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Premier Ardern: Neuseelands Grenzen bleiben noch „Großteil“ des Jahres geschlossen

  • Nach zwei Monaten ist in Neuseeland der erste Corona-Fall registriert worden.
  • Die Region reagierte in gewohnter Neuseeland-Mariner prompt.
  • Premierministerin Ardern verkündete – auch mit Blick auf ungewisse Impfstofflieferungen, dass die Grenzen auch für das Jahr 2021 dicht bleiben werden.
Alice Mecke
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Hannover. Neuseeland wird seine Grenzen wohl auch für „einen Großteil des Jahres 2021″ geschlossen halten, da die Einführung von Corona-Impfstoffen ungewiss sei, sagte Premierministerin Jacinda Ardern auf einer Pressekonferenz am Dienstag in Wellington. Mit dem Nachbarn Australien und weiteren pazifischen Nationen werde man laut Adern Reisevereinbarungen treffen, „aber der Rest der Welt stellt einfach ein zu großes Risiko für unsere Gesundheit und unsere Wirtschaft dar, um in dieser Phase ein Risiko einzugehen.“

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Die Regierung erwarte nächste Woche die Zulassung für den Corona-Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer, eine erste Lieferung werde bis Ende März erwartet. Laut Premierministerin sollten erste Massenimpfungen erst Mitte des Jahres beginnen, da das Land von Lieferfristen der Pharmaunternehmen abhängig sei und noch nicht genauer planen könne.

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Um den Reiseverkehr wieder aufzunehmen, müsste man sichergehen können, dass Geimpfte das Coronavirus nicht weitergeben können. Oder in Neuseeland müssten genügend Menschen geimpft sein, um Reisende wieder sicher ins Land einlassen zu können. „Beide Möglichkeiten werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, so Adern.

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Erster Fall seit November

Neuseeland verzeichnete am Montag den ersten Corona-Fall seit November. Es handele sich um eine 56-jährige Frau, die sich nach ihrer Rückkehr aus Europa zwei Wochen lang in einem Quarantänehotel in Auckland aufgehalten habe, teilten die Gesundheitsbehörden in dem Inselstaat im Südpazifik mit. Dort sei sie zweimal negativ auf das Virus getestet worden.

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Erst nachdem sie in ihre Heimatregion Northland auf der Nordinsel zurückgekehrt sei, habe sie Symptome gezeigt und sei positiv getestet worden, hieß es. Bei dem Virus handele es sich um die neue, ansteckendere Virusmutation aus Südafrika, bestätigte der Minister für Covid-19-Bekämpfung, Chris Hipkins.

Inzwischen konnten 16 enge Kontakte identifiziert werden, einer warte noch auf das Testergebnis, berichtet der „NZ Herald“. 154 weitere Personen seien als „Gelegenheitskontakt“ identifiziert worden. Sie wurden getestet und isoliert, bis sie ihr Ergebnis erhalten.

Cookinseln streichen Flug

Die benachbarten Cookinseln haben aufgrund des Falls am Dienstag einen Flug von Auckland nach Rarotonga abgesagt, wie die Zeitung weiter berichtet. Der Premierminister der Cookinseln, Mark Brown, sagte, er wolle mehr Zeit für Tests der engen Kontakte des Falles in Northland einplanen.

Darüber hinaus seien in Northland nach Angaben des Ministeriums bis Dienstag 1500 Menschen getestet worden. In den Corona-Testzentren sei es zu langen Warteschlangen gekommen und es musste externe Hilfe angefordert werden. Neuseeland hat landesweit etliche solcher Testzentren errichtet, die hochfrequentiert sind. Auch teilweise umstrittene Kontrollpunkte seien vor Northland wieder aufgebaut worden.

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Transparente Kommunikation und folgsame Neuseeländer

Wegen solch extrem strenger Maßnahmen und genauer Kontaktverfolgungen ist das Land bislang sehr glimpflich durch die Krise gekommen. Fast alle Fälle werden bei Reiserückkehrern entdeckt. Insgesamt wurden nur rund 2000 Fälle verzeichnet, 25 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Das Land mit gut fünf Millionen Einwohnern ist zu einer weitgehenden Normalität zurückgekehrt, wobei auch die geografische Lage eine Rolle gespielt haben dürfte.

Premierministerin Ardern wurde oft für ihre transparente Kommunikation gelobt. Sieben Wochen lang wurden täglich um 13 Uhr auf der Pressekonferenz die neuen Infektionszahlen verkündet. Auch die Bezeichnung Arderns „ein Team von fünf Millionen“, das gegen das Coronavirus kämpft, wurde zum symbolträchtigen Begriff. Der Regel, fortan zu Hause zu bleiben, wurde schlichtweg gefolgt.

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Die Hälfte der Menschen nutzt Tracking-App

Auch die offizielle Corona-Tracking-App wird von den Neuseeländern intensiv genutzt. Das Ministerium für die Corona-Bekämpfung teilte am Dienstag mit, dass die Covid Tracer App 2.496.000 registrierte Benutzer zählt. Weiter heißt es, dass sich mehr als 20.000 Menschen innerhalb von 24 Stunden registriert hätten.

„Verständlicherweise hat die Zahl der registrierten Benutzer, Bluetoothbenutzer und Scans seit Sonntag zugenommen, und wir möchten die Gelegenheit nutzen, den Neuseeländern zu danken, die dabei helfen, die Übertragungskette zu durchbrechen“, so das Ministerium. Damit sind fast die Hälfte aller Neuseeländer registriert.

Die Anzahl der Downloads der Corona-Warn-App in Deutschland beträgt laut Zählungen des Robert-Koch-Instituts 25,2 Millionen (Stand. 21. Januar) – bei mehr als 83 Millionen Einwohnern.



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