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  • Corona: Quarantäne-FAQ - das müssen Sie über die Isolation Zuhause wissen

Corona-Quarantäne: Das müssen Sie wissen

  • Quarantänemaßnahmen sollen die Verbreitung des Coronavirus verhindern.
  • Doch gilt das auch für Geimpfte? Welche Änderungen plant das Gesundheitsministerium?
  • Wir klären die wichtigsten Fragen rund um die aktuelle Quarantänepflicht.
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Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzen die Gesundheitsbehörden auf eine Nachverfolgung von Kontakten. Das bedeutet, sie ermitteln diejenigen, die engen Kontakt zu einer infizierten Person hatten und sich möglicherweise ebenfalls mit dem Virus angesteckt haben. Sind die sogenannten engen Kontaktpersonen identifiziert, müssen sich diese in häusliche Quarantäne begeben. Doch wer gilt eigentlich genau als enge Kontaktperson? Und wie lange kann die Quarantäne andauern? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

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Wer muss in Quarantäne?

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In Quarantäne müssen laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Menschen, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert haben und andere anstecken könnten. Gemeint sind die sogenannten engen Kontaktpersonen. Um als enge Kontaktperson eingestuft zu werden, muss etwa eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  1. Die infizierte Person lebt im selben Haushalt.
  2. Es bestand ein enger Kontakt zur infizierten Person (weniger als 1,5 Meter Abstand), der länger als zehn Minuten andauerte und bei dem es keinen adäquaten Schutz gab, etwa weil kein Mund-Nasen-Schutz getragen wurde.
  3. Es fand ein Gespräch mit der infizierten Person statt (weniger als 1,5 Meter Abstand), bei dem es keinen adäquaten Schutz gab. Die Gesprächsdauer spielt keine Rolle.
  4. Die infizierte Person war im selben Raum, in dem wahrscheinlich eine hohe Konzentration infektiöser Aerosole vorhanden gewesen ist. Die Aufenthaltsdauer war länger als zehn Minuten.
  5. Die Kontaktperson in Kontakt mit Atemwegssekreten der infizierten Person kam, etwa beim Küssen.

Müssen auch Geimpfte in Quarantäne?

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Enge Kontaktpersonen müssen nur dann nicht in Quarantäne, wenn sie vollständig geimpft oder genesen sind (also innerhalb der vergangenen sechs Monate eine PCR-bestätigte Corona-Infektion durchgemacht haben) und es sich nicht um einen Kontakt mit den Virusvarianten Beta und Gamma oder Omikron handelt. Um nicht in Quarantäne zu müssen, dürfen die Personen aber keine Krankheitssymptome haben.

Was gilt für Reisende?

Ab Dienstag gelten Länder, die bis zuletzt als Virusvariantengebiete eingestuft wurden, nur noch als Hochrisikogebiete.

Einreisende aus Hochrisikogebieten können ihre Quarantäne vorzeitig beenden, wenn sie ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis über das Einreiseportal übermitteln. Der Test darf jedoch frühestens nach fünf Tagen erfolgen.

Wie lange dauert die Quarantäne für Kontaktpersonen?

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Wann die Quarantäne verlassen werden darf, entscheidet das Gesundheitsamt. Der erste volle Tag der Quarantäne ist der Tag nach dem letzten Kontakt zur infizierten Person. Dabei gibt es laut BzgA folgende Möglichkeiten:

  • Ohne Test dauert die Quarantäne 10 Tage.
  • Nach fünf Tagen kann man einen PCR-Test machen, bei negativem Ergebnis kann man die Quarantäne beenden. Bei Menschen, die regelmäßig getestet werden (zum Beispiel Schüler und Schülerinnen) kann das auch ein hochwertiger Antigen-Schnelltest sein.
  • Nach sieben Tagen in häuslicher Quarantäne kann man einen Antigen-Schnelltest machen. Ist das Ergebnis negativ, kann die Quarantäne beendet werden. „Die Testung sollte als Fremdtestung oder unter Aufsicht vor Ort von geschulten Personen erfolgen.“

Nach einem engen Kontakt mit einer Person, die mit einer Virusvariante infiziert war (Omikron, Beta oder Gamma) kann man die Quarantänezeit nicht verkürzen - auch nicht, wenn man geimpft ist.

Welche Änderungen plant die Ampel-Koalition?

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet mit einer schnellen Entscheidung über eine Verkürzung der Quarantänefristen bei Corona-Infektionen. Um zu verhindern, dass die Omikron-Welle zu groß werde, werde es bei der Bund-Länder-Runde am Freitag „auf jeden Fall neue Beschlüsse geben“, kündigte Lauterbach am Sonntagabend im Interview von RTL/ntv an. Dabei gehe es um eine Änderung der Quarantäneverordnung, aber zum Beispiel auch um die Frage, welche Kontaktbeschränkungen angemessen seien. Ob Lauterbach nur eine Verkürzung der Quarantänefristen für Kontaktpersonen oder sogar kürzere Isolationszeiten für Infizierte erwägt, blieb offen. Geklärt werden müsse unter anderem, inwieweit die Fristen für Menschen mit Auffrischungsimpfung geändert werden könnten, sagte er.

Wie lange dauert die Quarantäne beziehungsweise Isolierung für infizierte Menschen?

Bei Menschen, die sich mit Sars-CoV-2 infiziert haben, spricht man nicht von Quarantäne, sondern von Isolierung. Diese kann frühestens nach 14 Tage beendet werden.

Was hilft gegen den Quarantäneblues?

Eine Quarantäne kann für Menschen belastend sein, weil sie die Wohnung nicht verlassen und keinen Besuch empfangen dürfen. Wer gegen diese Auflagen verstößt, riskiert zudem hohe Bußgelder. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gibt Tipps, wie der Quarantäneblues bekämpft werden kann:

  • Schaffen Sie sich eine feste Tagesstruktur mit bestimmten Zielen, die sie an einem Tag erreichen wollen.
  • Bleiben Sie mit Ihren Freunden und Familienmitgliedern in Kontakt, zum Beispiel per Telefon oder über die sozialen Medien.
  • Bleiben Sie auch zu Hause körperlich und mental aktiv, zum Beispiel durch Denkspiele und Turnübungen.
  • Wenn Sie sich angespannt fühlen, probieren Sie Entspannungsübungen aus.
  • Bewahren Sie eine positive Grundhaltung.
  • Sollten Sie trotzdem mit der Situation überfordert sein, kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter Telefon (0800) 111 0 111, oder (0800) 111 0 222, oder 116 123.
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Welche Hygienemaßnahmen müssen während der Isolierung beachtet werden?

Befindet sich im Haushalt ein Mensch, der an Corona erkrankt ist, sollte man zahlreiche Hygienemaßnahmen beachten. Dazu gehört zu Beispiel der Aufenthalt in einem gut belüfteten Einzelzimmer. Weitere Hinweise finden Sie hier.

Dieser Text wurde am 03. Januar 2022 umfassend aktualisiert.

RND/lb/asu/dpa

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