnenbrand will, sollte sich mit Sonnencreme einreiben.

Wer keinen Sonnenbrand will, sollte sich mit Sonnencreme einreiben.

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Wer in diesem Sommer im Freibad, auf dem Balkon oder am Strand relaxen will, kommt ums Einschmieren nicht herum. Zwar wird vielen Lebensmitteln nachgesagt, dass sie für eine Art natürlichen Sonnenschutz sorgen sollen, wenn man sie verzehrt – darunter Beeren, Möhren, Nüsse oder auch Haferflocken. Die Begründung: Das darin enthaltene Vitamin A baue einen milden Sonnenschutzfaktor auf. Zwar stimmt es, dass die Haut von einer gesunden Ernährung profitiert.

Doch Fachleute betonen, dass sie keinen Sonnenschutz durch Cremes oder Sprays ersetzen. Denn selbst wenn diese Lebensmittel einen Sonnenschutzfaktor aufbauen, fällt dieser sehr gering aus. Außerdem gilt: „Die dafür nötigen Beta-Carotin-Dosen liegen so hoch, dass man täglich kilogrammweise Möhren essen müsste“, sagt Stefan Kabisch, Studienarzt am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke.

Jeder Hauttyp brauche einen Schutz durch Sonnencreme – lediglich die sogenannte Eigenschutzzeit unterscheide sich von Hauttyp zu Hauttyp, sagt der Dermatologe Christoph Liebich aus München. Die Eigenschutzzeit beschreibt dabei die Dauer, in der sich die Haut allein vor Sonnenstrahlen schützen kann. Menschen mit heller Haut haben meist nur zehn Minuten Eigenschutzzeit, bei sehr dunklen Hauttönen ist die Haut teils bis zu 90 Minuten geschützt.

 

Was sonst noch wichtig ist

Wie gefährlich sind denn nun die Affenpocken? Aus Sorge um die zunehmenden Nachweise des Virus in aller Welt hat der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, für kommende Woche einen Notfallausschuss einberufen. Das Gremium soll dann entscheiden, ob es sich – wie bei Corona – um eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“ (PHEIC) handelt.

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Die Erklärung der Notlage wäre die höchste Alarmstufe, die die WHO verhängen kann. Eine solche Erklärung hat keine direkten praktischen Folgen, soll aber die Mitgliedsländer wachrütteln. Eine Notlage gilt etwa seit Ende Januar 2020 wegen Sars-CoV‑2. Weltweit wurden inzwischen mehr als 1600 Fälle von Affenpocken und fast 1500 Verdachtsfälle aus 39 Ländern gemeldet. In 32 dieser Länder gab es vor Mai keine bekannten Fälle. Die Zahl der Erkrankten hierzulande ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag auf knapp 230 gestiegen.

 

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