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  • Corona-Quarantäne: Wann gilt man wieder als gesund? - Das sind die Kriterien

Wann gilt man nach überstandener Corona-Infektion als genesen?

  • Wer von Corona genesen ist, darf nun wieder mehr Menschen treffen und ist beispielsweise beim Friseurbesuch mit negativ Getesteten gleichgestellt.
  • Doch wann gilt man als genesen – und wie kann man das nachweisen?
  • Welche Kriterien Sie für eine Entlassung aus der Quarantäne erfüllen müssen und was als Nachweis für eine Genesung dient, lesen Sie hier.
Ben Kendal
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Berlin. Vollständig Geimpfte und genesene Menschen sind in Deutschland seit Sonntag von den bislang geltenden Kontaktbeschränkungen und auch manch anderen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie befreit. Das heißt: Sie dürfen sich beispielweise privat ohne Einschränkungen mit anderen Geimpften und Genesenen treffen und sind beim Friseur- oder im Restaurantbesuch mit negativ getesteten Menschen gleichgestellt, wie Bundestag und Bundesrat in ihrer am Wochenende verabschiedeten Verordnung beschlossen haben. Vielen Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, ist jedoch noch unklar, wann sie im Sinn der Verordnung als genesen gelten – und wie sie eine Genesung nachweisen können.

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Wann kann man nach einer Corona-Infektion die Quarantäne wieder verlassen?

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Wer sich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert hat, muss sich in Quarantäne begeben. Nach Definition des Robert-Koch-Instituts (RKI) müssen dann einige Kriterien erfüllt sein, damit diese Isolierung beendet werden kann. Corona-Infizierte können demnach erst dann aus der Quarantäne entlassen werden, wenn...

  • ... mindestens 14 Tage nach Beginn der Symptome oder Erstnachweis des Erregers verstrichen sind.
  • ... sie bei einem schweren oder leichten Covid-19-Krankheitsverlauf 48 Stunden lang keine Symptome wie Husten oder Fieber gehabt haben.
  • ... sie bei einem schweren Covid-19-Krankheitsverlauf zwei negative PCR-Ergebnisse nachweisen können.
  • ... sie bei einem leichten oder asymptomatischen Covid-19-Krankheitsverlauf einen negativen Antigentest nachweisen können.

Erst wenn alle diese Kriterien erfüllt sind, können nach RKI-Definition Isolierungsmaßnahmen zu Hause aufgehoben oder Patienten aus dem Krankenhaus entlassen werden. In einzelnen Fällen können diese Kriterien aber auch abweichen, informiert das RKI, jedoch nur in enger Absprache mit Klinik, Labor und Gesundheitsamt.

Wann gilt man als genesen – und wie weißt man eine Genesung nach?

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Von Covid-19 Genesene müssen laut Verordnung beispielsweise beim Friseurbesuch einen Nachweis über die durchgestandene Corona-Infektion mitbringen. Als Bescheinigung kann demnach etwa ein positives PCR-Testergebnis vorgelegt werden. Der Test muss hierbei mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegen. Erst nach 28 Tagen gilt man der Verordnung zufolge als genesen. Menschen, deren Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten im Sinn der Verordnung nicht als genesen. Sie können also kein positives PCR-Testergebnis als Nachweis vorlegen.

Der Grund: Zwar bildet das Immunsystem entsprechende Antikörper aus, diese verschwinden nach einer gewissen Zeit wieder. Ihnen wird zum Verstärken der Immunantwort eine Schutzimpfung empfohlen. Diese sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) frühestens sechs Monate nach der Genesung erwogen werden. In manchen Bundesländern wie Bayern können Menschen, deren Corona-Erkrankung mehr als sechs Monate zurückliegt, noch einen positiven PCR-Test vorlegen – jedoch nur in Verbindung mit einem Nachweis einer mindestens 14 Tage zurückliegenden Verabreichung einer ersten Impfdosis.

Kann ich mich mehrmals mit dem Coronavirus anstecken?

In der Corona-Pandemie ist es in vereinzelten Fällen zu einer wiederholten Infektion gekommen. Die Gefahr, sich erneut mit dem Virus anzustecken, wird jedoch als gering eingeschätzt. Eine Studie aus Dänemark zeigte, dass nur 0,65 Prozent der Covid-19-Patienten während Dänemarks erster und zweiter Infektionswelle zweimal bei einem PCR-Test positiv getestet wurden, heißt es in der im März im Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichten Studie. Forscher einer Studie aus Katar errechneten im Dezember 2020 ein Risiko von 0,02 Prozent. Im Vereinigten Königreich lag der Anteil von an Reinfektionen einer Studie zufolge bei den untersuchten Covid-19-Patienten schätzungsweise zwischen 0,03 und 0,67 Prozent. Allerdings basieren diese Daten auf Infektionen mit dem ursprünglichen Coronavirus – zu den Virusvarianten liegen noch nicht genügend Daten vor.

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Wir haben diesen Text am 10.5.2021 umfassend aktualisiert.

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