Inzidenzwerte nicht wie Tempolimits: Forscher erwartet flexible Regeln im Herbst

  • Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen, warnt der Epidemiologe Hajo Zeeb vor zu vielen Kontakten.
  • Zeeb erwartet zum Herbst und Winter Kontaktbeschränkungen von öffentlicher Seite.
  • Der Forscher rechnet mit der Reiserückkehrwelle mit veränderten Verordnungen.
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Bremen. Angesichts steigender Corona-Inzidenzen rät der Wissenschaftler Hajo Zeeb, die Zahl der Kontakte niedrig zu halten. „Man kann mehr machen, wenn man geimpft ist. Aber jeder sollte überlegen: Muss das unbedingt sein?“, sagte der Epidemiologe vom Bremer Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie. Gerade bei der Delta-Variante sei Vorsicht geboten. Auch an Freiheiten müsse man sich wieder gewöhnen. Es gebe genügend Beispiele, bei denen es schiefgegangen sei.

„Ich erwarte zum Herbst und Winter, dass wir von öffentlicher Seite aufgerufen werden, die Kontakte zu reduzieren“, sagte Zeeb. „Wir dürfen nicht wieder in schlimme Situationen kommen.“ Insofern seien Urteile wie des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg, die Schließung von Diskotheken, Clubs und Shisha-Bars ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 10 zu kippen, nur Momentaufnahmen. „Es kann sein, dass sich das schnell erledigt. Mit der Reiserückkehrerwelle rechne ich mit veränderten Verordnungen.“

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Aktuelle Corona-Verordnung eher Übergangsregelung

Zeeb erwartet, dass in den Verordnungen höhere Inzidenzwerte in Verbindung mit Daten der Intensivstationen gebracht werden – möglicherweise sogar regional unterschiedlich. „Dann wird es wieder unklarer. Aber es ist ein dynamisches Geschehen und nicht so wie beim Tempolimit auf Straßen. Das gilt ewig.“

Auch die Landesregierung Bremen sieht die aktuelle Corona-Verordnung eher als Übergangsregelung. Man habe sich auf Bundesebene dafür stark gemacht, dass die Ministerpräsidenten-Konferenz zeitnah stattfinde, um bei der Neubewertung möglichst zu bundeseinheitlichen Parametern zu kommen, hieß es. Diese müssten sowohl die Belastung des Gesundheitssystems als auch die Impfquote berücksichtigen.

RND/dpa

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