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Harte Regeln in China: Immer mehr Regionen erlauben Einkauf im Supermarkt nur für Geimpfte

Supermarkt im chinesischen Hongkong: In Teilen des Riesenlandes ist der Einkauf von Lebensmitteln nur noch Geimpften erlaubt.

Seit Monaten bereits hat Chinas Impfkampagne massiv an Fahrt aufgenommen. Am Mittwoch vermeldete die nationale Gesundheitskommission, dass insgesamt 1,4 Milliarden Dosen an die Bevölkerung injiziert wurden. Täglich werden fast die Hälfte aller weltweiten Vakzine innerhalb der Volksrepublik verabreicht. Und bislang haben die Behörden stets versichert, dass die Entscheidung fürs Impfen auf freiwilliger Basis erfolgt. Doch mittlerweile wird der Druck auf Impfverweigerer immer stärker.

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Dutzende Städte in China haben nun flächendeckende Zugangsbeschränkungen für öffentliche Orte im urbanen Raum eingeführt. Diese sollen nurmehr für Geimpfte zugänglich sein. Ausgenommen von den ab Ende Juli geltenden Regelungen sind Minderjährige und Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können.

Die Zugangsbeschränkungen gelten demnach nicht nur für Krankenhäuser, Theater, Buchläden und Altersheime. Auch Supermärkte und Einkaufszentren sollen nurmehr Geimpfte einlassen dürfen. Als Beweis gilt der sogenannte Gesundheitscode, den jeder Chinese bereits seit vergangenem Jahr im Alltag regelmäßig vorzeigen muss, etwa beim Reisen oder Einchecken in Hotels.

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Bislang haben Lokalregierungen in mindestens fünf Provinzen jene Maßnahmen angekündigt – und schließen damit nicht geimpfte Personen de facto vom öffentlichen Leben aus. Ob die Maßnahmen auch landesweit Schule machen werden, ist bislang noch nicht klar.

Bis Jahresende sollen 70 Prozent aller Chinesen geimpft sein

Das selbst gesteckte Ziel der Behörden ist es, bis Jahresende mindestens 70 Prozent der Bevölkerung vollständig durchgeimpft zu haben. Doch auch dann wird die Staatsführung auf absehbare Zeit die geschlossenen Grenzen und strengen Quarantänemaßnahmen wohl nicht lockern. Im Gegenteil: Aufgrund der neuen Virusmutationen haben die Behörden angefangen, im südchinesischen Guangdong eigene Quarantänezentren zu errichten. Die bis zu dreiwöchige Isolationszeit für Einreisende wird vermutlich schon bald nicht mehr in Hotels möglich sein, sondern in Einrichtungen fernab von Wohngegenden.

Tatsächlich ist die Impfbereitschaft in China eher moderat. Das hat vor allem mit dem epidemiologischen Erfolg der Behörden zu tun: Die täglichen Infektionszahlen liegen bei nahezu null; nur alle paar Wochen flackert ein lokaler Infektionsstrang auf, der jedoch bislang durch gezielte Lockdowns stets unter Kontrolle gebracht werden konnte. Der Anreiz, sich impfen zu lassen, ist aufgrund des geringen Infektionsrisikos dementsprechend weniger ausgeprägt.

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Chinas eigene Impfstoffe sind weniger wirksam

Chinas Staatsführung verfolgt weiterhin eine strikte „Zero Covid“-Strategie, die es sich zum Ziel setzt, die eigenen Landesgrenzen möglichst vollständig virusfrei zu halten. Der Weg zur Herdenimmunität wird für China nicht nur aufgrund seiner Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen ein weiter sein.

Denn während in Europa die meisten Experten von einer Durchimpfungsrate von 85 Prozent ausgehen, die für das Erreichen der Herdenimmunität notwendig ist, dürfte der Wert innerhalb der Volksrepublik höher liegen. Denn die heimischen Vakzine von Sinopharm und Sinovac sind im internationalen Vergleich weniger wirksam – insbesondere in Bezug auf die Delta-Variante.

Dies geht nicht zuletzt aus den Entscheidungen vieler Staaten hervor. Jüngst hat Thailand angekündigt, dass es für sein Medizinpersonal, das zuvor mit zwei Injektionen eines chinesischen Vakzins geimpft wurde, nun eine dritte Injektion mit Biontech oder Astrazeneca ausgibt.

Eine ähnliche Maßnahme kündigten zuvor die Regierungen in Bahrain und Indonesien an. Zwischen Februar und Juni sind mindestens zehn indonesische Ärzte gestorben, die zuvor zwei Sinovac-Injektionen erhalten hatten.

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