Corona-Lage auf den Intensivstationen: Notfall- und Intensivmediziner sprechen sich für Verlängerung des Lockdowns aus

  • Trotz des Rückgangs an Patienten mit schwerem Covid-19-Verlauf bleibt die Lage auf den Intensivstationen ernst.
  • Nach Ansicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) muss der Lockdown daher verlängert werden.
  • Divi-Präsident Gernot Marx geht davon aus, dass die Situation sich erst im April oder Mai entspannt.
Ben Kendal
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Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hat sich für eine Verlängerung des Lockdowns ausgesprochen. „Wir haben immer noch keine durchschlagende Therapie. Insofern ist die Vermeidung der Sars-CoV-2-Infektion durch den Lockdown in Kombination mit der Impfung das medizinisch einzig Richtige“, sagt Divi-Präsident Gernot Marx. Zwar könne der Lockdown nicht unendlich fortgesetzt werden, jedoch sollten die geltenden Maßnahmen weiter verlängert werden. Ab Anfang März könnten nach Ansicht von Marx die Diskussionen um Lockerungen wieder aufgenommen werden.

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„Ärzte und Pflegekräfte sind wirklich erschöpft“: Lage auf Intensivstationen weiterhin ernst

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Knapp 4000 Corona-Patienten werden aktuell auf den Intensivstationen des gesamten Landes behandelt. Das sind gut 1700 weniger als noch Anfang Januar, als der bisherige Höchstwert verzeichnet wurde (5745 Intensivpatienten). Trotz des Rückgangs der Patienten mit einem schweren Covid-19-Verlauf ist die Lage auf den Intensivstationen aber weiterhin ernst. „Ärzte und Pflegekräfte auf den Intensivstationen sind wirklich erschöpft – und wir rechnen mit einer dritten Welle, ohne die zweite schon hinter uns zu haben“, betont Marx.

Divi-Intensivregister: Viele Klinikampeln zeigen Rot

Die Intensivstationen melden im Divi-Intensivregister täglich in einem Ampelsystem, ob ihr Betrieb regulär läuft. Ist dies der Fall, wird die Ampel auf Grün geschaltet. Rot steht hingegen für Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Situation. Das kann laut Divi vor allem auf fehlendes Pflegepersonal oder zu wenig Räumlichkeiten, um die hochansteckenden Patienten zu isolieren, zurückzuführen sein. Vor allem der Personalmangel sorgte laut Christian Karagiannidis, medizinisch-wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters, dafür, dass viele Klinikampeln im Dezember auf Rot wechselten. „Jetzt, Anfang Februar, setzt gerade der Punkt ein, in dem etwa gleich viele Kliniken auf Rot und Grün stehen“, sagte er. „Das ist noch keine Entspannung der Situation, auch wenn sie eben nicht so angespannt ist wie um den Jahreswechsel herum.“

Divi-Präsident: Lage bleibt bis Ostern sehr ernst

Marx geht davon aus, dass die Lage bis Ostern sehr ernst bleiben wird. Halte der Rückgang der Corona-Patienten auf den Intensivstationen wie aktuell an, könne es noch bis April oder Mai dauern, bis sich die Situation entspanne. Marx betont allerdings: „Dies ist nur ohne einen erneuten Neuanstieg der Infektionszahlen realistisch.“ Um die Pandemie dauerhaft unter Kontrolle zu bekommen, seien vor allem drei Maßnahmen wichtig: die Ausbreitung der Mutationen so lange wie möglich hinauszuzögern, viel zu testen und möglichst rasch viele Menschen zu impfen.

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