Omikron: Welche Symptome haben Corona-Infizierte?

  • Weltweit verbreitet sich die Omikron-Variante des Coronavirus.
  • Inzwischen gibt es erste Hinweise dazu, welche Symptome bei einer Infektion mit der neuen Variante zu erwarten sind.
  • Was sich in Deutschland, Südafrika und Norwegen zeigt.
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Rasant verbreitet sich die Omikron-Variante des Coronavirus. Die Mutante ist um einiges übertragbarer als noch die Delta-Variante und kann den Immunschutz, auch von zweifach Geimpften, deutlich umgehen. Wie aber bemerkt man überhaupt eine Omikron-Infektion?

Zwei Symptome scheinen im Vergleich zu Delta weniger häufig oder gar nicht aufzutauchen. „Geruchs- und Geschmacksstörungen treten bei einer Omikron-Infektion gar nicht mehr auf, aber dies wissen viele Infizierte nicht“, sagte Susanne Johna, die Vorsitzende des deutschen Ärzteverbands Marburger Bund dem RND. Es sei sehr wichtig, sich auch bei ganz leichten Symptomen mit einem Antigentest auf das Coronavirus zu testen.

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Es sei zu befürchten, dass sich viele unbemerkt infizieren. „Es besteht die Gefahr, dass viele Menschen ihre Corona-Infektion gar nicht als solche wahrnehmen und lediglich von einer Erkältung ausgehen“, sagte die Ärztin.

Omikron: Bislang vor allem Erkältungssymptome berichtet

Bei 45 Prozent der bislang dem Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Omikron-Fälle wurden Angaben zu den Symptomen übermittelt. Es seien überwiegend keine oder milde Symptome angegeben worden, heißt es im Wochenbericht der Gesundheitsbehörde. Am häufigsten wurden Husten (56 Prozent), Schnupfen (55 Prozent) und Halsschmerzen (38 Prozent) genannt. 363 Menschen kamen ins Krankenhaus, neun sind bislang im Zusammenhang mit dieser Variante verstorben.

Anekdotische Berichte gibt es auch aus Südafrika, dem Ort des ersten größeren bemerkten Omikron-Ausbruchs. Dort berichten viele Infizierte laut der örtlichen Medizinervereinigung Sama von teils extremer Müdigkeit, Körper-, Kopf- und Gliederschmerzen. Dazu kommen nach Angaben von Angelique Coetzee, der Vorsitzenden des südafrikanischen Ärzteverbands, bei einigen Infizierten ein Kratzen im Hals und trockener Husten. Nur wenige hätten eine leicht erhöhte Temperatur aufgewiesen.

Auch dort sei auffällig gewesen, dass niemand über einen verschwundenen Geruchs- oder Geschmackssinn geklagt habe, wie bei anderen Varianten oftmals üblich. Nach Beobachtungen des südafrikanischen Hausarztes Unben Pillay, der in der Provinz Gauteng praktiziert, litten die Patienten und Patientinnen an grippeähnlichen Symptomen, trockenem Husten, Fieber, nächtlichen Schweißausbrüchen und Schmerzen. Die meisten würden zu Hause behandelt. Den geimpften Patienten gehe es deutlich besser als den ungeimpften, betonte Pillay.

Norwegen: Was der Omikron-Partyausbruch zeigte

In Norwegen haben sich Ende November bei einer Weihnachtsfeier in Oslo fast 100 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt – trotz hoher Impfquote und Durchführung von Corona-Tests. Ausgelöst wurde der Ausbruch von einem Reiserückkehrer aus Südafrika, der sich mit der Omikron-Variante infiziert und damit die anderen Gäste der Veranstaltung angesteckt hat.

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Laut Gesundheitsbehörden und Gesundheitsminister kann durch das eigene Verhalten dazu beigetragen werden, dass es in Deutschland und Europa nicht zu weiteren Infektionsketten kommt.

Das Norwegian Institute of Public Health (NIPH) hat zum Ausbruch eine Studie veröffentlicht. Derzufolge waren unter den 117 Partygästen 96 Prozent zweimal gegen das Coronavirus geimpft, 81 von ihnen waren mit Omikron infiziert. 91 Prozent der positiv Getesteten litten trotz zweifacher Impfung unter Symptomen wie Husten (83 Prozent), einer verstopften Nase (78 Prozent), Müdigkeit (74 Prozent) sowie Halsschmerzen (72 Prozent), Kopfschmerzen (68 Prozent) und Fieber (54 Prozent). Die meisten stuften den Schweregrad ihrer Symptome als mittelschwer ein.

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Corona-Symptome: Daten aus Großbritannien zu Omikron

Einen Anhaltspunkt zu ersten Corona-Symptomen bei Omikron-Infizierten gibt auch die „Zoe Covid Symptom Study App“. Das Projekt wurde in Großbritannien im März 2020 gestartet. Infizierte können über die App ihre Corona-Symptome melden. Die Daten werden wissenschaftlich ausgewertet und veröffentlicht.

Inzwischen wurden Daten aus London, wo es besonders viele Omikron-Infektionen gibt, ausgewertet - im Zeitraum vom 3. bis 10. Dezember. Die fünf häufigsten Symptome, die Infizierte der ZOE-App gemeldet hatten, waren eine laufende Nase, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Niesen und Halsschmerzen. Geschmacks- und Geruchsverlust bemerkten Betroffene nicht.

WHO listet bislang bekannte Corona-Symptome auf

„Derzeit gibt es keine Informationen, die darauf hindeuten, dass sich die mit Omikron verbundenen Symptome von denen anderer Varianten unterscheiden“, betonte hingegen die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Statement von Ende November. Sie erwähnte zu diesem Zeitpunkt folgende Corona-Symptome als am häufigsten auftretende:

  • Fieber
  • Husten
  • Müdigkeit
  • Geschmacks- und Geruchsverlust
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Weniger häufig können vorkommen:

  • eine Halsentzündung
  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Hautausschlag
  • eine Verfärbung der Finger oder Zehen
  • rote oder gereizte Augen

Verläuft Covid-19 bei Omikron milder als Delta?

Wer sich infiziert hat, kann Erkältungssymptome bemerken, aber in der Folge auch ernsthafter an Covid-19 erkranken. Im Moment sieht es so aus, dass Omikron ein weniger schweres klinisches Erscheinungsbild hervorruft als andere Varianten. Kürzlich veröffentlichte, aber noch nicht begutachtete Daten aus der Provinz Gauteng in Südafrika zeigen beispielsweise, dass die Rate der Krankenhauseinweisungen trotz mehr Corona-Fällen während der Omikron-Welle niedriger war als in den vorherigen Wellen.

Auch die britische Health Security Agency schätzt nach der Auswertung von Daten, dass mit Omikron Infizierte ein um 50 Prozent geringeres Risiko haben, ein Krankenhaus aufzusuchen oder ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, als Personen mit einer Infektion aufgrund der Delta-Variante. Sie fanden auch ein um 65 Prozent geringeres Risiko für eine Klinikeinweisung bei mit Omikron Infizierten, die zweifach geimpft waren. Ein rund 81 Prozent geringeres Risiko bestand bei Geboosterten - im Vergleich zu Ungeimpften.

WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus warnt allerdings davor, das Virus wegen der wahrscheinlich geringeren Krankheitsschwere auf die leichte Schulter zu nehmen. „Omikron bringt wie frühere Varianten Menschen ins Krankenhaus und tötet Menschen“, sagte er. „Tatsächlich ist der Tsunami von Fällen so groß und schnell, dass er die Gesundheitssysteme rund um die Welt überwältigt.“

Was tun bei Corona-Verdacht?

Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ist es „unbedingt erforderlich“, bei Symptomen einer neu auftretenden Atemwegserkrankung wie etwa Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten zu Hause zu bleiben, die Hausarztpraxis zu kontaktieren und einen PCR-Test durchführen zu lassen. Das gelte unabhängig vom Impfstatus.

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rät: „Rufen Sie Ihre Hausarztpraxis oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116 117 an.“ Dort wird zum weiteren Vorgehen beraten. In Notfällen wie akuter Atemnot sollte man hingegen direkt die Notfallnummer 112 anrufen.

Mit Material von dpa/ Dieser Artikel wurde am 9. Januar aktualisiert.

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