Corona-Schnelltests auf der Kieler Woche - die Zukunft von Veranstaltungen?

  • Die Veranstalter der Kieler Woche haben für Athleten und Akteure eine Covid-19-Schnellteststation eingerichtet.
  • In mehreren Schritten soll dort eine Coronavirus-Infektion ausgeschlossen werden können.
  • Ein Mediziner hat eigens dafür einen speziellen Screen der Mundoberfläche entwickelt, der in Sekunden Ergebnisse liefern soll.
Heidi Becker
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Viele Sportveranstaltungen wurden und werden immer noch wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Zu groß ist die Gefahr von Neuinfektionen, bei denen sich die Infektionsketten nicht mehr nachverfolgen lassen. Das betrifft nicht nur die Zuschauer. Zur Gefahr könnte es auch werden, wenn Athleten aus verschiedensten Ländern aufeinandertreffen. Auf der Kieler Woche wird nun nach einem Bericht der “Kieler Nachrichten” ein mehrstufiges Verfahren getestet, welches die Infektionsgefahr drastisch verringern soll – und das innerhalb von 90 Sekunden. Einer der Kernpunkte: ein von einem Mediziner entwickelter Schnelltest, der direkt vor Ort ausgewertet werden kann.

Fieber messen und Symptome abklären

Das Verfahren beginnt in einem kleinen Durchlaufpavillon zwischen Hafenareal und den offiziellen Unterkünften. Hier wird bei den Seglern und dem Kieler-Woche-Team regelmäßig die Körpertemperatur gemessen. Schon bei diesem Pre-Screening können Menschen mit erhöhter Temperatur bei Bedarf zu den bereitstehenden Medizin-containern weitergeleitet werden.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion Christine Aschenberg-Dugnus ließ sich das Verfahren von Sven Christensen, Chef der Point-of-Sailing-Eventagentur, vorführen. Das Verfahren ist zwar generell freiwillig, aber Athleten, die sich nicht checken lassen, dürfen auch nicht weitersegeln.

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Im weiteren Verfahren wird dann genauer Fieber gemessen und Symptome werden abgefragt – etwa Husten oder Geschmacksverlust. Wenn nötig, kommt es dann zu zwei weiteren Testverfahren.

Verfahren wird durch Abstrich bestätigt

Der Flensburger Mediziner Patrick Warnke hat eigens dafür einen speziellen Screen der Mundoberfläche entwickelt, der innerhalb weniger Sekunden eine sehr zuverlässige Auskunft über eine Infektion liefern soll. Zusätzlich wird mit dem anerkannten PCR-Testverfahren ein Abstrich an ein Labor geschickt – je nach Versanduhrzeit kann das Ergebnis bereits am kommenden Morgen vorliegen.

Das Kieler Warnarmband der Firma Addix ergänzt das Testverfahren, das – ähnlich wie die Corona-Warn-App – mithilfe von Bluetooth die Begegnungen mit anderen Menschen aufzeichnet. Die Segler sind laut Christensen vorab angeschrieben worden, um ihnen das Armband vorzuschlagen, das auch eine Verfolgung von Infektionsketten einfacher macht.

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Christine Aschenberg-Dugnus hat sich nun bei Gesundheitsminister Jens Spahn für eine weitere Förderung des Testverfahrens der Kieler Woche eingesetzt. Der Mediziner Patrick Warnke weiß, dass das Interesse von Eventorganisatoren immens ist – denn das Verfahren lässt sich problemlos für andere Veranstaltungen einsetzen.

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